Augsburgs Ex-Trainer selbstbewusst

Ralf Loose: "Ich hätte die Bundesliga angegriffen"

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Ralf Loose coachte den FCA von September 2007 bis April 2008 (Archivfoto)

Für Deutschland gegen Liechtenstein, wo er von 1998 bis 2003 Nationaltrainer war, hatte Ralf Loose am Samstag keine Zeit.

Wie immer war der ehemalige FCA-Trainer von freitags bis montags auf Stadiontour, meist Bundesliga bis Dritte Liga. Diesmal hatte ihn der litauische Verband zum Spiel gegen Frankreich eingeladen. Am Mittwoch besucht er das Rückspiel in Paris.

Vier Tore und ein Pechvogel: Bilder von Deutschland gegen Liechtenstein

Im Leipziger Zentralstadion war alles angerichtet für ein Schützenfest der deutschen Nationalmannschaft gegen Liechtenstein. © dpa
Ein Sieg war fest eingeplant. Nach zuletzt zwei Pleiten gegen England und Norwegen wollte die Nationalmannschaft auch Wiedergutmachung betreiben. © dpa
Es ging auch ganz gut los... © AP
Schon in der 9. Minute erzielte Michael Ballack den Führungstreffer. © AP
Der Kapitän zog aus knapp 14 Metern ab und traf. © dpa
Den deutschen Fan stellte es zufrieden. © dpa
Unschuldslamm: Michael Ballack nach einem Foulspiel. © AP
Das 2:0 folgte nur fünf Minuten nach der Führung... © fishing4
Marcell Jansen traf aus halblinker Position. © AP
Der ehemalige Münchner freute sich sichtlich über seinen Treffer... © AP
... und ließ sich von Lukas Podolski irgendetwas flüstern. © AP
Was das war, bleibt wohl das Geheimnis der beiden Rheinländer. © AP
Anerkennender Beifall vom Capitano. © dpa
Robert Enke spielte auch mit, war aber während der gesamten 90 Minuten so gut wie beschäftigungslos... © dpa
Auch wenn das hier kurzzeitig etwas anders aussieht. © AP
Rechtsverteidiger Andreas Beck war einer der auffälligsten deutschen Spieler. © AP
Nach dem 2:0 ließen die Deutschen die Zügel etwas schleifen. Jogi Löw dürfte das nicht gefallen haben. © dpa
Kurz nach der Pause sorgte Bastian Schweinsteiger dann aber für klare Verhältnisse und erhöhte auf 3:0. © AP
Der Münchner hatte keine Mühe, den Ball im leeren Tor zu versenken. © dpa
Schweini freute sich diebisch... © dpa
... und wurde von Poldi ebenso beglückwünscht... © AP
wie von... © dpa
... Michael Ballack. © dpa
Die deutschen Fans in froher Stimmung. © dpa
Auch Poldi durfte mal... © fishing4
In der 50. Minute erzielte der ehemalige Kölner, derzeitige Münchner und baldige Kölner das 3:0. © dpa
Es sollte das letzte Tor des Abends bleiben. © AP
Nach dem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Hälfte ließen es die Deutschen wieder ruhiger angehen. Serdar Tasci hatte in der Verteidigung allerdings nicht viel zu tun. © AP
Auch Per Mertesacker konnte sich nicht über zuviel Arbeit beklagen. © AP
Das Spiel schrieb jedoch noch eine ganz andere Geschichte: Die des Mario Gomez. © AP
Der Stuttgarter knipst in der Bundesliga am laufenden Band, doch in der Nationalmannschaft hat Gomez seit März 2008 nicht mehr getroffen. © dpa
Der Stürmer versuchte alles, grätschte,... © dpa
... köpfte... © dpa
... dribbelte... © AP
... schoss... © AP
... und versuchte sogar, zu zaubern - umsonst! Ein Treffer blieb ihm verwehrt, dafür musste sich der Angreifer Pfiffe vom Peipziger Publikum anhören. © dpa
Philipp Lahm zeigte eine solide Leistung. © AP
Und Plldi wollte noch mehr als nur einen Treffer. © AP
Es sollte aber nicht sein. © dpa
Am Ende hieß es 4:0. Spektakulär war's aber nicht. © AP

Das ist sein neues Leben. Nach der Kündigung beim FCA am 16. April 2008 genoss Loose zunächst die freie Zeit mit seiner Familie, die immer noch in Vaduz wohnt. Doch auf ausgiebiges Faulenzen hatte er keine Lust. Loose hospitierte beim SSC Neapel unter Italiens Ex-Nationaltrainer Roberto Donadoni in der Serie A, beim FC Metz in der französischen Ligue 2 sowie bei Olympique Marseille.

Der 46-Jährige machte sich schlau, über Vereinsstrukturen, Nachwuchszentren und neue Trainingsmethoden. „Das ist eine Horizonterweiterung“, sagt Loose. Wer meint, nach zehn Jahren als Trainer nichts mehr dazulernen zu können, sei auf dem Holzweg, ist er überzeugt: „Ein Sir Alex Ferguson muss sich da nicht so viele Gedanken machen. Aber ich zähle mich trotz meiner 14 Jahre Erfahrung zu den jüngeren Trainern, der in die besten Jahre kommt. Da sehe ich mir gerne an, was das Topniveau macht.“

Bis zum 30. Juni 2010 hat er dazu maximal Zeit. So lange läuft sein Vertrag beim FCA. Muss er aber nicht. Denn Loose will nach einer neuen Aufgabe suchen. „Das Bestreben ist da. Ich fühle mich natürlich schon seit Längerem bereit. Aber zu einer Vertragsauflösung gehören immer zwei Seiten“, gibt er zu bedenken. „Von meiner Seite ist der laufende Vertrag kein Handicap. Aber es wäre einfacher, wenn die Dinge geregelt wären. Wir haben noch keine Lösung erzielt. Vielleicht funktioniert das in naher Zukunft.“

Sein Draht zum FCA könnte besser sein. „Es ist sehr schade. Das war eine Enttäuschung für mich“, sagt Loose: „Augsburg ist ein aufstrebender Verein. Im Grunde habe ich ihn vor dem Abstieg bewahrt. Ich hätte diese Saison gerne genutzt, um die Bundesliga anzugreifen. Das war das Ziel!“ Doch so weit sollte es nicht kommen.

Loose erinnert sich: „Ich bin zu ganz schwierigen Zeiten gekommen. Die Mannschaft war auf einem Abstiegsplatz. Wir hatten eine riesige Personalnot. Alle fünf Stürmer waren mittelfristig verletzt. Nach fünf Spielen ohne Sieg haben wir eine sehr gute Serie hingelegt. Das war die Basis für den Klassenerhalt. Er war greifbar nah.“ Dann übernahm Holger Fach fünf Spiele vor Schluss, mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. „In denen hat man vier Punkte geholt und auch noch das Torverhältnis verschlechtert.“ Hätte er es genauso geschafft? „Ich glaube, das ist selbstredend. Aber da gab es Meinungsverschiedenheiten.“ Für die nächste Saison stimmt er dennoch mit Manager Rettig überein und hält Platz drei für „realistisch. Der FCA hat eine große Perspektive“.

Die sieht er auch beim FC Ingolstadt, dessen Spiele er regelmäßig besucht. Loose kennt Sportdirektor Harald Gärtner aus gemeinsamen Zeiten bei Fortuna Düsseldorf und den Sportfreuden Siegen. „Ingolstadt ist auf dem Vormarsch, aber Augsburg ist zwei bis drei Schritte weiter“, bewertet Loose die Perspektiven. Er wird am Freitag nicht beim Derby in der Rosenau sein. Bestimmt ist er woanders unterwegs.

Tobias Kimmel

Die bestbezahlten Fußballer der Welt

Das französische Fußball-Magazin "France Football" hat eine Liste mit den Gehältern der bestbezahlten Fußballern und Trainern der Welt veröffentlicht. Sehen Sie hier, wer die größten Geldkoffer braucht. © dpa
Nur ein Deutscher schaffte es unter die Top 20: Michael Ballack auf Platz 13. Er verdient beim FC Chelsea 11,3 Millionen Euro im Jahr. © dpa
Ballacks Teamkollege John Terry liegt auf Platz 10. Jahressalär: 11,7 Millionen Euro. © 
Platz 9: Der nächste Chelsea-Star: Frank Lampard mit 13 Millionen Euro. © dpa
Platz 8: Wayne Rooney von Manchester United: 13,5 Millionen Euro.  © dpa
Platz 7: Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand: 14 Millionen Euro. Alter Schwede... © dpa
Platz 6: Kaka vom AC Mailand: 15,1 Millionen Euro. © dpa
Platz 5: Thierry Henry (FC Barcelona): 17 Millionen Euro. © dpa
Platz 4: Der Weltfußballer des Jahres 2008, Cristiano Ronaldo (Manchester United): 19,6 Millionen Euro. © dpa
Platz 3: Seine besten Jahre liegen hinter ihm, dennoch verdient Ronaldinho beim AC Mailand stattliche 19,6 Millionen Euro. © dpa
Platz 2: Lionel Messi spielt beim FC Barcelona Fußball wie von einem anderen Stern. Auch sein Gehalt ist astronomisch: 28,6 Millionen Euro. © dpa
Platz 1: David Beckham ist halb Fußballer, halb Popstar. Daher führt der Engländer vom AC Mailand auch die Gehaltsrangliste mit 32,4 Millionen Euro an. © dpa
Und hier die bestbezahlten Trainer der Welt: Bayerns Jürgen Klinsmann liegt mit 5,5 Millionen (inklusive Werbeeinnahmen) auf Platz 10. © dpa
Sir Alex Ferguson hat da schon einen dickeren Scheck einzulösen. Der Trainer von Manchester United verdient 7,6 Millionen Euro. © dpa
Englands Nationaltrainer Fabio Capello verdient 8,5 Millionen Euro. © dpa
Doppelter Job, doppeltes Gehalt? Guus Hiddink, Trainer des russischen Nationalmannschaft und des FC Chelsea in Personalunion, verdient neun Millionen Euro im Jahr. © dpa
"The Great One" José Mourinho (Inter Mailand) hat aber nicht das "greateste" (großartigste) Gehalt: Mit 11 Millionen Euro liegt der Portugiese "nur" auf Platz 2. © dpa
Der bestbezahlte Trainer der Welt ist derzeit arbeitslos: Luis Felipe Scolari, bis vor wenigen Monaten noch Coach beim FC Chelsea, kommt dank Salär und Abfindung auf satte 12,5 Millionen Euro im Jahr. © dpa

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