Beängstigendes Verschwinden von Mutter (41) und Tochter (16): Wie vom Erdboden verschluckt

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"Glück ist so ein großes Wort"

Wie Teresa Enke den Tod ihres Mannes verarbeitet

Teresa Enke: In der „Gala“ spricht sie offen über Verlust, Engagement und schwarzen Humor

Hannover - Lange hatte sich Teresa Enke, die Witwe des unvergessenen Nationaltorwarts Robert Enke, aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Jetzt hat sie ein großes Interview gegeben.

 Am 10. November 2013 war es vier Jahre her, dass sich der 32-Jährige das Leben nahm. Für seine Frau der zweite Schicksalsschlag. 2006 war Tochter Lara – nur zwei Jahre alt – an einem schweren angeborenen Herzfehler gestorben. Der Zeitschrift „Gala“ gab die heute 37-Jährige ein exklusives Interview. Darin spricht sie über Trauer, über Glücksmomente mit Tochter Leila, die sie und Robert Enke 2009 adotierten, und über ihre Arbeit als Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung.

Jeden Tag spüre sie den Verlust: „Ich vermisse meinen Mann und meine Tochter jeden Tag, und das wird mein Leben lang so bleiben.“ Sie empfinde aber nicht mehr nur Schmerz, sondern vor allem Dankbarkeit, „dass ich sie hatte“. Sie spreche gern über die beiden, was Zuhörer bisweilen verwundere: „Aber es kann nicht jeder so damit umgehen wie ich. Ich habe schwarzen Humor. Damit erschrecke ich manchmal die anderen.“ Ein Charakterzug, den auch Robert an sich gehabt habe: „…ohne den wäre es oft nicht zu ertragen gewesen. Aber uns hat dieser Humor geholfen.“

Robert und Teresa, seit 2000 verheiratet, galten stets als Powerpaar. Gemeinsam engagierten sie sich im Tierschutz. Als Tochter Lara zur Welt kam, schweißte deren schwere Herzerkrankung beide noch enger zusammen. Das Bild, als der Torhüter im März 2006 seine Kleine nach dem 1:0-Sieg von Hannover 96 gegen Köln stolz durch das Stadion trug, rührte die Nation. Ein halbes Jahr später starb das Kind. Dann erkrankte Robert Enke selbst – er litt an schweren Depressionen.

Beide Themen – Depression und Herzerkrankungen bei Kindern – sind die Kernthemen, denen sich Teresa Enke mit ihrer Stiftung widmet. An der Medizinischen Hochschule Hannover etwa, habe sie eine Psychologin eingestellt, die für die Eltern der kranken Kinder da ist, ihnen bei der Bewältigung des schweren Alltags zur Seite steht. Beim Thema Depression kämpft sie für mehr Aufklärung – „auch bei den Fußballtrainern“. Die Stiftung hat ein Netzwerk und eine Beratungshotline für Hilfesuchende aufgebaut. Ihr Antrieb: „Ich möchte dem Ganzen, was passiert ist, einen Sinn geben.“

Sie könne inzwischen wieder lächeln, sich an den schönen Dingen des Lebens freuen. Am zurückliegenden Todestag von Robert Geier habe sie gelächelt, weil so viele Freunde gekommen seien: „Ich sehe dann noch einmal, was dieser Mensch für die anderen bedeutet hat. … Dass er den Menschen so viel gegeben hat, rührt mich sehr.“ Gefragt nach glücklichen Momenten, sagt Teresa Enke: „Glück ist so ein großes Wort. Zufriedenheit gefällt mir besser.“ Wenn sie mit Adoptivtochter Leila und ihren Hunden in der Natur sei, Rad fahre oder die Kleine einfach lache – „Dann ist es gut.“

tz

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