"Willkommen bei den Kleinen"

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In Frankreich ist der Spott groß

Frankfurt/Main - In Frankreich herrscht weiter Fußball-Tristesse, der Spott nach der EM-Quali-Schlappe ist groß. Auch bei anderen Teams ist Wundenlecken angesagt.

Für die “Grande Nation“ geht der Alptraum weiter, die anderen WM-Versager England und Italien feierten zum Auftakt der EM-Qualifikation ihre Auferstehung. Die 0:1- Heimniederlage gegen Weißrussland sorgte in Frankreich für blankes Entsetzen. Auch in Portugal läuten nach dem 4:4 gegen Zypern die Alarmglocken. Das “Mutterland des Fußballs“ bejubelte dagegen beim 4:0 gegen Bulgarien die Wiedergeburt der “Three Lions“ und Italien nach dem 2:1 in Estland den neuen “Nationalhelden“ Antonio Cassano. Keine Blöße gaben sich auch Titelverteidiger Spanien beim 4:0 in Liechtenstein sowie Deutschland-Herausforderer Türkei mit dem 3:0 in Kasachstan.

Die 10 besten Fußball-Stadien der Welt

Platz 10: Das Craven Cottage in London ist die Heimat des FC Fulham. Es ist eine der letzten wirklich alten und traditionsreichen Kampfbahnen in England. Es liegt am Ufer der Themse. © Getty Images
Verein: Fulham FC; Kapazität: 25 678 Plätze © Getty Images
Platz 9: Camp Nou, die Heimat des FC Barcelona, wird auch die Kathedrale Kataloniens genannt. Es ist Europas größtes Fußball-Stadion und besticht durch eine einmalige Atmosphäre - wenn es denn voll ist. Das ist bei Barca aber normalerweise der Fall. Es soll demnächst weiter ausgebaut werden. © Getty Images
Verein: FC Barcelona; Kapazität: 98 787 Plätze. © Getty Images
Platz 8: Das Stadionul Dinamo, die Heimat von Dinamo Bukarest, führt die „Times“ auf Rang 8. Es ist ein Meisterstück der stalinistischen Zeit des Kalten Krieges. Kapazität: 15.300 Plätze. © dpa
Platz 7: La Bombonera - dieser Name klingt schon nach Atmosphäre und Stimmung. Die Heimat der Boca Juniors Buenos Aires heißt offiziell Estadio Alberto Jacinto Armando und gilt als eines der Stadien mit der hitzigsten und emotionalsten Atmosphäre. © ap
Verein: Boca Juniors Buenos Aires; Kapazität: 57.395 Plätze © ap
Platz 6: Das Santiago Bernabeu in Madrid ist die neue Heimat von Superstar Cristiano Ronaldo und dessen neuen Verein Real Madrid. Das königliche Stadion besticht vor allem durch seine Enge. © ap
Verein: Real Madrid CF; Kapazität: 80 354 Plätze © dpa
Platz 5: Die Allianz Arena in München. Die Heimat des FC Bayern und 1860 München schafft es in die Top 5. Laut „Times“ wird hier gezeigt, wie man ein neues Stadion zu bauen hat. Neueste Technologie, hoher Komfort und dennoch stimmungsgewaltig. © dpa
Vereine: FC Bayern München, TSV 1860 München; Kapazität: 69 000 Plätze © dpa
Platz 4: Das Inönü-Stadion von Besiktas Istanbul schlägt die Konkurrenz von Galatasaray oder Fenerbahce alleine durch seine Umgebung. Einen wundervollen Ausblick zur asiatischen Seite Istanbuls kann man von den Rängen genießen - doch in dieser Atmosphäre achtet darauf niemand. Kapazität: 32 145 Plätze © fkn
Platz 3: Legendäre Gänsehaut-Atmosphäre bei „Youl‘ll never walk alone“. This is Anfield. Die Anfield Road ist die Heimat des englischen Rekordmeisters FC Liverpool. © dpa
Verein: Liverpool FC; Kapazität: 45 362 Plätze © dpa
Platz 2: Das Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand bekommt die Silber-Medaille. Die Heimat von des AC Milan und Lokalrivale Inter Mailand ist das größte Stadion Italiens - und das wohl schönste. Einmalig, wie die Tifosi hier ihre Teams anfeuern. Ein würdiger zweiter Platz für das San Siro. © dpa
Vereine: AC Mailand, Inter Mailand; Kapazität: 81 389 Plätze © Getty Images
Platz 1: Der Sieger kommt aus Deutschland und ist das größte und stimmungsgeladenste Stadion der Bundesliga. Der Signal Iduna Park von Dortmund wurde für den Fußball konstruiert, alleine die Südtribüne bietet Stehplätze für 25 000 Fans - die gelbe Wand. © dpa
Verein Borussia Dortmund; Kapazität: 80.552 Plätze © Getty Images

