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Weltstar in Watte: Kaká für Brasilien unersetzlich

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Kaká ließ gegen Tansania sogar den gegnerischen Keeper abheben © dpa

Johannesburg - Nationaltrainer Carlos Dunga würde Kaká am liebsten einpacken. Noch nie war der Stratege so wichtig für Brasilien wie vor der WM 2010. Das liegt auch an der Nichtnominierung eines anderen Weltstars.

“Wir mussten ihn bremsen, weil er manchmal am liebsten morgens, mittags und abends trainieren würde“, sagte Dunga über den “Weltfußballer des Jahres 2007“. Ein Ausfall von Kaká würde die Seleção härter treffen als die deutsche Mannschaft den von Kapitän Michael Ballack: Dunga hat keine echte Alternative für den Star von Real Madrid in der Hinterhand, nachdem er Ronaldinho verschmäht hat.

Verletzt und verschmäht: Diese Superstars fehlen bei der WM

Beim 5:1 (2:0)-Sieg des fünffachen Weltmeisters am Montagabend in Tansania erzielte Kaka ein Tor (Robinho und Ramires trafen jeweils zweimal) - und viel wichtiger: Er stand 90 Minuten auf dem Platz. Nach seinen muskulären Problemen im Oberschenkel, die ihn zuletzt plagten, fühlte er sich noch “etwas gehemmt“. “Aber ich hatte heute null Schmerzen“, sagte der 28-Jährige. “Und dass ich durchgespielt habe, macht mich sehr zuversichtlich.“

Bei seiner dritten WM soll Kaká die Brasilianer zur “Hexa“, dem sechsten Titel, führen. Als die Südamerikaner zuletzt 2002 in Südkorea und Japan triumphierten, war der streng gläubige Profi noch ein Lehrling auf Weltbühne und nur einmal eingewechselt worden. 2006 in Deutschland stand Kaká im Schatten der Diva Ronaldinho und musste miterleben, wie er und seine überheblichen Kollegen im Viertelfinale gegen Frankreich rausflogen. Nun gibt es für Ricardo Izecson dos Santos Leite, wie Kaká eigentlich heißt, “kein anderes Ziel“ als den WM-Pokal: “Wir haben eine Geschichte, der wir gerecht werden müssen.“

Kaká hängt jedoch seine ganz schwierige erste Saison in Spanien wie zäher Schlamm an den Kickschuhen. Der Brasilianer war im vorigen Sommer der erste Weltstar, den Real-Präsident Florentino Pérez bei seiner Einkaufs-Tour für 65 Millionen Euro erstand. Der Brasilianer ist nach Cristiano Ronaldo (94 Millionen Euro) und Zinédine Zidane (75) der drittteuerste Spieler der Fußball-Historie - konnte aber in Madrid kaum glänzen. Wochenlang fiel er in diesem Frühjahr zudem aus: Mal war es eine Adduktorenzerrung, mal eine Schambeinentzündung. Manche Fans mutmaßten schon, der Neuzugang vom AC Mailand wolle sich für die WM schonen.

Jetzt kämpft Kaká verbissen um seine Form. “Ich muss noch lockerer werden, aber ich habe ja noch eine Woche Zeit für spezielle Übungen, um mich wohl zu fühlen“, sagte er vor dem ersten Gruppenspiel des WM-Favoriten am kommenden Dienstag in Johannesburg gegen Nordkorea. “Ich bin sicher, dass ich mich im Laufe des Turniers verbessern kann. Das ist es, was mich am meisten motiviert.“

Falls Kaká das Turnier aber nicht durchsteht, müsste Dunga seine Strategie komplett über den Haufen werfen. Allenfalls Elano von Galatasaray Istanbul oder Julio Baptista vom AS Rom gelten als Alternativen - von der Position her, nicht aber von den Fähigkeiten. Und Ronaldinho steht nur auf der Liste derjenigen Spieler, die bei einem Ausfall noch vor der ersten Partie nachnominiert werden können. Dass Dunga den einstigen Superstars vom AC Mailand links liegen ließ, hat in Brasilien heftige Diskussionen ausgelöst. Der Trainer setzte mit Bundesliga-Profi Carlos Eduardo von 1899 Hoffenheim und dem Toptalent Paulo Henrique Ganso vom FC Santos zwei weitere offensive Mittelfeldspieler nur auf die Warteliste. Ein Kaká lässt sich ohnehin nicht klonen.

dpa

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