Bastian Schweinsteiger wird abgewatscht – und versteht nicht, warum

„Wenn es um Punkte geht, bin ich wieder motiviert“

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Krise? Welche Krise? Bastian Schweinsteiger nach dem Südafrika-Spiel

München - Bastian Schweinsteiger wird von der deutschen Presse abgewatscht – doch der 25-Jährige versteht nicht so recht, warum.

„Schweinsteiger sonnt sich immer häufiger im Glanz seiner Beliebtheit.“ FAZ

„Bastian Schweinsteiger lieferte eine Leistung zum Wegschauen: Ballverluste, Kullerpässe, Schlappschüsschen. Wie tief geht die Krise des Münchners?“ Spiegel online

„Das Schweini-Problem: Er wirkte behäbig, fand überhaupt nicht ins Spiel und verlor jeden zweiten Ball.“ BILD

Nein, das Länderspiel gegen Südafrika lief nicht gut für Bastian Schweinsteiger: Während ganz Deutschland von Mesut Özil schwärmte, bot Schweinsteiger eine unwürdige Leistung für einen deutschen Nationalspieler. Die Quittung: In den wichtigen Zeitungen der Republik hagelte es tags darauf schonungslose Kritik.

Von der tz darauf angesprochen, reagierte Schweini gereizt: „Das ist doch immer dasselbe Spiel. Wenn du mit Journalisten nicht sprichst, wirst du schlecht benotet. Davon lasse ich mich nicht ändern.“ Von Selbstkritik keine Spur. Die stockende Entwicklung seit der WM 2006? Für Schweini eine Erfindung der Medien.

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Auch gegenüber den Fans verhält sich Schweinsteiger nicht gerade respektvoll. Nach dem Südafrikaspiel sagte er: „Das war doch nur ein Freundschaftsspiel. Wenn es um Punkte geht, bin ich auch wieder motiviert. Ich freue mich mehr auf solche Spiele als auf die Freundschaftsspiele gegen irgendjemand. Da bist du auch motiviert.“

Dann wissen die Fans beim nächsten Mal gleich, dass sie von Schweini in Freundschaftsspielen nichts zu erwarten haben. Und auch Joachim Löw, der bekanntlich stets Wert auf „höchste Disziplin und Motivation“ legt, wird die Aussagen mit Interesse vernommen haben.

Es passt ins Bild, dass sich Schweinsteiger, anders als die restlichen Nationalspieler, mit Lob für den gegen Südafrika überragenden Özil auffällig schwer tat: „Es geht nicht um einzelne Spieler. Natürlich hat er ein schönes Tor gemacht und ordentlich gespielt. Aber ich weiß nicht, wie wir am Mittwoch spielen. Kann ja sein, dass wir mit einem flachen Mittelfeld spielen.“ Löw nach dem Südafrikaspiel zum gleichen Thema: „Ich gehe davon aus, dass Mesut wieder von Anfang an spielt.“

Löw, Ballack, Bierhoff, Gomez überschlugen sich vor Lob, nur Schweini nicht. Angst, den Platz räumen zu müssen? Mit seinen Leistungen jedenfalls hat Schweinsteiger sich zuletzt nicht aufgedrängt. Özil aber zeigte alles, was Schweini auch mal hatte: Tempo, Phantasie, Torgefahr. Aber vielleicht zeigt er das ja am Mittwoch. Da geht es wieder um was.

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