Der in Frankreich als Heilsbringer empfangene Trainer Laurent Blanc steht mit der “Equipe tricolore“ schon im zweiten Spiel am Dienstag in Bosnien mit dem Rücken zur Wand und malt ein düsteres Horrorszenario: “Der Aufbau des Teams kann Monate dauern und eventuell auch niemals gelingen.“ Gegen die vom ehemaligen DDR- Nationaltrainer Bernd Stange betreuten Weißrussen, die durch Sergej Kisljak (86.) zum Sieg kamen, knüpften die Franzosen nahtlos an ihren desolaten WM-Auftritt an.

“Der Alptraum geht weiter“, klagte das Blatt “Sud-Ouest“ nach dem siebten sieglosen Länderspiel in Serie. Die “L'Équipe“ titelte in großen Lettern: “Katastrophal!“ und stellte fest: “Willkommen bei den Kleinen.“ Blanc räumte ernüchtert ein: “Wir haben unbeholfen und naiv agiert.“ Gegen Bosnien-Herzegowina um Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko sind die Franzosen krasser Außenseiter. “Wer kann schon behaupten, dass wir nach Bosnien fahren, um zu gewinnen?“, fragte Blanc ratlos.

Schock-Stimmung herrschte auch in Portugal nach dem Auftakt-Patzer gegen Zypern. “Wir sterben einen langsamen Tod“, schrieb das Massenblatt “Correio da Manha“. Die Sportzeitung “O Jogo“ titelte: “Das war ein Desaster.“ Ohne den verletzten Superstar Cristiano Ronaldo und den wegen einer Dopingaffäre gesperrten Trainer Carlos Queiroz blamierte sich der WM-Achtelfinalist bis auf die Knochen. Der Radiosender TSF forderte bereits den Rauswurf des 57-jährigen Coaches, der im Verband kaum Rückendeckung hat.

Jubel gab es dagegen auf der Insel. “Endlich eine Mannschaft, die wie England aussieht“, lobte die Zeitung “Daily Mail“ nach dem souveränen Auftritt gegen Bulgarien. “Ein beeindruckender Sieg, der auf eine bessere Zukunft hoffen lässt“, urteilte die “Times“. Getrübt wurde die gute Stimmung vor der Partie gegen die Schweiz nur durch die Verletzung von Innenverteidiger Michael Dawson sowie neuen Wirbel um Wayne Rooney. Der Stürmerstar von Manchester United fand sich am Sonntag auf den Titelseiten britischer Boulevardblätter wieder, die von angeblichen außerehelichen Eskapaden des 24-Jährigen mit einer Prostituierten berichteten.

Der erste Sieg in diesem Jahr sorgte in Italien für große Erleichterung. Zum Matchwinner beim 2:1 in Estland avancierte der bei der WM verschmähte Antonio Cassano. “Sant'Antonio rettet Italien“, titelte die “Gazzetta dello Sport“. Mit seinem Ausgleichstor und der Hacken-Vorlage zum Siegtreffer von Leonardo Bonucci bedankte sich Cassano für das Vertrauen des neuen Nationalcoaches Cesare Prandelli, dessen Vorgänger Marcello Lippi auf die Dienste des Stürmers von Sampdoria Genua verzichtet hatte.

Einen gelungenen Einstand feierte Trainer-Globetrotter Guus Hiddink mit der Türkei. Höhepunkt beim 3:0-Sieg in Kasachstan war das zweite Tor durch Bayern-Profi Hamit Altintop, der den Ball nach einer Ecke volley aus 18 Metern in den Winkel hämmerte. “Wir wollten einen guten Start. Den haben wir erreicht“, sagte Hiddink. Ohne Mühe startete Vize-Weltmeister Niederlande mit dem 5:0-Erfolg in San Marino. Schalke-Neuzugang Jan-Klaas Huntelaar traf gleich dreimal, Ruud van Nistelrooy war bei seinem Blitz-Comeback ebenfalls erfolgreich und überflügelte mit nunmehr 34 Länderspieltoren Hollands Legende Johan Cruyff (33).

dpa

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