Wirbel nach EM-Quali-Premiere

RTL schwindelt bei Löw-Interview

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Das Interview mit Joachim Löw (M.) nach dem Spiel wurde mit Werbepause ausgestrahlt.

München - Am Sonntag übertrug RTL erstmals ein EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft. Die Premiere verlief ordentlich, doch beim Interview mit Joachim Löw landete der Privatsender einen ziemlichen Bock.

Jahrzehntelang liefen die Pflichtspiele der deutschen Nationalmannschaft bei ARD und/oder ZDF. Doch seit Sonntag ticken die TV-Fußball-Uhren ein wenig anders. RTL hat sich die Rechte an den Partien der EM-Qualifikation für die EURO 2016 gesichert. Am Sonntag war Premiere, das erste Quali-Spiel der Nationalelf gegen Schottland lief beim Kölner Privatsender.

Die vielen Werbepausen waren zwar erwartbar, doch für den Fernsehzuschauer noch etwas ungewohnt. „Auf Werbung können wir natürlich nicht verzichten“, hatte RTL-Sportchef Manfred Loppe bereits bei der Präsentation des Sendekonzepts erklärt. Die geballte Wucht der Spots nervte dennoch viele Zuschauer, die ansonsten nicht so oft den Sender einschalten.

Sogar Bundestrainer Joachim Löw bekam die Macht des Werbemarktes zu spüren. Als er nach dem Abpfiff zu Moderator Florian König und dem Experten Jens Lehmann ins TV-Studio kam, wurde seine Analyse bereits nach wenigen Sätzen von einem längeren Werbeblock unterbrochen. Nach der ersten Frage an den Coach stoppte Moderator Florian König das Gespräch und gab ab zur Werbung. Immerhin wurde Löw ein Espresso gereicht - eine der wenigen sichtbaren Innovationen, die RTL für die Zuschauer parat hatte. Nach etwa sechs Minuten folgte dann der zweite Teil des Interviews.

RTL: Keine Schummelei, sondern nur eine Twitter-Panne

Ließ RTL etwa tatsächlich den Bundestrainer geschlagene sechs Minuten warten, oder lief das Interview während der Werbung weiter und wurde nach der Pause gesendet? Das wollte ein Twitter-User wissen und fragte den Sender: Wurde der zweite Teil des #Löw-Interviews aufgezeichnet?

Die Kommunikationsabteilung antworte prompt noch am Sonntagabend:

Doch die schnelle RTL-Antwort ("Nein, das war live") war schlichtweg falsch, böse Zungen könnten sogar meinen: gelogen. Denn tatsächlich kam der zweite Teil des Gesprächs aus der Konserve. "Der erste Teil des Interviews wurde live ausgestrahlt. Während der Werbepause für die TV-Zuschauer wurde weiter aufgezeichnet und der zweite Teil des Interviews dann nachgereicht. Das wurde im Tweet falsch wiedergegeben", zitiert die "Bild" RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer.

Eine Twitter-Panne also statt absichtlicher Schummelei? Immerhin entschuldigte sich der Sender am Montagmittag bei seinen Usern:

Wie bei der Leistung des Weltmeisters auf dem Platz ist also auch bei RTL noch Luft nach oben...

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