Ukraine: Protest gegen Hundetöter zeigt Wirkung

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Zwei Hunde streunen in einer Küche in Hostomel vor Kiew

Köln - Die weltweiten Proteste gegen die grausame Tötung der ukrainischen Straßenhunde zeigen Wirkung. Nun haben auch die großen Sponsoren öffentlich ihre Besorgnis geäußert.

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Auf dem Foto kuscheln Boomy und Stevie, ein kleiner weißer Hund und ein blinder Kater. Darunter steht in blutroten Buchstaben: „Stop killing our friends in the Ukraine - hört auf, unsere Freunde in der Ukraine zu ermorden“. Hunderte dieser Fotos kann man dieser Tage im Internet finden, bildhafter Ausdruck der immer gewaltiger werdenden Protestwelle gegen die brutale Tötung der ukrainischen Straßentiere auf dem Weg zur Euro 2012.

Diese Stars ziehen sich für Tiere aus

Die Weltweite Kampagne zum Schutz für Tiere lockt regelmäßig Prominente vor die Kamera. Für die Tierschutzorganisation PETA lassen sie die Hüllen fallen. Zum Beispiel  Schauspielerin Alexandra Kamp für die Aktion „Rettet die Robben“. © Marc Rehbeck für PETA
Daniela Katzenberger ließ 2011 die Hüllen fallen. © Marc Rehbeck  / PETA
Hier ein weiteres Motiv © Marc Rehbeck  / PETA
Das östereichische Tattoo-Model Sandy P. Peng © PETA
Olympia-Schwimmerin Amanda Beard posiert für die Aktion „Lieber nackt als Pelz“. © SebreePhoto.com
Joanna Krupa warb schon mehrmals für PETA. Sie ist sehr engagiert. © PETA
Schauspielerin Pamela Anderson. Das Bild gab es als Telefonkarte. © PETA
Buchautorin Ariane Sommer lässt sich für PETA ablichten. © Sylvie Blum
Schauspielerin Cosma Shiva Hagen setzt sich seit Jahren für Tiere in Not ein. © GABO für PETA
Joanna Krupa zog sich schon mehrmals für PETA aus. Diesmal protestiert die Kirche wegen Missbrauch von christlichen Symbolen. © PETA
Die Macher der Kampagne sind sehr kreativ. Hier lassen sie sich vom 50er Jahre-Stil inspirieren. Das Bild zeigt  Bettina von der Gruppe „Suicide Girls“. © 
Auch die, inzwischen verstorbene Anne Nicole Smith setzte sich bei PETA für Tiere ein. Sie posierte wie Marilyn Monroe. © Robert Sebree
Das australische Model Imogen Bailey wurde  für die Aktion „Hände weg von Hasen!“ fotografiert. © Rodney Evans , All Angles Photography
„Suicide Girl“ Coley. © PETA
Rocklady Doro Pesch mag kein „echtes Leder“ tragen. © Marc Rehbeck
Schauspielerin Eva Mendes scheut sich nicht für Tiere die Hüllen fallen zu lassen. © Don Flood
Schauspielerin Franka Potente und Sänger Bela B. für PETA. © Olaf Heine / Upfront
Playmate Janine Habeck posiert  für die Aktion „Hände weg von den Hasen!“ © Marc Rehbeck
Model Keeley Hazell fühlt sich ohne Pelz wohler. © PETA
Das „Suicide Girl“ Fynne ist lieber tätowiert, als das sie Nerz trägt. Name der Kampagne „Ink not Mink!“. © PETA
Playmate Holly Madison zieht sich auch für PETA aus. © Christopfer Amerusoso
Fotomodell CARRÉ OTIS ist Vegetarierin. © PETA
Auch die deutsche Schwimmerin Antje Buschschulte graut die Vorstellung, auf einem Teller zu landen. © Marc Rehbeck
Pornodarstellerin Jenna Jameson präsentiert sich hier für den guten Zweck. © Gavin Bond
Model Joanna Krupa © www.sebreePhoto.com
Auch Männer ziehen sich für PETA aus: Das Bild zeigt LINKIN PARK - Sänger Chester Bennington. © PETA
Schauspielerin Lisa Fitz räkelt sich als Meerjungfrau. © PETA
Schauspielerin Nia Long wird für PETA nackt in der U-Bahn fotografiert. © PETA
Die Gruppe „No Angels“ zieht sich für die Kampagne „Lieber nackt als Pelz“ aus. © Marc Rehbeck
Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich © Carlos Anthonyo
Deutschlands bekanntester Transvestit „ Olivia Jones “ zeigt sich sehr freizügig. © Carlos Anthonyo
Miss Eurasia Mia Gray posiert für die Aktion „Lieber nackt als im Pelz!“ © Marc Rehbeck
Twilight-Star Christian Serratos ist eine der jüngern Schauspieler, die sich für PETA entkleiden. © Nick Saglimbeni / Slickforce Studios
Die Gruppe „Rick´s Cabaret“ nutzt die Chance auf das Unrecht gegenüber Tieren aufmerksam zu machen. © PETA
Die gesamte Gruppe „Suicide Girls“ beteiligte sich an der Aktion. Hier die blonde Rigel. © PETA
„Harte Schale, weicher Kern!“ Der ehemalige Basketball-Star zeigt seine Tatoos um auf das Leid der Nerze aufmerksam zu machen. © Ian Brooks
Schauspielerin Charlotte Ross in der Kampagne „Finger weg von Hasen“. © PETA
Schauspielerin Sadie Frost ist ihren vier Kindern ein gutes Beispiel. Sie macht auf die Quälerei an Tieren aufmerksam. © Bryan Adams
Aus der MTV-Serie „Jackass“ ist Steve-O bekannt. Im wahren Leben setzt er sich gerne für Tiere ein. © Bree Kristel Clarke
Auch Suicide-Girl Taye zeigt ihre Tattoos für PETA. © PETA
Vegetarismus ist aktiver Tierschutz. Das behaupten Stars wie Ariane Sommer . © Sylvie Blum
Peperoni haben nicht nur leuchtende Farben. Sie taugen auch  als Mittel bei Erklältung und für romantische Schäferstündchen. Die australische Schauspielerin Sophie Monk präs entiert die rote Pracht. © SebreeFoto.com
Sängerin Concetta Kirschner, besser bekannt als Rapperin „ Princess Superstar“. © Justin Borucki
Moderatorin Kerstin Linnartz möchte nicht auf dem Teller landen. © PETA
Pamela Anderson zeigt, wie sexy Gemüse sein kann. © PETA
Model Hana Nitsche © Antoine Verglas
Brigitte Nielsen (50) © obs/PETA Deutschland e.V./Paul Schirnhofer für PETA

