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Vorzeitig Meister? Klopp wiegelt ab

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BvB-Trainer Jürgen Klopp © ap

Dortmund - Wenn Leverkusen gegen Hoffenheim nicht gewinnt, dann könnte Borussia Dortmund in Mönchengladbach die siebte deutsche Meisterschaft seiner Klubgeschichte vorzeitig perfekt machen. Doch BvB-Trainer Klopp warnt.

Jürgen Klopp redet nicht über ungelegte Eier. Von Hochrechnungen, nach denen Borussia Dortmund am Ostersamstag vorzeitig als deutscher Fußball-Meister feststehen könnte, will der Trainer nichts wissen. Um die Konzentration seiner Spieler auf den Titelendspurt trotz des komfortablen Acht-Punkte-Vorsprungs auf Bayer Leverkusen hochzuhalten, bedient sich der 43-Jährige vor dem Gastspiel beim Tabellen-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach (18. 30 Uhr/Sky und Liga total!) eines Video-Clips des Internetportals Youtube mit Symbolcharakter. „Da findet man den Schlussspurt eines Radfahrers, der auf der Zielgeraden die Arme hochreißt.

Kult-Trainer! Echte Typen am Spielfeldrand

Das Rad gerät ins Schlingern, und es haut ihn voll auf die Fresse - und von hinten kommt einer. Er versucht das Fahrrad zu schieben, aber das geht nicht, weil er eine Acht im Vorderrad hat, und er kommt als guter Zweiter ins Ziel“, berichtete Klopp sichtlich amüsiert. Es ginge ihm nicht darum zu erzählen, „was alles noch Negetives passieren kann, es geht darum, dass wir die fantastische Saison ausreizen bis zum Schluss“. Außerdem, so Klopp, glaube er nicht an Punktverluste der Leverkusener im Spiel vorher (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen 1899 Hoffenheim. „Denn so, wie sich Hoffenheim in den letzten Spielen präsentiert hat, werden sie dort nichts gewinnen.“

Außerdem treffe der BVB auf einen Gegner, „der gegen den drohenden Ansturz in den Abgrund kämpft“. Für seine Mannschaft gehe es darum, in der anderen Richtung etwas zu erreichen. „Und wir werden feststellen, wer mehr Gier und Willen daraus entwickeln kann“, sagte Klopp. Nur ungern erinnert sich der Coach an das letzte Saisonspiel in Gadbach vor zwei Jahren, als der BVB gegen defensive Gastgeber über ein 1:1 nicht hinauskam und die Teilnahme an der Europa League verspielte. Diesmal, hoffe er auf „ein positives Erlebnis“. So wie die BVB-Fans. Am Samstag wird sich eine Blechkarawane durch das Ruhrgebiet in Richtung Niederrhein bewegen. Rund 20.000 BVB-Fans werden zum Borussia-Park nach Mönchengladbach reisen, um den möglichen großen Coup vor Ort zu erleben und zu feiern.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Begegnung aufgrund der Ausgangslage und der Anzahl der Gästefans als Spiel mit „erhöhtem Risiko“ eingestuft. Dass die Meisterschale demnächst in einer Vitrine in Dortmund stehen wird, ist selbst für die größten Pessimisten keine Frage mehr. Die Vergangenheit spricht für die Schwarz-Gelben. Denn findige Statistiker haben herausgefunden: Wann immer ein Team mit sieben Siegen in die Saison gestartet war, hieß der Meister am Ende Borussia Dortmund. Das traf auf Bayern München (1995/96) und den 1. FC Kaiserlautern (2001/02) zu. In der laufenden Saison war „Wegbereiter“ ausgerechnet der FSV Mainz 05, der ehemalige Klub von Klopp. Natonalspieler Mats Hummels glaubt wie sein Trainer nicht an eine Osterüberraschung.

„Leverkusen wird uns den gefallen nicht tun“, sagte er dem Fachmagazin kicker. Ohnehin wäre den Borussen eine Entscheidung eine Woche später im eigenen Stadion gegen den 1. FC Nürnberg (30. April) vermutlich viel lieber. Ob in Gladbach oder Dortmund: Eine ganze Region rüstet bereits für eine „Riesensause“, so Publikumsliebling und Stadionsprecher Norbert Dickel. Der „Held“ des Pokalfinales 1989 in Berlin ist überzeugt: „Wenn es dann so weit ist, dann geht in Dortmund der Punk ab.“ Die BVB-Youngster kennen die Mega-Partys nach den letzten drei Meisterschaften 1995, 1996 und 2002 nur vom Hörensagen. Doch allein die Kartenwünsche für das Saisonfinale sprechen Bände. Allein 400.000 Anhänger bemühten sich um ein Ticket für das letzte Saisonspiel am 14. Mai gegen Eintracht Frankfurt.

SID

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