Det war knorke jewesen – und grüß mir den Uli…

München/Berlin - Der Schock des Spieltags war – noch weit vor Anpfiff – die Aussage von Bierhoff, er werde „vielleicht irgendwann der Nachfolger von Hoeneß als Manager“.


So viel steht fest: An diesem Tag beende ich mein bisher lebenslanges FCB-Fansein! Aber noch ist es ja nicht so weit. Bei mir jedenfalls trotz des landesweiten Obasi-Obama-Hallelujas volle Konzentration aufs Bayern-Spiel.

Und zwar in Berlin, der einzigen Stadt in Deutschland, in der in keiner ernst zu nehmenden Fußballkneipe je der ortsansässige Verein geguckt wird.

Im Szenelokal FC Magnet Bar jedenfalls stapeln sich Berliner Bayernfans. Obwohl, offiziell ist hier jeder Werder-Fan, eigentlich. Aber „weil die zu blöd sind, auch mal ein wichtiges Spiel zu gewinnen“ und weil München cool is, ist man dann doch für die Roten.

Ich: „Wieso isn München für euch cool?“ „Da kann man mitten in der Stadt surfen. Ein Hefeweizen für dich?“ Wusste gar nicht, dass die Welle am Haus der Kunst sone Welle macht.

Sammer sagt sinngemäß: „Die Liechtenstein-Wegbomber-Lusche taugt nicht für die europäische Spitze, also nicht für Bayern.“ Sammer, mach du den Hoeneß-Nachfolger!

Das Spiel läuft. Marcel Reif sagt über Schweinis Schnittwunde sinngemäß: „Tut weh, schmerzt aber nicht.“ Kurz darauf blutet der Nächste. Demichelis will aber nicht Nasenbluten, sondern spielen und rammt sich entschlossen einen Pfropfen bis zwischen die Augen.

Zur Pause sagen die Berliner: „Det sieht nich jut aus für unsere bayerischen Freunde.“ Effenberg sagt mit massivem Sonnenbrand im Gesicht: „Klinsmann muss die richtigen Töne finden.“ Töne! Sind wir bei den Philharmonikern?

Effe zu 60!

Noch ein Hefeweizen? Logisch.

Oddo scheint das Laufen nicht gewohnt zu sein und schaut so fertig aus, als hätte er gerade einen Boxkampf mit Mike Tyson hinter sich. Dann kommen die Bayern endlich ins Rollen und machen das 1:1. Obasi-Obama-Borowski-Halleluja!

Abpfiff. Jürgen Klinsmann sucht anscheinend immer noch die Nähe zur Mannschaft. Der Premieremann sagt nach dem Spiel „Wir warten noch auf Jürgen Klinsmann, aber der steht noch mit der Mannschaft unter der Dusche.“

Resümee meines Sitznachbarn: „Det war knorke jewesen und grüß mir den Uli.“ Wird jemacht, Kumpel.

Aus Berlin, euer Darchinger.

Quelle: tz

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