Und die Macht der Massen zeigt Wirkung. Nach Mahnwachen und Schweigemärschen in europäischen Metropolen wie Berlin, Wien und Zürich, dem via Facebook organisierten Aufschrei von einer halben Million Menschen auf dem Internetportal thepetitionsite.com und einem offenen Brief von Frankreichs prominentester Tierschützerin Brigitte Bardot an den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch gibt es endlich eine erste Reaktion. Der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asamow hat die Städte und Kommunen des Landes aufgefordert, die Tötungsaktionen zu beenden und Tierquäler hart zu bestrafen.

Damit diese Forderung auch umgesetzt wird, gehen die Protestaktionen im Internet weiter. Die Hauptsponsoren der Euro 2012, unter anderem adidas, McDonald's, Coca-Cola und Canon, werden aufgefordert, ihre Stimme für die ukrainischen Straßentiere zu erheben. Die Facebook-Gruppe „Zentrale Infostelle im Kampf gegen das Töten für die EM 2012 in Ukraine!“ hat die Tierschützer zu einer Demonstration vor dem adidas Flagship Store auf der Frankfurter Zeil aufgerufen, am 17. Dezember ist eine große Demonstration in der Kölner Innenstadt geplant.

Die Sponsoren haben reagiert. „Wir verfolgen die Berichterstattung über die Vorgehensweise in der Ukraine selbstverständlich mit großer Besorgnis und haben dies auch der UEFA gegenüber zum Ausdruck gebracht“, heißt es bei McDonald's: „Wir haben unsere Ansprechpartner mit Nachdruck gebeten, hier auf die Regierung der Ukraine Einfluss zu nehmen. Ich versichere Ihnen, dass wir in dieser Sache weiterhin mit Nachdruck Lösungen einfordern werden.“

Coca-Cola „setzt sich für den Tierschutz und eine rechtmäßige Behandlung von Tieren ein. Wir stehen im engen Austausch mit der UEFA.“ Bei Canon ist man „sehr betroffen über die Vorkommnisse in der Ukraine“ und hat „die UEFA bereits unmittelbar kontaktiert“. Adidas begrüßt die Ankündigung der ukrainischen Behörden, „die Tötung von Hunden sofort zu stoppen und gesetzlich zu verbieten. Wir freuen uns sehr darüber und hoffen auf erfolgreiche Umsetzung!“

Dass die Ukraine Wort hält und das Töten der Straßenhunde wirklich einstellt, glaubt die weltweit operierende Tierschutz-Organisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) nicht. Gerade ist ein PETA-Team aus Kiew zurückgekehrt und hat von weiteren Gräueltaten berichtet. Trächtigen Hündinnen werden ihre Welpen aus dem Leib geschnitten, weil die Behörden nach wie vor eine Kopfprämie von 25 Euro pro getötetem Tier ausloben. Die zuckenden Hundeleiber werden in einer Strichliste erfasst und dann bei lebendigem Leib in ein mobiles Krematorium geworfen.

„Die Tötungen gehen weiter, jetzt in diesem Moment“, sagt Carola Schmitt, Kampagnenleiterin bei PETA. Dabei werde unter anderem ein Mittel namens Ditilin eingesetzt, das ähnlich wie das Pfeilgift Curare wirkt. Ditilin führt zur allmählichen Lähmung der Muskeln, was zur Bwegungsunfähigkeit führt. Die reglosen Körper werden dann ins Feuer geworfen, was die Tiere bei vollem Bewusstsein erleben.

In der Ukraine leben etwa eine halbe Million heimatloser Hunde. Die konsequente Umsetzung eines „Neuter and Release“-Programms, das unter anderem die UEFA finanziell unterstützt, kann die Population nachhaltig senken. Dieses Konzept beinhaltet die Kastration und tierärztliche Versorgung der Tiere sowie das anschließende Wiederaussetzen im vertrauten Revier. Unter anderem belegt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer vielbeachteten Studie „Guidelines for Dog Population Management“, dass nur diese Methode die Überbevölkerung von heimatlosen Tieren nachhaltig eindämmen kann.

sid

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