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Wettskandal: Verdächtiger Profi siegt

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Stuttgart - Im Zusammenhang mit dem Fußball-Wettskandal hat das Arbeitsgericht Ulm der Klage eines Spielers stattgegeben, der vor einem Jahr beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 wegen des Verdachts der Spielmanipulation fristlos entlassen worden war.

Ein Gerichtssprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der Ulmer “Südwest Presse“. Sollte das Urteil nach Ablauf der Einspruchsfrist rechtskräftig werden, wäre der 32 Jahre alte Dinko Radojevic wieder Angestellter des kurz vor der Insolvenz stehenden Vereins. In einem weiteren Verfahren könnte er sogar Ansprüche auf die Gehälter für die Zeit seit seinem Rauswurf geltend machen.

Der ehemalige Bundesligist verlor diesen Prozess allerdings nur, weil er keinen Vertreter zu der Verhandlung geschickt hatte. Der Sprecher des Gerichts sprach von einem “Versäumnis-Urteil“. Ob die Kündigung rechtens war oder welche Rolle Radojevic tatsächlich im Wettskandal gespielt hat, konnte daher gar nicht verhandelt werden.

Der ehemalige SSV-Kapitän hatte zusammen mit seinen Mitspielern Davor Kraljevic und Marijo Marinovic zum 30. November 2009 die fristlose Kündigung erhalten, weil sie in der Vorsaison Spiele der Ulmer manipuliert haben sollen. Radojevic ging dagegen vor, Kraljevic und Marinovic zogen ihre Klagen im Frühjahr wieder zurück.

Der Verein hat eine Woche Zeit, gegen das Urteil Einspruch einzulegen. Tut er das nicht, hätte er dem Bericht zufolge auch keine Chance mehr, nachträglich zu klagen, falls beim Wettskandal-Prozess in Bochum Belastendes gegen Radojevic herausgefunden werden sollte.

Erst am Mittwoch hatte der Viertligist einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm gestellt. Präsident René Mick bestätigte, dass “die Verwicklung in den größten Wettskandal der Sportgeschichte“ bei der Suche nach neuen Sponsoren “sicherlich nicht hilfreich“ war.

dpa

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