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Euro 2024 in Deutschland?

Wer entscheidet? Wie sind die Chancen? Die Fragen und Antworten zur EM-Bewerbung

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Das Volksparkstadion in Hamburg wird einer der Austragungsorte bei der EM sein.

Nyon - Deutschland und die Türkei sind die Gastgeber-Kandidaten für die EM 2024. Die Chancen für den DFB stehen nicht schlecht. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Update vom 26. September 2018: Wer bekommt die Europameisterschaft 2024? Deutschland oder die Türkei? Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie die Übertragung der Vergabe der EM 2024 live im TV und im Live-Stream sehen können.

Am letzten Tag der Bewerbungsfrist hat auch die Türkei am Freitag ihre Unterlagen für die EM 2024 bei der UEFA eingereicht. Der Deutsche Fußball-Bund hat damit einen Konkurrenten um die Gastgebgerrolle für die übernächste Europameisterschaft. Die Entscheidung fällt in 18 Monaten. Der Wahlkampf hat schon begonnen.

Warum will Deutschland die EM?

Die Idee zur Bewerbung stammt von Wolfgang Niersbach. Der über den WM-Skandal gestolperte Ex-DFB-Präsident überraschte beim Bundestag 2013 mit der Ankündigung einer deutschen Kandidatur. Sein Nachfolger Reinhard Grindel nahm die Idee gerne auf und bezeichnete die Bewerbung schnell als sein „Leuchtturmprojekt“. Jenseits der Funktionärs-Eitelkeiten macht eine Bewerbung durchaus Sinn. Der größte europäische Fußball-Verband war erst einmal - 1988 - EM-Gastgeber.

Wie stehen die Chancen auf einen Zuschlag?

Deutschland ist klarer Favorit. Infrastruktur, politische Stabilität und große Fußball-Begeisterung sind wichtige Indikatoren. Mit der Aufblähung der EM auf 24 Teams hat sich die UEFA nämlich auch ein Problem geschaffen. Sehr viele Länder, die das Mammut-Event stemmen können, gibt es nicht mehr. Rekord-Europameister Deutschland ist da ein verlässlicher Partner.

Wie ist die türkische Kandidatur zu bewerten?

Momentan erscheint ein Turnier in Istanbul und Ankara aus Sicherheitsgründen kaum möglich. Der DFB wird ganz sicher auch auf Themen wie politische Stabilität, Menschenrechte und Pressefreiheit setzen, das wird aus ersten Kommentaren Grindels schon jetzt deutlich. Unterschätzen sollte man die Türkei aber nicht. Auch für das Turnier 2016 waren die Türken Außenseiter - und lieferten dann eine gute Bewerbung ab. Nur wegen Absprachen - auch zwischen dem deutschen und dem französischen Verband - verlor man die Abstimmung gegen die Grande Nation mit 6:7.

Wer entscheidet über die EM-Vergabe?

Im Gegensatz zur FIFA, bei der der Kongress aller 211 Mitgliedsländer mittlerweile den WM-Gastgeber bestimmt, fällt die Entscheidung über den EM-Ausrichter bei der UEFA weiter das Exekutivkomitee mit derzeit 17 Mitgliedern. DFB-Präsident Reinhard Grindel will im April in dieses Gremium als Nachfolger von Niersbach einziehen, hätte aber bei der Wahl kein Stimmrecht. Dennoch wäre seine Mitgliedschaft zur Einflussnahme wichtig. Für die Türkei kandidiert der Verbandsvize Servet Yardimci um einen Sitz im Exekutivkomitee.

Welche Rolle spielt der Skandal um die WM 2006?

So groß die Aufregung über die Vergehen des WM-OKs um Franz Beckenbauer und Co. in Deutschland auch sein mag, bei der UEFA interessiert man sich für die Machenschaften eher wenig - und schon gar nicht, wenn es um den nächsten EM-Zuschlag geht. Sollten keine Verfehlungen der derzeit aktiven Funktionäre publik werden, spielt das Thema UEFA-intern eine absolut untergeordnete Rolle.

Wie werden die zehn Spielorte vom DFB ausgesucht?

Volle Transparenz hat der DFB für den Vergabeprozess versprochen und will sich dabei von Transparency International beraten lassen. 17 Städte sind noch im Rennen. Dresden wurde vom DFB wegen des zu kleinen Stadions schon aussortiert. So fair der Prozess bis zum Entscheidungstag am 15. September 2017 auch sein soll, einige Kandidaten sind fußballhistorisch praktisch gesetzt: Berlin, Leipzig, München, Hamburg, Frankfurt, Dortmund und Schalke gelten als fix.

An Stuttgart dürfte als Stammsitz von DFB-Generalsponsor Mercedes auch kaum ein Weg vorbeiführen. Fällt Hannover durch, hätte Grindel in seinem Heimatlandesverband sicher ein Problem. Mönchengladbach, Köln, Düsseldorf, Nürnberg und Kaiserslautern streiten also wohl nur um einen freien Platz. Bremen, Freiburg und Karlsruhe sind absolute Außenseiter.

Wie ist der Zeitplan bis zur EM-Vergabe?

Die wichtigen Daten bis zur Vergabe sind bekannt: Am kommenden Freitag verkündet die UEFA die offiziellen Kandidaten. Am 27./28. April lädt die UEFA zu einem Workshop für die Bewerber. Bis zum 12. Juni müssen die möglichen deutschen Spielorte ihre Unterlagen beim DFB einreichen. Am 15. September gibt der DFB seine zehn Spielorte bekannt. Bis zum 27. April 2018 erwartet die UEFA die kompletten Bewerbungsunterlagen. Die Entscheidung durch das Exekutivkomitee fällt im September 2018.

dpa

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