Corona: Merkel-Kabinett berät Maßnahmen - Erste Verschärfung klar, Dokument soll jetzt Exit-Plan zeigen

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"Wehrt euch gegen die Minderheit!"

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Frankfurt-Fans mit Pyrotechnik

Köln - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Fanforscher Prof. Gunter A. Pilz über die Vorfälle beim Spiel Leverkusen gegen Frankfurt. Er fordert die vernünftigen Anhänger auf, die anderen ins Abseits zu stellen.

Prof. Gunter A. Pilz

Ich habe es als mehr als ärgerlich empfunden, was am Samstag im Auswärtsblock beim Spiel Leverkusen gegen Frankfurt passiert ist. Da wurden Böller gezündet, bengalische Feuer abgebrannt, sogar Silvester-Raketen abgefeuert. Das ist natürlich nicht hinnehmbar. Dennoch resigniere ich nicht. Für mich steht weiter fest: Es sind nicht alle unbelehrbar unter den Ultras – im Gegenteil! Ich gehe optimistisch davon aus, dass die meisten die Botschaft verstanden haben, die in den vergangenen Wochen ausgesandt wurde. Die Frage ist, was muss nun passieren? Ich finde es zunächst mal gut, was Herr Rettig direkt nach diesem Vorfall erklärt hat: Man muss weiterhin auf Kommunikation setzen. Speziell auf Frankfurt bezogen müssen nun die Fans in die Pflicht genommen werden, und zwar die 99 Prozent in der Kurve und unter den Ultras, die vernünftig sind. Sie müssen sich wehren, schon während des Spiels die wenigen Chaoten ausbuhen, auspfeifen, ausgrenzen. Die Mehrheit muss der Minderheit das Handwerk legen. Denn klar ist: Niemand will Kollektivstrafen wie eine Erhöhung der Eintrittspreise oder gar sogenannte Geisterspiele. Das würde alle treffen, auch die große, vernünftige Mehrheit, die sich dann natürlich auch aufregt. Aber sie hat es nun mal auch in der Hand! Sie muss sich klar distanzieren und das zum Ausdruck bringen.

Darüber hinaus sind natürlich auch die Frankfurter Verantwortlichen gefordert. Zwischen ihnen und der Kurve hat lange die Gesprächskultur gefehlt, daher ist ein Dialog nun sicherlich schwer. Aber ohne ihn wird es nicht gehen. Ich sage, und das gilt wieder für alle Vereine: Man muss den Fans auf Augenhöhe begegnen und mit ihren sprechen, immer wieder. Das ist der richtige Weg, auf dem wir uns grundsätzlich auch befinden. Rückschläge wie am Samstag gehören leider noch dazu.

Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Fanforscher

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