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Umstrittene Kontrollinstanz

Videobeweis in der Bundesliga: DFB kündigt Änderungen an 

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DFB-Videochef Jochen Drees steht zu der Technik.

Die Schiedsrichter-Bosse wähnen sich in der Bundesliga mit dem umstrittenen Videobeweis auf dem richtigen Weg. Allerdings sehen sie Optimierungsbedarf.

Berlin - Der Videobeweis sorgt in der Fußball-Bundesliga weiter für Ärger und Frust, dennoch ist die Kontrollinstanz für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) alternativlos. Vor dem Start der Rückrunde am Freitag kündigten die Schiedsrichter-Bosse allerdings einige Veränderungen an: Die Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Video-Assistenten soll verbessert werden.

"Wir werden den Video-Assistenten behalten. Die großen Verbände FIFA und UEFA setzen verstärkt auf ihn. Es geht nun darum, wie wir ihn besser einsetzen", sagte DFB-Videochef Jochen Drees in Berlin und sprach von einem langfristigen Lernprozess, dem sich der DFB stellen will. Auf internationaler Ebene soll der Videobeweis nun etwa auch schon früher als geplant in der Champions League eingesetzt werden.

Auch in der abgelaufenen Bundesliga-Hinrunde hatte der zur Saison 2016/17 eingeführte Videobeweis wieder jede Menge Streitfälle ausgelöst - vor allem auch wegen der heiß diskutierten Handspiel-Entscheidungen - dennoch fiel beim DFB das Zwischenfazit positiv aus: "Ich bin mit der Leistung der Video-Assistenten in der Hinrunde weitgehend zufrieden. Es gab natürlich Fälle, die strittig waren. Daran wollen wir arbeiten", so Drees.

DFB sieht Optimierungsbedarf

Optimierungsbedarf sehen die Schiedsrichter-Bosse vor allem bei der Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistenten. "Wir sind dabei, die Qualität zu verbessern", sagte Drees über die Kommunikation: "Bislang sagt jeder noch das, was er denkt."

Dabei geht es um die kniffligen Phasen im Stadion nach umstrittenen Situationen und Entscheidungen, wenn der Video-Assistent eingreift und der Schiedsrichter sich über Funk mit ihm austauscht. "Man kann sagen, dass die Kommunikation prägnanter und reduzierter werden soll", sagte Drees.

Im Idealfall soll der Schiedsrichter seine Entscheidung kurz nach Köln kommunizieren, dort arbeitet der Video-Assistent unter Hochdruck am Bild, kann bei Spitzenspielen Bilder von 21 Kameras einsehen. Probleme gebe es dabei, die Unterbrechungen für die Fans mit Sequenzen auf der Leinwand transparenter zu machen. "Dafür sind die technischen Voraussetzungen in den Stadien zu unterschiedlich", meinte Drees.

In der zurückliegenden Hinrunde haben die Video-Assistenten insgesamt 37 Fehlentscheidungen ihrer Kollegen korrigiert. Die Anzahl sei rückläufig, bestätigte Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich. Generell soll der Video-Assistent nur eingreifen, wenn die strittige Situation des Schiedsrichters "klar und offensichtlich falsch" sei. "Unser Anspruch muss es sein, dass die Situation auf dem Feld richtig wahrgenommen wird", betonte Fröhlich.

Einsatz von Ex-Profis? DFB rudert zurück

Nicht geplant sei es, frühere Profis in den Prozess des Videobeweises zu integrieren. Zwar sei der Austausch mit ihnen wichtig und der Kontakt bestehe auch, wie Drees betonte, "ich halte es aber für völlig ausgeschlossen, einen Ex-Spieler in die Arbeit in Köln einzubinden", betonte Drees. Ein langjähriger Stürmer hätte da eine völlig andere Sichtweise als etwa ein ehemaliger Verteidiger.

Wie die Schiedsrichter müssen sich auch die Video-Assistenten beim DFB einer ständigen Kontrolle unterziehen und werden nach jedem Spiel bewertet. Handelt es sich bislang in der Regel um ehemalige Schiedsrichter, werde das Personal in Zukunft laut Drees besser vorbereitet. "In den nächsten Jahren wird es passieren, dass wir immer mehr spezialisierte Video-Assistenten bekommen", prophezeite der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter.

Bereits vor der aktuellen Saison gab es einige Änderungen im Bezug auf den Videobeweis.

SID

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