Verfolgerduell: Gladbach gegen Hoffenheim auf Rekordjagd

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Gladbach-Coach Lucien Favre warnt vor den Hoffenheimer Kontern. Foto: Peter Steffen

Frankfurt/Main (dpa) - Zum Geburtstag hätte Lucien Favre sich wohl lieber einen anderen Gegner gewünscht. "Seit ich hier Trainer bin, ist es immer schwierig, gegen Hoffenheim zu spielen", sagte Borussia Mönchengladbachs Coach vor dem Liga-Spitzenspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim.

Dabei hat der fast 57 Jahre alte Schweizer auch die bescheidene Bilanz gegen die Kraichgauer im Hinterkopf: Von 15 Pflichtspielen konnten die Gladbacher nur zwei gewinnen, von den letzten sechs Partien nur eine.

Allerdings wandelt der Borussen-Trainer auch auf den Spuren von Hennes Weisweiler. Auf dem Weg zur Einstellung eines Uralt-Rekords soll für den Schweizer mit Borussia Mönchengladbach nun auch der Angstgegner nicht zum Stolperstein werden. Holt die Elf vom Niederrhein im Duell der noch unbesiegten Bayern-Verfolger auch nur einen Punkt, bleibt sie auch im 17. Pflichtspiel der Saison ohne Niederlage - und würde die Bestmarke der Fohlen aus der Saison 1970/71 unter dem legendären Trainer Weisweiler einstellen. Für Favre ist dies eher Nebensache. "Der Geburtstag ist genauso wenig wichtig wie der Rekord."

Im DFB-Pokal entledigten sich beide Mannschaften am Mittwoch souverän ihrer Zweitrunden-Aufgaben. Die Borussia ließ beim 2:1 (1:0) bei Eintracht Frankfurt fast schon einen Klassenunterschied aufkommen, Hoffenheim deklassierte den Zweitligisten FSV Frankfurt mit 5:1 (2:0). "Es ist toll, in der Konstellation hinzufahren, dass man am 10. Spieltag noch ungeschlagen ist und auf eine Mannschaft trifft, die noch viel länger ungeschlagen ist", sagte Hoffenheims Profichef Alexander Rosen. "National wird ein großer Fokus auf der Partie liegen. Das ist schön für uns, darauf freuen wir uns."

Mit dem Blick auf die Bilanz können die Kraichgauer mit breiter Brust an den Niederrhein fahren. "Wir freuen uns auf Gladbach und werden mit voller Energie dorthin fahren", kündigte 1899-Coach Markus Gisdol an. Die kommenden Wochen werden für sein Team zum Gradmesser. "Wie weit wir als Mannschaft sind, werden die nächsten Partien zeigen. Nach Gladbach kommen ja auch noch die Bayern, Dortmund und Leverkusen. Das sind richtig dicke Bretter."

Dass es Schlag auf Schlag geht, sind die Gladbacher bereits seit Saisonbeginn gewohnt. Bundesliga, DFB-Pokal, Europa League - es bleibt fast keine Zeit, die stolze Erfolgsserie zu genießen. Doch bislang steckt der Tabellenzweite die Dreifachbelastung ohne Verschleißerscheinungen weg, lässt sich durch die notwendige Rotation nicht aus dem Rhythmus bringen. Abwehrchef Martin Stranzl sprach nach dem Sieg in Frankfurt deshalb auch nicht von einer "Borussen-Elf", sondern vielmehr von einer "Borussen-18 oder -20." In 16 Pflichtspielen schickte Favre bislang 16 verschiedene Startformationen ins Rennen.

Trotz aller Euphorie und Lobeshymnen sehen sich jedoch weder Gladbach noch Hoffenheim bereits in der Rolle des Bayern-Jägers. "Wir sind noch kein Spitzenteam, aber da wollen wir hinkommen", sagte Hoffenheims Abwehrspieler Niklas Süle. "Es sind gerade erst neun Bundesligaspiele absolviert. Schon jetzt davon zu reden, wir seien eine Spitzenmannschaft, ist etwas früh", meinte Stranzl.

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