EM-Qualifikation

Warnung vor Wales: Kuntz sieht bei U21 Verbesserungsbedarf

Stefan Kuntz
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Musste mit der deutschen U21 ein 1:1 im Test gegen Slowenien hinnehmen: Trainer Stefan Kuntz. Foto: Swen Pförtner/dpa

Wackel-Remis vor Wales-Ernstfall: Die deutsche U21 nimmt für das abschließende EM-Qualifikationsspiel nicht das erhoffte Erfolgserlebnis mit. Gegen die Briten wird Kuntz eine andere Formation aufbieten. Auch ein A-Nationalspieler ist zurück.

Braunschweig (dpa) - Diese Warnung kam Stefan Kuntz vor der Entscheidung um das EM-Ticket seiner U21 keineswegs ungelegen.

Das wacklige 1:1 im Test gegen EM-Gastgeber Slowenien mit drei Elfmetern und kuriosen Debüts soll beim deutschen Fußball-Nachwuchs vor dem Qualifikations-Ernstfall gegen Wales noch einmal die Sinne schärfen. «Ich bin ich gar nicht so unfroh, dass uns so ein Spiel passiert ist, weil wir auf dem Ohr auf jeden Fall wieder hören, dass nichts selbstverständlich ist», sagte der Nationaltrainer. «Es gibt genug Sachen, die wir verbessern können.»

Vor dem abschließenden Qualifikationsspiel am Dienstag (18.15 Uhr/ProSieben MAXX) gegen die Briten sind die deutschen Aussichten auf die Endrunden-Teilnahme blendend. Der EM-Zweite Deutschland führt seine Gruppe an und würde mit schon 15 Punkten auch im Vergleich zu anderen Gruppenzweiten gut liegen. Die Gruppenersten und die fünf besten Gruppenzweiten qualifizieren sich für die in zwei Teilen ausgetragene Europameisterschaft im kommenden Jahr in Slowenien und Ungarn. «Ich konzentriere mich auf den Dienstag. Danach kümmere ich mich um den Modus», betonte Kuntz, der 2017 mit seinem Team Europameister wurde.

Dann wird in Braunschweig eine andere deutsche Mannschaft auf dem Platz stehen. Der im Löw-Team eingesetzte Ridle Baku (VfL Wolfsburg) und der geschonte Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) werden wieder auflaufen, Akteure wie Lukas Nmecha (RSC Anderlecht), Niklas Dorsch (KAA Gent) oder Mergim Berisha (RB Salzburg) wieder mehr Spielzeit bekommen. Gegen Slowenien dosierte Kuntz die Belastung, es gab gleich sechs Debüts. «Es war auf jeden Fall gut, dass wir so viele Spieler ausprobieren konnten», bilanzierte Kuntz.

Unterschiedlicher hätten dabei die ersten U21-Einsätze für die zwei Hamburger Manuel Wintzheimer und Stephan Ambrosius kaum verlaufen können. Im Oktober waren beide durch einen positiven Corona-Test von Ambrosius noch ausgebremst worden. Wintzheimer verwandelte nun beim Debüt einen an ihm verursachten Strafstoß zur 1:0-Führung. «Ich bin froh, dass ich gesund bin und dass Stephan wieder gesund ist. Wir waren beide froh, dass es jetzt geklappt hat», sagte Wintzheimer.

Ambrosius freute sich über «ein Privileg, für Deutschland zu spielen». Doch gleichzeitig haderte er. «Natürlich ist es nicht der beste Einstieg, wenn man nach 10, 15 Sekunden auf dem Platz einen Elfer verursacht», sagte der Abwehrspieler. Debütant Finn Dahmen im deutschen Tor war beim 1:1 machtlos, dafür parierte er kurz vor dem Spielende einen weiteren Strafstoß. «Für solche Momente lebt jeder Torwart», gestand der Mainzer.

Der 22-jährige Dahmen ist wie Lennart Grill (Bayer 04 Leverkusen) und Markus Schubert (Eintracht Frankfurt) Ersatz im Club. Das macht die Planung für Kuntz für die EM-Endrunde, die mit der Vorrunde vom 24. bis 31. März beginnt und mit der Finalrunde vom 31. Mai bis 6. Juni endet, schwierig. «Warten wir erstmal ab, wer weiß, was in dreieinhalb Monaten passiert», sagte der 58-Jährige. «Aber von Finn war das sicher Eigenwerbung und ein sehr gutes Spiel.»

© dpa-infocom, dpa:201112-99-315080/4

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