Marokkaner klärt Wechselgerüchte

Wirbel um Hdiouad!

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1860 hatte Interesse an Mourad Hdiouad, im Derby ging es gegen Sven Bender zur Sache.

München - Jetzt wird’s kompliziert: Der TSV 1860 ist seit über einem halben Jahr an Mourad Hdiouad dran, dessen Vertrag beim FC Augsburg am Ende der Saison ausläuft.

Sagt Marc Schermann, sein Berater. Das sei gar nicht sein Berater, sagt Hdiouad selbst. Dementsprechend verwundert reagierte der Marokkaner auf die Meldungen um seine Zukunft. „Keine Ahnung, was das soll. Ich muss mich schließlich auf den FCA konzentrieren“, sagte der Mittelfeldspieler, und stellte noch einmal klar: „Wir haben keinen Vertrag.“ Zumindest nicht mehr.

1860 verspielt Sieg gegen Wehen-Wiesbaden: Die Einzelkritik und mehr Bilder vom Spiel

1860 verspielt Sieg gegen Wehen-Wiesbaden: Die Einzelkritik und mehr Bilder vom Spiel © 
Tschauner: Kaum geprüft von den harmlosen Hessen. Bei den Gegentoren machtlos. Note: 3 © Fishing4
Hoffmann: Durfte trotz Thorandts abgesessener Gelbsperre von Anfang an ran und rechtfertigte das Vertrauen. Konzentriert, kompromisslos, konsequent. Pech, dass sein Treffer in der Anfangsphase wegen eines Fouls vom Kollegen Beda abgepfiffen wurde. Note: 3 © sampics
Ghvinianidze: Er nutze „die ganze Höhe des Platzes“, schrieb die SZ neulich liebevoll über den Georgier. Auch diesmal überzeugte Mate vor allem mit seinen beherzten Klärungsaktionen. Note: 4 © dpa
Berhalter: Der (meist) ruhende Pol in der blauen Defensive. Hatte Glück, dass Schiri Zwayer nach einem Foul im zweiten Durchgang nicht auf Elfmeter entschied. Im Spielaufbau nicht immer präzise. Note: 4 © dpa
B. Schwarz: Hektisch, mit hoher Fehlerquote und einem Eigentor zum 3:1. Schwächster Löwe des Nachmittags. Note: 5 © dpa
Johnson: Sehenswerter Schuss zu Beginn der Partie, danach etwas abgetaucht. Im zweiten Durchgang mit mehr Aggressivität. Von den Fans mit Applaus verabschiedet. Note: 3 © dpa
ab 69.: Ledgerwood: o.B. © sampics
Beda: Durchwachsene Leistung. Auf die ganz großen Akzente wartet man beim Franzosen weiterhin vergeblich. Note: 4 © sampics
S. Bender: Eifriger Balleroberer und geschickter Raumzusteller. Bereitete mit seinem Pass auf Lauth das 1:0 vor. Nach seiner fünften gelben Karte am kommenden Freitag beim Spiel in Aachen gesperrt. Note: 3 © sampics
ab 83.: Baumgartlinger: o.B. © sampics
Gebhart: Sein Tor zum 2:0 brachte ein paar Sekunden lang Ribéry-Flair ins Zweitliga-Grau. Wo wären die Löwen ohne ihren Dribbelkönig? Note: 2 © sampics
Schäffler: Bemüht, mit einigen schönen Ballgewinnen. Entwickelt aber zu wenig Torgefahr. Note: 4 © sampics
Hier sehen Sie weitere Bilder vom Spiel. Benjamin Lauth trifft in der 6. Minute zur 1:0-Führung. © sampics
Lauth: Lauern, zustechen, verwandeln – oder bei Gelegenheit auch mal den besser postierten Mitspieler bedienen. So lässt Benny die letzten Zweifler verstummen. Note: 2 © sampics
ab 56.: Holebas: Kaum drin, schon am jubeln. Das 3:0 wird seinem Selbstvertrauen gut tun. Note: 3 © sampics
Timo Gebhart legt in der 34. Minute nach und feiert mit einem Stofflöwen. © sampics
Mit einer vermeintlich sicheren 2:0-Führung gehen die Löwen in die Kabine. © sampics
Holebas erhöht sogar auf 3:0 in der 58. Minute. © sampics
In der letzten Minute passiert es: Siegert gleicht zum 3:3 aus. © sampics
Das muss doch eigentlich ein klarer Heimsieg werden, oder? © sampics
Doch Wehen-Wiesbaden steckt nicht auf ... © sampics
... und trifft zunächst zum 1:3, dann zum 2:3 (Foto). © sampics
Der SV Wehen-Wiesbaden jubelt. © dpa
Bei den Löwen ist die Enttäuschung grenzenlos. © sampics

