Die Schlacht um die Macht im Norden

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Tim Wiese bei seinem Brutalo-Foul gegen Ivica Olic

Es ist das Duell, das den Norden erzittern lässt: Hamburg gegen Bremen. In den nächsten drei Wochen treffen die beiden Traditionsklubs gleich viermal aufeinander.

Am Mittwoch im DFB-Pokal-Halbfinale, noch zweimal im Halbfinale des Uefa-Cups und am viertletzten Spieltag in der Bundesliga. HSV gegen Werder – es ist: die Schlacht um die Macht! Hamburg gegen Bremen, das ist mehr als nur ein Derby.

Die Fans der Klubs verbindet eine herzliche Abneigung, bei jeder Begegnung gibt es ordentlich Zoff. Werder-Torhüter Tim Wiese: „Ich glaube, dass in Hamburg die Angst umgeht. Wenn die im DFB-Pokal gegen uns auf den Sack kriegen, zittern die auch in den anderen Spielen. Die wichtigen Spiele verlieren sie immer. Vor drei Jahren haben sie gegen uns alles verspielt. Das haben sie im Hinterkopf!“

Bremen kann den Hamburgern eine bis hierhin vielversprechende Saison gründlich versauen. Das Nord-Derby – die interessantesten Fakten:

Das übelste Foul: In der vergangenen Saison wurde HSV-Stürmer Ivica Olic von Tim Wiese böse umgetreten, als er ihn in der Luft mit seinen Stollen am Hals traf. Glück: Olic blieb fast unverletzt. „Das war fast schon Mord“, sagte Franz Beckenbauer.

Die schlimmste Verletzung: Beim Nordderby am 20. September 1989 rutschte HSV-Legende Ditmar Jakobs auf dem Rücken liegend ins eigene Tor. Harmlos dachte man anfangs. Doch Jakobs blieb liegen, schrie vor Schmerz. Der Grund: Er hatte sich in einem Karabinerhaken, der das Tornetz festhielt, verfangen. Der Haken durchtrennte wichtige Nerven im Rücken, Jakobs Karriere war vorbei, er kann bis heute nicht schmerzfrei gehen.

Die kurioseste Wette: Bremens Naldo und der Hamburger Alex Silva sind dicke Freunde. Nun schlossen die beiden Brasilianer eine Wette ab: Der Verlierer des Derbys muss im Sommer in Brasilien eine Grillparty schmeißen. 

Die meisten Derby-Einsätze: Die meisten Derbys spielte HSV-Flankengott Manni Kaltz: 31. Von den Spielern, die auf dem Platz stehen werden, hat David Jarolim die meisten Einsätze: neun.

Die seltsamste Anreise: Der SV Werder reiste mit dem Zug nach Hamburg. Der Grund: Die A1 nach Hamburg ist voller Baustellen. „Das ist eine Wundertüte, man weiß nie, wie lange man braucht“, sagte Trainer Thomas Schaaf, bestieg mit dem Team um 17.17 Uhr einen normalen ICE.

Die Hin-und-Her-Wechsler:Es gab immer wieder Spieler, die die „Todsünde“ begingen, zwischen den verfeindeten Klubs zu wechseln. Aktuelle Beispiele: Bremens Co-Trainer Wolfgang Rolff gewann 1983 mit dem HSV den Landesmeister-Cup. HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer wiederum wurde mit Werder Pokal-Sieger. Einziger noch aktiver „Überläufer“: HSV-Keeper Frank Rost, der 147 Spiele für Bremen machte.

Die wichtigsten Zahlen: Der SV Werder wurde am 4. Februar 1899 gegründet, der Hamburger SV am 29. September 1887. Bremens Etat 2008/09: 48 Millionen, HSV: 35 Millionen. Werder hat 34.111 Mitglieder und 328 eingetragene Fanclubs. Der HSV hat 55.869 Mitglieder und 370 Fanclubs. Werder stand in den letzten 20 Jahren sieben Mal im Pokal-Finale, gewann vier Mal. Der HSV holte den Pott drei Mal. Den höchsten Sieg in einem Nordderby landete Werder, 2004 mit 6:0. Insgesamt gab es 97 Nordderbys in Liga und Pokal. 31 gewann Hamburg, 32 endeten Remis, 34 Mal siegte Werder.

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