Augsburgs Aggressiv-Leader Patrick Mölzl ist zurück

Wie viel Gelb geht noch?

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Patrick Mölzl kennt keine Kompromisse.

Augsburg - Patrick Mölzl war von seinem Comeback selbst überrascht.

Was? Meint Holger Fach etwa mich? Nach einer Serie von Verletzungen schenkte der Trainer des FC Augsburg dem Mittelfeldspieler beim TSV 1860 eine Rückkehr in seiner Heimatstadt.

„Damit habe ich nicht gerechnet“, gibt der gebürtige Münchner zu. Unter der Woche hatte er nur dreimal trainiert und war heilfroh, dass seine Leidensgeschichte von Ausfällen endlich zu Ende ging: Knorpelprellung am Knie – fast sechs Wochen Pause. Grippe – eine Woche. Muskelfaserriss – drei Wochen. Das alles steht in dieser Hinrunde bereits in seiner Krankenakte.

Fach sah, dass der Mittelfeldspieler die Seuche hatte, und schenkte ihm den unerwarteten Einsatz.

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Augsburgs Aggressiv-Leader ist zurück! Die Zwischenbilanz: zwei Liga-Spi™ele, zwei DFB-Pokal-Spiele, zwei Verwarnungen – wie viele Gelbe Karten gehen noch, Herr Mölzl? „Ich hoffe erst mal, dass ich gesund bleibe“, setzt der 27-Jährige seine Prioritäten: „Mal sehen, was dann noch geht! Spätestens zur Rückrunde will ich auf jeden Fall wieder angreifen.“

Und „angreifen“, das ist bei seiner Spielweise durchaus wörtlich gemeint. In den vergangenen vier Spielzeiten hat sich Augsburgs Kartenspieler jeweils mindestens elf gelbe Kartons eingehandelt. Das seien oft taktische Fouls gewesen, meint Mölzl. Und alle seien auch gar nicht nötig gewesen. Aber es gehöre trotzdem dazu: „Mein Gott, das ist halt meine Spielweise“, erklärt Mölzl. „Ich denke auf dem Platz nicht viel nach. Kein Fußballer tut das. Das ist da fehl am Platz. Das ist alles intuitiv.“

Mark van Bommel und Gennaro Gattuso werden in ihren Vereinen und der Nationalmannschaft für diese Bissigkeit verehrt. „So eine große Wertschätzung habe ich hier bisher nicht erlebt“, meint Mölzl ein wenig enttäuscht – höchstens beim Trainer. „Es ist ja nicht so, dass ich nur kämpfen kann. Ich behaupte, dass ich auch ein bisschen Fußball spielen kann. Das geht dann immer ein bisschen unter.“

Eine Kombination aus Leidenschaft und Klasse ist bei der derzeitigen Dichte im zentralen Mittelfeld des FCA auch bitter nötig. Elton da Costa, Mourad Hdiouad, Andrew Sinkala, Benjamin Kern und Mölzl müssen die Jobs unter sich ausmachen. Auch der verletzte Dino Toppmöller hat auf dieser Position schon gespielt. Mölzl wird deswegen nicht bange. In der Saison nach dem Aufstieg hätten Hdiouad, da Costa und er schließlich immer zusammen auf dem Platz gestanden. Mölzl weiß: „Man braucht die Leute, weil das mit den Verletzungen so fix geht!“ Und weil das mit der fünften Gelben Karte ganz schnell geht…

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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