Hdiouad erklärt, dass er Schermann im Sommer, etwa zwischen Juli und September 2008, engagiert hatte. Der Agent sollte für ihn den Markt nach Angeboten aus höheren Ligen ausloten. Nur für den Fall, dass er beim FC Augsburg auf der Bank versauern würde. So kam es zunächst auch. Doch schließlich wendete sich für den Ballzauberer alles zum Guten und er gehört seit drei Spielen wieder zur erfolgreichen Startelf von Trainer Holger Fach. An andere Vereine wie 1860, denen er „viel Respekt“ entgegenbringt, verschwende er momentan keine Gedanken.

Dafür spricht er ganz offen über seine bitteren Tage als Bankangestellter. „Die Situation war eine Katastrophe für mich“, erinnert sich Hdiouad. Er hat noch genau im Kopf, wie viele Spiele er auf der Bank brummen musste: neunmal die vollen 90 Minuten in den 15 Zweitliga-Partien dieser Saison. Und das bei teilweise frostigen Temperaturen: „Die Bank ist kalt!“, erinnert er sich. Der 32-Jährige ist sich bewusst, dass er nur noch wenige Jahre auf hohem Niveau spielen kann. „Wenn ich 20 Jahre alt wäre, würde ich mich auf die Bank setzen und abwarten“, meint er. Doch die biologische Uhr tickt: „Ich bin nicht zum Urlaub hier, sondern um zu spielen.“ Geld sei für ihn mittlerweile auch nicht mehr der entscheidende Faktor: „Ich will kein Geld, ohne dafür zu spielen. Wenn ich Geld will, gehe ich nach Katar.“

Was aus diesen Löwen wurde...

