1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Wiese: Punktsieg gegen René Adler

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Tim Wiese lieferte ein mehr als ordentliches Länderspiel-Debüt ab.
Tim Wiese lieferte ein mehr als ordentliches Länderspiel-Debüt ab. © fishing4

Nach Ausreden suchte René Adler nicht – wohl aber nach einer Erklärung. Was sich da in seinem Fünfmeterraum abspielte, warum er am Ball vorbeigriff.

Der Gegentreffer zum 0:1 gegen England ließ Adler erstmals in seiner DFB-Karriere richtig alt aussehen. „Beim Gegentor sehe ich unglücklich aus. Aber meiner Meinung nach war das ganz klar ein Foul“, rechtfertigte sich der 23-Jährige, „ich werde klar im Bewegungsablauf gestört und komme deswegen nicht zum Ball“. Auch Joachim Löw sah, „dass René den rechten Arm nicht hoch bekommt“.

Auf Gnade vom Bundestrainer durfte der Leverkusener dennoch nicht hoffen – für Löw war das Tor regelkonform: „Das muss man international nicht unbedingt pfeifen. Das war kein Vorsatz vom englischen Spieler.“ Also ein Fehler von Adler. In der zweiten Halbzeit löste ihn Tim Wiese ab – und zeigte bei seinem Länderspieldebüt eine tadellose Leistung. Der Bremer macht im Kampf um den Stammplatz im DFB-Tor auf sich aufmerksam.

Die Deutschen in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel gegen England

Fotostrecke

Spielen Sie!

Fußball-Legenden - das neue Quiz

Wiese: Punktsieg gegen Adler!

„Für Tim Wiese war es wahrscheinlich am schwierigsten. Er musste sich auf so ein Spiel in einer Viertelstunde vorbereiten“, war Löw nach dem 1:2 gegen England voll des Lobes für den oft als „Showman“ titulierten Keeper: „Er hat zwei, drei Aktionen sehr gut gelöst, war am Pfostenschuss von Wright-Phillips noch mit den Fingerspitzen dran. Es war ein gutes Debüt.“

Wohl wahr: Gut im Stellungsspiel, stark beim eins gegen eins, überragend auf der Linie – mit diesem Auftritt ist Wiese plötzlich mittendrin im deutschen Torhüter-Roulette.

Oliver Kahn über Ballack, Frings und Co.

Dabei hatte der Abend für den 26-Jährigen mit einer Enttäuschung begonnen. Wiese rechnete fest mit einem Einsatz in der Startelf. „Ich habe gedacht, dass ich von Anfang an spiele. Der Trainer hat anders entschieden und mir am Abend vor dem Spiel mitgeteilt, dass ich zu Beginn auf der Bank sitze“, erklärte Wiese, „das muss ich so akzeptieren.“ Das Problem aus seiner Sicht: „Es ist schwer, wenn man in so einem Spiel zur Halbzeit kommt: Man wird nur fünf Minuten warmgeschossen und muss sich danach auch noch umziehen.“Adler blieb in der Kabine – und grübelte über das Tor. „Ich bin keiner, der Ausreden sucht“, betonte er noch einmal, „aber ich fühle mich benachteiligt“. Der junge Keeper will aus dem Patzer lernen: „Ich sehe das als Lehrgeld an. Beim nächsten Mal muss ich einfach noch aggressiver raus.“ Auch von Oliver Kahn gab es diesmal keine Unterstützung. Nach dem letzten Länderspiel gegen Wales kam der Titan noch in die DFB-Kabine und adelte den Torwart zur Nummer eins auf dem Weg nach Südafrika 2010. Am Mittwochabend gab’s nur eine harte Torhüter-Weisheit: „Es ist die alte Regel: Wenn du rauskommst, musst du ihn haben.“

ta

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare