Warnung an junge Spieler

Ein Viertel der Profis in der Schuldenfalle!

München - Gutes Geld verdient jeder Profi, damit umgehen können aber nur die wenigsten. Daher sorgt sich die Spielergewerkschaft VdV um die finanzielle Absicherung der Profifußballer in Deutschland.

Gutes Geld verdient jeder Profikicker, damit umgehen können aber nur die wenigsten. Daher sorgt sich die Spielergewerkschaft VdV um die finanzielle Absicherung der Profifußballer in Deutschland. Der Traum vom großen Geld erfülle sich nämlich nur für einen kleinen Teil. „Zehn Prozent aller Fußballer – und da reden wir wirklich nur von den Top-Profis – können vielleicht von sich behaupten, dass sie für später ausgesorgt haben. Rund ein Viertel aller Spieler hingegen hat am Ende der Karriere Schulden und damit große Sorgen. Der Rest hängt dazwischen, mit einer Komfortzone, die mal besser und mal schlechter ist“, sagte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Tageszeitung Die Welt. Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler vertritt die Interessen von rund 1200 Kickern.

Das Problem: Gerade den jungen Spielern werde viel zu oft vorgegaukelt, dass der Job als Fußballprofi auch eine Qualifikation für die Zeit nach der aktiven Karriere sei. Baranowsky dazu: „Die Spieler im U23-Bereich haben oft völlig falsche Vorstellungen vom Leben – insbesondere dem Berufsleben.“ Es sei ja legitim, dass 90 Prozent nach der Karriere im Bereich Fußball bleiben wollten. Das sei aber mathematisch schon mal schwierig, „weil die Jobs sehr begrenzt sind und zudem Qualifikationen erfordern, die hart erworben werden müssen. Das gilt es, den Spielern klarzumachen – und auch den Eltern. Es muss frühzeitig ein Plan B entwickelt werden.“

Schuld an der Misere sind seiner Meinung nach auch die Berater der Fußballer: „Im Großen und Ganzen geht es den meisten hauptsächlich darum, einen Transfer einzufädeln und dafür Provision zu bekommen. Wir sehen es oft bei Profis, die irgendwann nicht mehr vermittelbar sind, wie der Eifer der Berater nachlässt.“ Dann stünden die Jungs plötzlich allein da. „Jungs, die mal gut und umringt von Schulterklopfern waren, verspüren plötzlich eine große Leere“, so Baranowsky.

Und damit nicht genug: Nicht gerade wenige Berater gingen dann nicht mal mehr ans Telefon, die Konsequenzen daraus müssen die Spieler ganz allein tragen. „Da bricht für einige Spieler eine kleine Welt zusammen, weil sie geglaubt haben, dass die Beziehung zum Berater eine Freundschaft war“, so Baranowsky weiter. „Das ist ein Trugschluss.“ Wie der, wonach jeder Fußballprofi mit seiner ersten Unterschrift automatisch ausgesorgt hat.

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