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Warum Miro Klose um sein Tor kämpft

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Miroslav Klose hat den Rekord von "Bomber" Gerd Müller im Auge. Ihm fehlen noch sechs Tore um mit der Bayern-Legende gleichzuziehen. © ap

München - Gleich nach Spielende stellte Torjäger Miro Klose klar, dass er beim Führungstreffer gegen die Ösis noch am Ball war. Warum der Ex-Bayern-Spieler um sein Tor kämpft:

Nein, so leicht wollte sich Miro Klose nicht geschlagen geben. Nur weil irgendwer im Fernsehen behauptete, er habe den Schuss von Mesut Özil zum 1:0 nicht mehr berührt, sollte das Tor nicht ihm gutgeschrieben werden? Nicht mit Miro!

Der stapfte gleich nach dem Spiel zur Kabine von Schiedsrichter Tagliavento um die Problematik zu besprechen. „Das war nicht mein drittes Bein… Ich war mit dem Knöchel noch dran und habe das eben auch dem Schiri in der Kabine gesagt. Er hat mit mir die Zeitlupe geschaut und direkt meinen Namen auf den Zettel geschrieben – das ist mein Tor!“, sagte Klose energisch zur tz.

Es gibt zwei Gründe, weswegen es für Klose wichtig ist, dieses Tor zuerkannt zu bekommen. Grund eins: Klose jagt den ewigen Tor-Rekord von Gerd Müller. Der schoss in seiner Nationalmannschafts-Karriere sagenhafte 68 Tore für den DFB (in 62 Länderspielen), Kloses Treffer gegen Österreich war für ihn Tor Nummer 62 (in 111 Spielen). Nur noch sechs Tore bis zu Müllers Rekord!

Auch wenn Klose nicht so gerne drüber redet und stets betont, Gerd Müller bliebe wegen dessen Quote ohnehin „der Größte“ – Klose will unbedingt den Rekord. Dafür ist er viel zu ehrgeizig, Klose weiß auch: Der Zweite ist eben der erste Verlierer. Wer will das schon sein?

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Grund Nummer zwei, weshalb Klose der Treffer so wichtig ist: Der Druck auf seinen Stammplatz im Sturm nimmt zu. Mit seinen drei Toren zuletzt gegen Kaiserslautern hat Kloses Konkurrent Mario Gomez nochmal ein deutliches Ausrufezeichen abgesendet. Da ist ein Tor bei der Nationalmannschaft der beste Konter. „Es ist für mich absolut wichtig, nicht nur ein gutes Spiel zu machen, sondern auch zu treffen. Ich bin froh, dass mir das gelungen ist“, sagte Klose hinterher zur tz.

Der Kampf um sein Tor ist also auch ein Kampf um seinen Platz. Denn Klose weiß: Die EM im nächsten Jahr ist seine letzte Möglichkeit auf einen internationalen Titel. Und ausgerechnet bei dem Turnier in seinem Geburtsland Polen ist die Chance der DFB-Elf so groß wie noch nie. Das sieht auch Klose so. „Ich bin 2001 dazu gekommen, da hat sich bis heute einiges getan. Wenn ich mich erinnere an die Zeit vor vier, fünf Jahren: Da hatten wir erst keinen gescheiten Torwart, dann keinen Stürmer, dann kein Mittelfeld. Jetzt haben wir alles und sind auf allen Positionen doppelt und dreifach besetzt. Ich muss das ganz eindeutig so sagen: Das ist die beste deutsche Mannschaft in der ich je gespielt habe!“, sagte der Stürmer.

Und Klose will unbedingt ein Teil dieser Mannschaft bleiben. Deswegen der Wechsel von der komfortablen Bayern-Bank nach Italien zu Lazio Rom. Klose ist klar, dass er spielen muss, um bei Jogi weiter gesetzt zu sein. Deswegen haute er sich in der Vorbereitung voll rein, erzielte im ersten Freundschaftsspiel für Lazio gleich fünf Tore.

Und auch beim DFB gibt Klose Vollgas: Schon im Training wirkte Klose spritzig, hochengagiert. Ein Eindruck, den er gegen Österreich bestätigte. „Ich bin fit, ich fühle mich sehr gut. Und das Pressing, das wir spielen, ist eine Stärke von mir“, sagte Klose. Und da ist ja auch noch eine andere Stärke, die ihn auszeichnet: Er schießt Tore. Auch wenn er um manche auch nach Spielschluss noch kämpfen muss.

Jan Janssen

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