Razzien und Festnahmen

Wettmanipulation in Spanien? Offenbar konkreter Verdacht bei Erstligaspiel - Ronaldo-Verein betroffen

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Der spanische Fußball steht vor einem Wettmanipulationsskandal. (Symbolbild)

Ein Wettmanipulations-Skandal könnte die spanische Fußball-Welt erschüttern. Nun berichtet eine Zeitung, dass ein Spiel der Primera Division betroffen sein soll.

Update vom 4. Juni:

Der Wettmanipulationsskandal im spanischen Fußball nimmt immer konkretere Formen an. Wie die Zeitung

El Mundo

 berichtet, sei das Erstliga-Spiel zwischen Real Valladolid und dem FC Valencia (0:2) am letzten Spieltag der vergangenen Saison manipuliert worden. Das gehe aus Telefonmitschnitten hervor, die von der Polizei sichergestellt wurden.

"Schau, Bruder, dass Valencia die erste und zweite Hälfte gewinnt, verstanden?", soll der ehemalige Profi Carlos Aranda gesagt haben. "Es wurden sieben Spieler gekauft, sonst niemand."

Ein Ermittler kam zu dem Ergebnis, dass Aranda und Raul Bravo, ehemaliger Profi von Real Madrid, Wetten in Millionenhöhe auf vereinbarte Ergebnisse getätigt hätten. Die Gewinne seien in der Folge auch unter den beteiligten Spieler aufgeteilt worden, unter besonderem Verdacht steht der ehemalige Valladolid-Kapitän Borja Fernandez, der seine Karriere beendet.

Valencia sicherte sich mit dem Sieg den vierten Platz in der Primera Division und damit die Teilnahme an der Champions League. Beide Tore resultierten aus gravierenden Abwehrfehlern. Real Valladolid gehört seit vergangenen September zu 51 Prozent dem früheren Weltklassestürmer Ronaldo. Der Brasilianer ist auch Präsident des Vereins aus Kastilien und Leon.

Im Fokus der Ermittler: Valladolids Borja Fernandez (l.) soll in die Manipulation verwickelt sein.

Wettmanipulationsskandal in Spanien: Ex-Profis und ehemalige Klub-Verantwortliche festgenommen

Madrid - Ein Wettmanipulationsskandal hat den spanischen Fußball erschüttert: Im Rahmen einer Polizei-Razzia wurden am Dienstag mehrere Spieler, ehemalige Profis und Klub-Verantwortliche der 1. und 2. Liga vorläufig festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Begegnungen in den vergangenen beiden Spielzeiten manipuliert zu haben, das bestätigte eine Quelle der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Die Polizei erklärte, dass Razzien an unterschiedlichen Orten durchgeführt worden seien. Es sei vorgesehen gewesen, elf Personen festzusetzen, dabei handele es sich "um ehemalige und aktive Fußballer aus der 1. Liga, aktive Spieler aus der 2. Liga und Klub-Funktionäre".

Wettmanipulation in Spanien: Bekannte Namen genannt

In mehreren betroffenen Spielen sei der Erstligist Real Valladolid involviert gewesen, die brasilianische Stürmerlegende Ronaldo ist seit vergangenen September Mehrheitseigentümer des Klubs. Auch Namen werden genannt, darunter Raul Bravo (38), ehemaliger Profi von Real Madrid.

Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen, allerdings waren die genauen Identitäten noch unklar. Den Verdächtigen wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Korruption und Geldwäsche vorgeworfen. Der Präsident von Aufsteiger SD Huesca, der als 19. in der vergangenen Saison wieder direkt in die Zweitklassigkeit abgestiegen war, wurde von den Behörden ebenfalls ins Visier genommen.

Auffälligkeiten in 18 Partien festgestellt

Eine Beschwerde der Liga hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Das gab Javier Tebas, Präsident der höchsten Spielklasse, in der Zeitung Marca bekannt. "Es schmerzt wirklich, weil es einen Klub betrifft, den ich liebe. Aber das Wichtigste ist, Korruption im Fußball zu beenden", sagte Tebas, der in den 1990er-Jahren Präsident von Huesca war.

In einem Statement der Liga sprach diese über mögliche acht Ansatzpunkte in der vergangenen Spielzeit in Bezug auf Spielmanipulation in niedrigeren Spielklassen. Dabei gab es Auffälligkeiten in 18 Partien, in denen Profis Wetten abgesetzt haben könnten.

Laut spanischen Medienberichten steht auch die Begegnung zwischen Real Valladolid und dem FC Valencia (0:2) unter Manipulationsverdacht. Valencia sicherte sich mit dem Sieg am letzten Spieltag die Teilnahme an der Champions League, beide Tore resultierten aus gravierenden Abwehrfehlern.

Bereits im Februar 2018 waren mindestens 24 Personen in ganz Spanien verhaftet worden. Die Organisation wurde beschuldigt, Spiele in der 3. und 4. Spielklasse manipuliert zu haben. Sie hätten Profis gezwungen, Eckbälle und Elfmeter zu kreieren. Die Wetten waren zuvor in China platziert worden. Im vergangenen Jahr hatte es bereits im belgischen Fußball Razzien, Festnahmen und Manipulationsvorwürfe gegeben.

SID

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