Skandalelfmeter

Hannover 96 für Nachbesserungen beim Videobeweis - DFB räumt Fehler ein

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Der Mainzer Daniel Brosinski trifft zum 1.1 per Elfmeter.

Die Verantwortlichen des Bundesligisten Hannover 96 fordern vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) Nachbesserungen beim Streitthema Videobeweis.

Hannover - "Die Verantwortlichen sollten die Saison vollumfänglich analysieren. Es müssen reproduzierbare Entscheidungen kommen. So wie es jetzt läuft, ist es nicht akzeptabel", sagte Klubchef Martin Kind im NDR-Sportclub.

Noch deutlicher wurden Manager Horst Heldt und Trainer Andre Breitenreiter, die ihrem Frust über den Einsatz des technischen Hilfsmittels nach dem Aufreger-Spiel am Sonntag beim FSV Mainz 05 (1:1) Luft machten. Dabei kam der Videobeweis dreimal zum Einsatz, zweimal waren die Entscheidungen äußerst umstritten.

Heldt: "Das ist nicht mehr nachvollziehbar.“

"Es geht mir nicht um den Schiedsrichter, der etwas falsch bewertet. Das passiert. Was nicht funktioniert, ist der Ablauf der Korrektur", sagte Heldt: "Das ist nicht mehr nachvollziehbar. Die auf dem Platz - der Schiri und die Spieler - sind die Ärmsten. Ich mache dem System einen Vorwurf."

Breitenreiter zeigte sich "wütend und total frustriert" - vor allem aufgrund der Foulelfmeter-Entscheidung gegen Hannover, die zum Ausgleich für den FSV führte (89.).

"So können wir den Videobeweis abschaffen. So macht es keinen Sinn, einen Assistenten einzusetzen, der für Gerechtigkeit sorgen soll", äußerte der Trainer: "Wenn solche Dinge nicht gesehen werden, stellt sich die Qualitätsfrage. Ich erwarte, dass der Video-Assistent das sieht - wir haben doch angeblich die besten Schiedsrichter der Welt."

Verzicht auf einen Eingriff durch den Video-Assistenten ein Fehler

Nachträglich bestätigte der DFB am Montag Heldts und Breitenreiters Bewertung der Szene vor dem Mainzer Ausgleich. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent, bezeichnete auf der DFB-Homepage den Verzicht auf einen Eingriff durch den Video-Assistenten als Fehler: Der Strafstoß sei "regeltechnisch falsch" gewesen und außerdem sei es "unbedingt notwendig gewesen, dem Schiedsrichter die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild von diesem Zweikampf zu machen", sagte Drees und verwies auf problematische Kommunikation.

DFB-Kontrollausschuss hat Ermittlungen gegen Heldt eingeleitet

Direkt im Anschluss an die Partie waren Heldt, Breitenreiter und die Profis wie Niclas Füllkrug ("Ein Skandal") noch wesentlich aufgebrachter. Erst nach Gesprächen mit Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) in dessen Umkleide beruhigten sich die Gemüter etwas.

Der DFB-Kontrollausschuss hat als Folge der heftigen Schelte Ermittlungen allein gegen Heldt eingeleitet. Im ersten Schritt wurde er schriftlich um eine Stellungnahme gebeten.

Übrigens: Nach einem offenen Brief an DFB-Chef Reinhard Grindel zeigten die „Freunde der Nationalmannschaft“ Max Stillger die gelbe Karte – jetzt flog er komplett raus.

SID

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