Er bekräftigt: 2015 ist Schluss

EM über Europa verteilt? Blatter ist dagegen 

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Joseph S. Blatter

Zürich - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter lässt sich trotz heftiger Kritik an seiner Person nicht von seinem Reformprozess abbringen und hat sich für die letzten drei Jahre seiner Amtszeit einiges vorgenommen.

Mehr Anteil für die Klubs am WM-Kuchen, klare Absage an die Pläne von Michel Platini und Abschied im Jahr 2015: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter lässt sich trotz heftiger Kritik an seiner Person nicht von seinem Reformprozess abbringen und hat sich für die letzten drei Jahre seiner Amtszeit einiges vorgenommen.

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) machte der 76-Jährige auch deutlich, dass er sich eine größere Beteiligung der Klubs an den Milliarden-Einnahmen des Weltverbandes bei der Vermarktung der Weltmeisterschaften durchaus vorstellen kann: „Es wird darüber eine Diskussion hinsichtlich der WM 2018 geben, und wir sind offen - persönlich bin ich sehr offen - für eine Diskussion, in der wir prüfen könnten, wie wir politisch den Vereinen mehr Macht geben und wirtschaftlich die Anwesenheit großer Spielern bei WM-Turnieren anerkennen.“

Für die WM 2010 in Südafrika hatten die 400 Klubs aus 55 Mitgliedsverbänden, die 736 Spieler für die Endrunde abgestellt hatten, Anteile an den ausgeschütteten gut 30 Millionen Euro erhalten. Der deutsche Rekordmeister Bayern München hatte dabei knapp 600.000 an Abstellungsgebühr durch die FIFA eingestrichen.

Bei der WM 2014 in Brasilien will die FIFA sogar mehr als 50 Millionen Euro verteilen. Hinzu kommt die Spieler-Versicherung, die die FIFA auf dem letzten Kongress im Mai in Budapest verabschiedet hatte. Die Versicherungs-Höchstsumme pro Spieler, die an den Verein gezahlt wird, ist mit 9,7 Millionen US-Dollar gedeckelt. Die Kosten der FIFA für die Spielerversicherung beläuft sich auf rund 60 Millionen Euro (75 Millionen US-Dollar).

Klar ist für Blatter, dass er nach vier Amtszeiten als FIFA-Chef 2015 Schluss macht: „Ja, ich habe es gesagt, das ist die letzte Amtszeit.“ Nicht umsetzbar ist für den Eidgenossen der Plan des französischen UEFA-Präsidenten Michel Platini, die Spieler der EURO künftig über ganz Europa verteilt stattfinden zu lassen. „In 30 Ländern spielen zu wollen, das ist für mich nicht rational“, betonte Blatter im SID-Interview. Eine Aufstockung der WM-Endrunde auf mehr als 32 Teilnehmerländer ist für den FIFA-Chef auch nicht durchführbar.

Der FIFA-Boss könnte sich aber seinen einstigen Ziehsohn Platini durchaus als seinen Nachfolger vorstellen, warnt allerdings „Platoche“: „Wenn er den Sprung von der UEFA zur FIFA wagt, dann muss er den Fußball in einer anderen Dimension betrachten. Es ist viel leichter, die UEFA zu führen, weil sie reich ist, weil sie alles hat, was sie benötigt.“

Ein Problem hat Blatter mit der heftigen deutschen Kritik an seiner Person. Der Walliser sprach von einer „deutsch-britischen Allianz“. „Aber was soll“s! Man muss damit leben. Man muss warten und die Zeit vergehen lassen. Fußball ist halt eine Leidenschaft, Fußball macht verrückt„, äußerte Blatter.

Dennoch erhält sein Freund Franz Beckenbauer Rückendeckung vom FIFA-Präsidenten. Der `Kaiser“ hatte sich als Chef der FIFA-Fußball-Kommission für die Abschaffung der Dreifach-Bestrafung beispielsweise bei Notbremsen im Strafraum (Rote Karte, Elfmeter und Sperre) eingesetzt. Blatter: „Fouls müssen überall auf dem Spielfeld gleich behandelt werden, wenn ein Foul im Strafraum begangen wird und nur eine Gelbe Karte wert ist, dann soll es auch nur eine Gelbe Karte dafür geben und keine Rote Karte. Wenn der Torwart einen Spieler weit vor Torlinie berührt, ist das eine Gelbe Karte, keine Rote Karte. Ich bin gegen eine dreifache Bestrafung.“

sid

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