Youngster in Löws Fokus

WM 2014: Wer wird der neue Odonkor?

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David Odonkor war vor der WM 2006 nur Insidern ein Begriff.

Köln - 2006 verblüffte Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit der WM-Nominierung von David Odonkor, auch Klinsmanns Nachfolger Joachim Löw ist immer für eine Überraschung gut.

2006 zauberte Jürgen Klinsmann Nobody David Odonkor für die Heim-WM aus dem Hut, bei der letzten EM-Endrunde überraschte dessen Nachfolger Joachim Löw zumindest in seinem vorläufigen Aufgebot mit Schalkes Juwel Julian Draxler. Dass der Bundestrainer zumindest bei seinem erweiterten Kader für die WM-Endrunde in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) wieder mit der ein oder anderen Personalie verblüffen wird, scheint wahrscheinlich.

Das sieht selbst die UEFA so, die kürzlich fünf Talente vorstellte, die nach Ansicht des europäischen Verbandes bereits für die WM am Zuckerhut infrage kommen. Genannt werden Emre Can (20/Bayer Leverkusen), Max Meyer (18/Schalke 04), Timo Werner (17/VfB Stuttgart), Maximilian Arnold (19/VfL Wolfsburg) und Jonathan Tah (17/Hamburger SV).

Auf dieser Liste fehlt allerdings Serge Gnabry (18), der beim FC Arsenal in Mesut Özil (25), Per Mertesacker (29) und Lukas Podolski (28) immerhin drei gestanden Nationalspieler zur Seite hat und dem Löw zuletzt außergewöhnliche Qualitäten„ bescheinigte. Sein Co-Trainer Hansi Flick brachte Gnabry zuletzt wieder ins Gespräch.

"Die Tür ist nicht geschlossen"

"Seine Entwicklung ist beeindruckend. In der U19 ist er ein wichtiger Spieler, alles Weitere wird man sehen. Der Kader der A-Mannschaft ist sehr gut besetzt, unsere Qualität ist auf allen Positionen hoch. Aber die Tür ist nicht geschlossen“, sagte der künftige DFB-Sportdirektor.

Arsenals Teammanager Arsene Wenger hatte zuletzt erklärt, dass er eine „große Chance“ für eine WM-Nominierung des Youngster sehe. „Wenn ein Spieler jetzt eine überragende Rückrunde spielt und wir genau auf dieser Position eine Vakanz haben, dann besteht durchaus eine Chance“, sagte Flick. Dies gelte nicht nur für Gnabry.

Deshalb dürfen sich auch andere Greenhorns Hoffnung machen, zumindest beim WM-Trainingslager in Südtirol (21. Mai bis 1. Juni) dabei zu sein. Die Klubs bringen ihre Talente sogar selbst in Position. „Er ist mit gottgegebenen Fähigkeiten ausgestattet. Wenn er so weiter macht, ist er zu vielem in der Lage“, sagte S04-Sportvorstand Horst Heldt über Mittelfeldspieler Meyer, der mit seinem Treffer beim 3:0 der Königsblauen beim Hamburger SV zu Rückrundenbeginn gleich wieder positive Schlagzeilen schrieb.

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Uwe Seeler, Debüt am 16.10.1954 mit 17 Jahren und 11 Monaten, gegen Frankreich (1:3), insgesamt 72 Länderspiele © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Mario Götze, Debüt am 17.11.2010 mit 18 Jahren und 5 Monaten gegen Schweden (0:0). Noch aktiv. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Olaf Thon am 16.12.1984 mit 18 Jahren und sieben Monaten gegen Malta (3:2), insgesamt 52 Länderspiele. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Lukas Podolski am 06.06.2004 mit 19 Jahren gegen Ungarn (0:2). Noch aktiv. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Karl-Heinz Schnellinger am 02.04.1958 mit 19 Jahren gegen die CSSR (2:3), insgesamt 47 Länderspiele. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Helmut Haller am 24.09.1958 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen Dänemark (1:1), insgesamt 33 Länderspiele. Vier Jahre zuvor gab Klaus Stürmer am 16.10.1954 mit 19 Jahren und zwei Monaten sein Debüt gegen Frankreich (1:3), insgesamt zwei Länderspiele - hier die WM-Elf von 1954 aus dem gleichen Jahr. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Lothar Matthäus am 14.06.1980 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen die Niederlande (3:2), insgesamt 150 Länderspiele  © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Marko Marin am 27.05.2008 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen Weißrussland (2:2), noch aktiv. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Ludwig Kögl am 15.06.1985 mit 19 Jahren und drei Monaten gegen Mexiko (0:2), insgesamt zwei Länderspiele (Kögl ist hier bei einem Altstars-Spiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid zu sehen). © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Bernd Schuster, Debüt am 22.05.1979 mit 19 Jahren und fünf Monaten gegen Irland (3:1), insgesamt 21 Länderspiele. © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Karlheinz Förster, Debüt am 05.04.1978 mit 19 Jahren und acht Monaten gegen Brasilien (0:1), insgesamt 81 Länderspiele. © dpa

Auch der Wolfsburger Arnold, der immerhin einen Diego von der Zehner-Position verdrängte, steht im Notizbuch von Löw. Die Profi-Kollegen aus der Bundesliga hatten den VfL-Jungstar im kicker jüngst zum Aufsteiger der Hinrunde gekürt. Auf Arnolds Position ist die Konkurrenz im DFB-Team mit Mesut Özil, Mario Götze oder Toni Kroos allerdings überragend. „Ich denke kaum darüber nach, was in vier Monaten oder in vier Wochen sein könnte. Darum gibt es auch keinen Karriereplan“, sagte der VfL-Senkrechtstarter zurückhaltend.

Ebenso wie Arnold darf sich auch Stuttgarts Rohdiamant Werner Außenseiterchancen ausrechnen, aber nur, wenn in der Offensive (Gomez, Klose, Kruse) jemand verletzungsbedingt ausfällt. Wenn es im WM-Aufgebot Überraschungen geben sollte, „dann wäre Timo einer der Kandidaten“, sagte der Stuttgarter Routinier und Ex-Nationalspieler Cacau.

Wahrscheinlicher ist aber, dass Löw noch nach Alternativen für das Mittelfeld und eventuell auch die linke Abwehrseite Ausschau hält. Für die Zentrale könnte der 53-Jährige aber auch auf gestandenes Personal zurückgreifen.

Unter anderem empfiehlt sich derzeit wieder der fünfmalige Nationalspieler Gonzalo Castro (26) von Bayer Leverkusen ebenso wie dessen Klubkollege Can, der auch vom türkischen Verband umworben wird. Gehandelt als mögliche WM-Kandidaten werden zudem auch immer wieder Patrick Herrmann (22/Borussia Mönchengladbach), Matthias Ginter (20/SC Freiburg), Sebastian Jung (23/Eintracht Frankfurt) und Kevin Volland (21/1899 Hoffenheim)

sid

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