Jetzt ist es offiziell

Van Marwijk wird neuer HSV-Trainer

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Bert van Marwijk soll den HSV wieder in die Erfolgsspur führen.

Hamburg - Lambertus „Bert“ van Marwijk wird neuer Trainer des Bundesligisten Hamburger SV. Das gab der Klub am Montag offiziell bekannt.

Der frühere niederländische Nationaltrainer Bert van Marwijk wird wie erwartet neuer Trainer beim Hamburger SV. Eine Woche nach der Trennung von Thorsten Fink stimmte der Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten am Montag van Marwijks Verpflichtung zu. Der 61-Jährige Fußball-Lehrer soll einen Vertrag bis 2015 erhalten und am Mittwoch in der Hansestadt vorgestellt werden. Dies teilte der HSV am Montagabend auf seiner Internetseite mit.

„Wir freuen uns darüber, dass wir mit van Marwijk einen Trainer für den HSV gewinnen konnten, der über große Erfahrung verfügt und seine Kompetenz mehrfach unter Beweis gestellt hat“, sagte Sportchef Oliver Kreuzer über den Fink-Nachfolger. Der neue HSV-Trainer soll ein geschätztes Gehalt von 1,4 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Der ehemalige Bondscoach bringt seinen Landsmann Roel Coumans als Co-Trainer mit an die Elbe. Die von ihm ebenfalls angestrebte Beratertätigkeit von Welt- und Europameister Andreas Möller lehnte die HSV-Führung hingegen ab.

Van Marwijk hat in Deutschland von 2004 bis 2006 Borussia Dortmund trainiert und führte die Auswahl der Niederlande 2010 in Südafrika in das dann verlorene WM-Finale gegen Spanien. Vor einem Jahr trat er vorzeitig von seinem Posten zurück, nachdem die Mannschaft des Vizeweltmeisters bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine schon in der Vorrunde ausgeschieden war.

Die schnellsten Trainerentlassungen seit 1999

Bundestrainer, wie aktuell Joachim Löw, sitzen in der Regel fest im Sattel. Schwerer haben es da die Bundesliga-Trainer. Besonders wenn die ersten Spiele verloren gehen, wird der Coach meist als erstes hinterfragt. Sehen Sie hier die Trainerentlassungen seit 1999 und in welcher Situation sie den Verein verlassen mussten. © getty
1999/2000: Jörg Berger, Eintracht Frankfurt, 17. Spieltag, 18. Platz, 9 Punkte. © getty
2000/01: Andreas Zachhuber, Hansa Rostock, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © getty
2001/02: Frank Pagelsdorf, Hamburger SV, 6. Spieltag, 12. Platz, 5. Punkte. © getty
2002/03: Andreas Brehme, 1. FC Kaiserslautern, 3. Spieltag, 16. Platz, 1 Punkt. © dpa
2003/04: Armin Veh, Hansa Rostock, 8. Spieltag, 14. Platz, 5 Punkte. © dpa
2004/05: Jupp Heynckes, Schalke 04, 4. Spieltag, 17. Platz, 3 Punkte. © dpa
2005/06: Klaus Augenthaler, Bayer Leverkusen, 4. Spieltag, 12. Platz, 4 Punkte. © getty
2006/07: Peter Neururer, Hannover 96, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © dpa
2007/08: Petrik Sander, Energie Cottbus, 6. Spieltag, 18. Platz, 2 Punkte. © getty
2008/09: Jos Luhukay, Borussia Mönchengladbach, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2009/10: Jörn Andersen, FSV Mainz 05, vor Saisonbeginn, nach der Pleite im DFB-Pokal gegen Lübeck. © dpa
2010/11: Christian Gross, VfB Stuttgart, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2011/12: Michael Oenning, Hamburger SV, 6. Spieltag, 18. Platz, 1 Punkt. © getty
2012/13: Felix Magath, Vfl Wolfsburg, 8. Spieltag, 18. Platz, 5 Punkte © dpa

Im DFB-Pokal-Heimspiel am Dienstag gegen Zweitliga-Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth soll noch Interimscoach Rodolfo Cardoso das Team des Tabellen-16. betreuen. Cardoso saß bereits am vergangenen Samstag bei der 0:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen auf der Bank.

Fink-Nachfolger van Marwijk soll erst nach der Zweitrunden-Pokalpartie vorgestellt werden. Alles andere hätte noch mehr Unruhe vor dem für den klammen Verein auch finanziell wichtigen Wettbewerb gebracht. „Der Gegner ist nicht leicht“, gab Cardoso zu bedenken. „Für uns ist das Spiel eine ganz wichtige Sache. Es geht um viel Geld.“ Für den Einzug ins Achtelfinale kämen mit mindestens einer halben Million Euro dringend benötigte Einnahmen in die leere Vereinskasse.

Van Marwijk trifft im Hamburg auch auf Rafael van der Vaart. Der HSV-Kapitän begrüßte seinen Landsmann schon mit warmen Worten, auch wenn beide im Nationalteam nicht immer gut miteinander zurechtkamen. Gegen Fürth muss van der Vaart nach schlechten Liga-Auftritten gegen Dortmund (2:6) und Bremen beweisen, dass der HSV Erstliga-tauglich ist und er selbst die Bezeichnung Führungsspieler verdient. Zumal beim HSV Tomas Rincon (Kieferbruch) ausfällt. Milan Badelj und Maximilian Beister sind angeschlagen.

dpa

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