Premier League

Vor Topduell gegen Man City: Liverpool wirkt müde

Jürgen Klopp
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Hängt mit dem FC Liverpool derzeit etwas durch: Trainer Jürgen Klopp.

Gerade scheint der FC Liverpool die Krise überwunden zu haben, schon setzt es die nächste Heimniederlage. Die Erschöpfung bei Englands Fußballmeister kommt zur Unzeit. Denn am Sonntag ist der Tabellenführer an der Anfield Road zu Gast.

Liverpool (dpa) - Ausgerechnet vor dem Spitzenspiel gegen Manchester City wirkte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp ziemlich ratlos. Im strömenden Regen musste er die zweite Heimpleite des englischen Fußballmeisters in Folge erklären.

«Ich habe heute Abend ein müdes Team gesehen», resümierte Klopp nach dem 0:1 (0:1) gegen Brighton und rang am BBC-Mikrofon um Worte. Der Rückstand auf den Rivalen Manchester wächst. City-Star Ilkay Gündogan hat die Reds trotzdem noch nicht abgeschrieben. «Liverpool ist jederzeit in der Lage, wieder eine langanhaltende Siegesserie zu starten», warnte der deutsche Nationalspieler vor dem mit Spannung erwarteten Topduell.

«Es reicht, wenn man auch nur zwei oder dreimal strauchelt. Und schon kann ein Konkurrent wie Liverpool wieder sehr nahe an uns dran sein», sagte Gündogan der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorsprung seiner Citizens auf die Reds beträgt vor dem Aufeinandertreffen komfortable sieben Punkte, wobei Liverpool sogar ein Spiel mehr absolviert hat.

Citys 2:0 (1:0)-Sieg beim FC Burnley war wettbewerbsübergreifend der 13. Sieg in Serie. Nach holprigem Saisonstart ist die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola mittlerweile Topfavorit auf die Meisterschaft. Von Straucheln keine Spur.

«Ich denke, dass wir die letzten Wochen sehr meisterlich gespielt haben», sagte Gündogan, der in Burnley Raheem Sterlings Tor zum 2:0 auflegte. «Aber am Ende geht es nicht darum, wer einen starken Januar oder Februar hatte, sondern wer, wenn die Füße noch schwerer werden, im Saisonendspurt ab April ebenfalls noch regelmäßig abliefern kann.»

Auf dem Papier spricht in Anfield am Sonntag viel für die Gäste aus Manchester. Liverpool hatte zuletzt häufig Ladehemmung vor dem Tor. Man City ist defensiv das stärkste Team der Liga und hat mit Abstand die wenigsten Gegentore kassiert (13 in 21 Spielen). «Die fliegen natürlich gerade», sagte Klopp mit gequältem Lächeln.

«Unsere Defensive macht diese Saison einen überragenden Job», meinte auch Gündogan und scherzte: «Vielleicht kassieren wir aber auch nur so wenig Gegentore, weil ich diese Saison offensiver spiele.» Der 31-Jährige, der einst mit Borussia Dortmund unter dem damaligen BVB-Coach Klopp Meisterschaft und DFB-Pokal gewann, hat mit seinen starken Leistungen maßgeblichen Anteil an Citys Erfolgsserie. In den letzten zehn Ligaspielen erzielte er selbst sieben Tore.

Eine Vorentscheidung in Sachen Titel sei Anfang Februar «definitiv noch nicht möglich», betonte Gündogan - gerade mit Blick auf den vollgepackten Spielplan für die englischen Topclubs. «Durch die enormen Belastungen und die hohe Taktung an Spielen müssen wir uns derzeit trotz unseres positiven Laufs immer wieder neu beweisen, und Siege sind auch gegen die vermeintlich schwächeren Teams nie sicher.»

Und Klopp? Der Meistermacher und FIFA-Welttrainer sah sich am Mittwoch wieder genötigt, trotz der inkonstanten Leistungen seiner Mannschaft die Ambitionen auf den Titel zu bestätigen. «Ich bin der Trainer von Liverpool, und weil ihr immer fragt und wir im letzten Jahr Meister waren, muss ich sagen: Ja, um Gottes Willen, wir wollen Meister werden.» Ein bisschen Sarkasmus war wohl auch dabei.

«Ja, wir wollen Meister werden», fügte Klopp ganz ernsthaft hinzu. «Aber dafür braucht man auch die Spiele, man braucht die Leistung dafür, und die haben wir gerade nicht.» Am Sonntag wäre der perfekte Zeitpunkt, um sie in Anfield wieder zu zeigen.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-296800/3

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