FC Schanzer 04?

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Drei Trainer für ein Halleluja: Brano Arsenovic, Michael Wiesinger und Heiko Vogel (von links)

Vom FC Schalke 04 bis zum „FC Schanzer 04“ ist es in diesen Tagen nicht weit. Beide Vereine haben ihren Trainer entlassen: Schalke Fred Rutten vor fast zwei Monaten, der FC Ingolstadt Thorsten Fink am Dienstag.

Bei den Schanzern hat seitdem das Trainertrio Michael Wiesinger/Heiko Vogel/Brano Arsenovic übernommen. Auf Abruf. „Auch in Schalke gibt es ein solches Interimsmodell“, sagt FCI-Sportdirektor Harald Gärtner. Mike Büskens spielt in der dortigen Lösung den Frontmann, hält unter anderem die Kabinenansprache. Neben ihm sitzen Youri Mulder und Oliver Reck auf der Bank.

Offiziell sind sie gleichberechtigt, doch Mulder besitzt keinen Trainerschein und Reck kümmert sich vornehmlich um die Torhüter. Gärtner weiß: „Wenn es bei uns so erfolgreich ist, wie der Mike Büskens seine Punkte reinholt, ist es ein tolles Modell.“

Bereits im April 2008 hatte das Schalker Trio von Mirko Slomka auf Fred Rutten übergeleitet. Fünf Siege und ein Remis lautete die sensationelle Bilanz in dieser Phase. Nachdem Rutten weg ist, läuft’s mit drei Siegen in Serie erneut wie geschmiert. In Ingolstadt ist die Gewaltenteilung noch nicht ganz geklärt. Wiesinger fehlt die Fußballlehrerlizenz für die zweite Liga. Deswegen hat ihm der Verein Finks bisherigen Assistenten Vogel zur Seite gestellt. Auch Torwarttrainer Arsenovic durfte bleiben. Kapitän Stefan Leitl berichtet nach den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten, dass Wiesinger den Ton angibt und vor dem Spiel gegen den FSV Mainz (Sonntag, 14 Uhr, Tuja-Stadion) wohl die Ansprache hält. „Er ist kein unbeschriebenes Blatt, hat einiges hinter sich und erreicht. Er wird das gut machen“, ist sich Leitl sicher. Für beide Seiten ist es keine einfache Situation. Der emotionale Abschied von Fink (Leitl: „Nicht jeder hat diese Größe“) steckt in den Köpfen der Spieler. „Er hat uns alles Glück der Welt gewünscht“, erzählt der Mittelfeldspieler: „Dann war seine Zeit leider vorbei. Jetzt müssen wir es ohne unseren Trainer, irgendwie auch für ihn, schaffen.“

Und mit Wiesinger, einem langjährigen Freund Finks. Am Dienstag und Mittwoch haben sich die ehemaligen FC-Bayern-Profis noch beiläufig unterhalten. „Es ist in seinem Sinne, dass ich das fortführe“, sagt Wiesinger: „Aber ich habe auch meine eigenen Gedanken. Solange ich hier bin, geht es für jeden im Kader bei null los. Ich bin nicht voreingenommen.“ Eines bleibt, die Einstellung: „Ich werde Optimismus verbreiten.“

Gerade weil es bei Mainz in der Liga zuletzt nicht nach Wunsch lief, und der FSV noch am Dienstag mit 1:4 nach Verlängerung im DFB-Pokal ausgeschieden ist… „Das steckt ihnen in den Beinen. Sie werden uns nicht ins offene Messer laufen. Wir müssen sie bekämpfen. Wir müssen den Fight annehmen, Mann gegen Mann“, predigt Wiesinger. Leitl meint: „Vor Selbstvertrauen werden sie nicht gerade strotzen. Wenn sie gegen uns verlieren, vergeigen sie auch den Aufstieg. Dann hätten sie in einer Woche alles verloren.“

Tobias Kimmel

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