Financial Fairplay im Fokus

Lösung für den Finanzwahn im europäischen Fußball? So funktioniert die neue UEFA-Steuer

Fußballarena im Flutlicht: Die UEFA sorgt sich um das Ballfieber-Spektakel in Europa (Symbolbild)
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Fußballarena im Flutlicht: Die UEFA sorgt sich um das Ballfieber-Spektakel in Europa (Symbolbild).

Das Financial Fairplay im europäischen Fußball erscheint reformbedürftig. Die UEFA plant offenbar eine Anpassung der Regularien - und blickt dabei nach Nordamerika.

Nyon - UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin (53) soll das aktuelle Financial Fairplay Modell für „nicht mehr zweckmäßig“ halten. Als Vorbild sieht er nun die amerikanische Major League Baseball (MLB). Das berichtet die englische Zeitung Telegraph. Dieses Modell soll den Verantwortlichen ermöglichen, in Echtzeit – statt wie bisher üblich im Nachhinein – auf etwaige Verstöße gegen das Financial Fairplay reagieren zu können. Zudem geht es um die Einführung einer Luxussteuer.

UEFA und Financial Fairplay: Luxussteuer wie in der MLB könnte die Lösung sein

In der MLB läuft es so: Bei Überschreitung des festgelegten Schwellenwerts müssen Teams einen Prozentsatz ihrer Mehrausgaben als Strafe zahlen. Dieser erhöht sich, wenn der Wert in der Vergangenheit bereits überschritten wurde. Die New York Yankees haben seit 2003 rund 350 Millionen Dollar an Luxussteuer, die offiziell „Wettbewerbsausgleichssteuer“ genannt wird, gezahlt. Die mögliche Luxussteuer der UEFA, die einen anderen Namen bekommen soll, berücksichtige neben den Ablösesummen und Spielergehältern auch die Berater-Honorare. Vor jeder Saison müssten die Vereine die Kosten für jeden Spieler angeben und eine Kader-Liste vorlegen.

Zuletzt sorgte der spektakuläre und mega-finanzträchtige Wechsel von Lionel Messi* zu Paris St. Germain für Aufsehen:

Financial Fairplay: UEFA beschäftigt sich mit Ausgabenobergrenze

Bei Verstößen könnte die UEFA* Spieler für die internationalen Bewerbe aus dem Kader streichen. Damit würde die Ausgabenobergrenze wieder stimmen. Der „Telegraph“ berichtet zudem von zwei möglichen Obergrenzen. Eine, die sich ausschließlich auf die Kaderkosten konzentriert und eine andere, die sich mit dem Gesamtkapital eines Vereins beschäftigt. Die UEFA soll überzeugt von der Idee sein. Damit soll die Kluft zwischen reichen und weniger wohlhabenden Vereinen geschlossen werden.

FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer erklärte kürzlich*, wie er die UEFA-Pläne einer neuen Luxussteuer bewertet. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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