Viererkette: Bayern, wie weit ist es gekommen

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Die tz-Viererkette fordert wieder großkotzige und arrogante Stars, die es in P1 & Co. ordentlich krachen lassen.

München - Die tz-Viererkette aus Katrin Basaran, Astrid Kistner, Maria Zsolnay und Stefanie Thyssen kommentiert in ihrer Wochenend-Kolumne aktuelle Themen aus der Welt des Sports. Diesmal: Bayern-Stars und ihre Glamour-Pflichten.

Ungeheuerliches, so heißt es, soll sich unlängst vor dem P1 zugetragen haben. Der Türsteher soll einen Bayern-Star doch tatsächlich gefragt haben, ob er auf der Gästeliste stehe. Und dabei einen sehr geringschätzigen Blick aufgesetzt haben. So weit ist es also schon gekommen: Die Loser von der Säbener Straße haben auch im Münchner Nachtleben ausgespielt. Einst wurde den Kahns, Effenbergs und Baslers auf den Knien rutschend das Tor zu sämtlichen Clubs der Stadt weit geöffnet – und jetzt…?

Sind sich die Herren Möchtegern-Stars eigentlich ihrer Verantwortung bewusst? Der Bayern-Star hat schließlich die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, eine Menge zum unnachahmlichem Münchner Flair beizutragen. Er trug, muss man mittlerweile aber leider sagen. Nichts ist mehr so wie es mal war. Früher kreuzte Oliver Kahn auf einer Yacht vor St. Tropez, heute, so mussten wir entsetzt lesen, schippert Schweini mit seiner Sarah in einem Boot auf dem Chiemsee rum. Ja geht’s noch? Und was Herr Badstuber den ganzen Tag (nicht) macht, wollen wir lieber erst gar nicht wissen. Hey, aufwachen, ihr Bayern. Wir wollen wieder erfolgreiche, großkotzige und arrogante Stars. Einfach Leute, die man vorzeigen kann in München. Denn eins steht fest: Das Mitleid, das wir seit Jahren mit den Löwen haben, kriegt ihr nie.

Apropos Mitleid: Mit Uli Hoeneß hätten wir es am vergangenen Samstag fast gehabt. Was denkt er sich eigentlich dabei, wenn er sich mitten unter lauter Mainzer Narren auf die Tribüne setzt und dort im kollektiven Jubel wie ein Häufchen Elend kauert? Und auf dem Weg in die Kabine musste er sich auch noch den hämischen Blicken eines Fast-Kanzler-Kandidaten der SPD (Kurt Beck, glauben wir, heißt er) aussetzen.

Also Uli: Ab auf die Bank wieder mit dir. Dort wirst du gebraucht. Und wenn wir’s nur als gutes Omen und die Erinnerung an erfolgreiche Zeiten nehmen. Wir greifen nach jedem Strohhalm.

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