bodden_dpa
Seit dem Aufstieg in die Bundesliga 1994 kamen und gingen viele Kicker an die Grünwalder Straße 114 zu den Münchner Löwen. Die einen blieben in guter Erinnerung, die anderen weniger. Sehen Sie hier eine Auswahl "vergessener Löwen-Kicker" und was aus ihnen wurde. Olaf Bodden kickte zwischen 1994 und 1998 bei 1860 und erzielte in dieser Zeit 25 Tore. Heute verdient der ehemalige Stürmer als Spielerberater sein Geld. © dpa
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Jens Dowe kickte zwischen 1994 und 1996 im Grünwalder Stadion (51 Spiele, acht Tore). Der Mittelfeldspieler beendete seine Karriere 2004 in der Regionalliga bei Holstein Kiel und arbeitet heute im Jugendbereich von Hansa Rostock. © Archiv
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Holger Greilich schnürte die Kickstiefel zwischen 1995 und 2002 für die Löwen (114 Spiele, zwei Tore). Er beendete seine Karriere 2004 beim 1. FC Saarbrücken. Heute arbeitet der ehemalige Verteidiger als Spielerberater. © dpa
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Horst Heldt spielte von 1995 bis 1999 bei den Löwen (111 Spiele, elf Tore) und beendete seine Karriere 2006 beim VfB Stuttgart. Dort arbeitet "Hotte" auch heute noch - als Sportdirektor. © dpa
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Thomas "Icke" Häßler spielte zwischen 1999 und 2003 beim TSV 1860 (115 Spiele, 21 Tore) und beendete seine Karriere ein Jahr später beim SV Salzburg. Heute arbeitet "Icke" als Technik-Trainer bei seinem Heimat-Klub 1. FC Köln. © dpa
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Jens Jeremies' Vergangenheit als Löwe ist vergleichsweise kurz, wenn man seine drei 1860-Jahre (1995 bis 1998, 78 Spiele, zwei Tore) den acht Jahren beim FC Bayern gegenüberstellt. Jeremies beendete seine Karriere ebenda 2006 und arbeitet heute bei IMG. © dpa
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Roland Kneißl spielte sieben Jahre lang bei den Löwen und beendete seine Karriere dort im Jahr 1995. Später arbeitete Kneißl auch als Manager bei den Löwen, heute ist Kneißl bei der Fan GmbH 1860. © Archiv
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Alexander Kutschera war zwischen 1994 und 1997 ein Löwe (53 Spiele, ein Tor). Er beendete seine Karriere 2001 bei Eintracht Frankfurt und ist heute Trainer bei der SpVgg Landshut. © dpa
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Stefan Malz spielte von 1997 bis 1999 bei den Löwen (36 Spiele, zwei Tore). Er wechselte danach zu Arsenal London, konnte sich dort aber nie durchsetzen. Seine Karriere beendete Malz 2008 als Spieler beim FSV Oggersheim. © dpa
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Martin Max ist vielen Löwen-Fans als Knipser in guter Erinnerung. Er spielte zwischen 1999 und 2003 bei den Löwen (112 Spiele, 51 Tore) und beendete seine Karriere 2004 bei Hansa Rostock. Heute arbeitet Max gemeinsam mit einem anderen Ex-Löwen, Keeper Daniel Hoffmann, als Trainer beim Bezirksligisten TSV Grafing. © dpa
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Thomas Miller war und ist ein Ur-Löwe, der insgesamt 82 Bundesliga-Spiele für die Sechzger bestritt (ein Tor). Wie auch schon zeitweise während seiner aktiven Zeit arbeitet Miller als Finanzbeamter, heuer in Fürstenfeldbruck. © Archiv
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Erik Mykland spielte zwischen 2000 und 2002 bei den Löwen (26 Spiele, null Tore). Der 1971 geborene Mittelfeldspieler ist immer noch als Fußballer aktiv, und zwar beim norwegischen Zweitligisten Kristiansand. © dpa
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Peter Nowak regierte das Löwen-Mittelfeld zwischen 1994 und 1998 (93 Spiele, 15 Tore). Heute ist der gebürtige Pole Co-Trainer der US-Nationalmannschaft. © Archiv
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Peter Pacult schoss die Löwen mit seinem Treffer in Meppen 1994 in die Bundesliga, wo er in der Aufstiegssaison in 16 Spielen drei Mal einnetzte. Später arbeitete Pacult zwischen 2001 und 2003 auch als Chefcoach der Löwen. Heute coacht er den österreichischen Traditionsklub Rapid Wien. © Archiv
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Abedi Pele kickte zwischen 1996 und 1998 bei den Löwen (50 Spiele, zwei Tore). Heute engagiert sich Pele als WM-Botschafter für Südafrika. © dpa
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Rainer Berg hütete das Löwen-Tor zwischen 1991 und 1997 (100 Spiele) und arbeitet heute als Torwarttrainer bei der SpVgg Unterhaching. © dpa
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Thomas Riedl schnürte die Kickstiefel von 1999 bis 2001 für die Löwen (33 Spiele, ein Tor - das aber beim 1:0-Sieg gegen den FC Bayern). Heute steht der 32-Jährige bei Austria Kärnten unter Vertrag. © dpa
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Rene Rydlewicz spielte von 1994 bis 1996 bei den Löwen (46 Spiele, zwei Tore) und beendete seine Profi-Karriere im Sommer 2008 bei Hansa Rostock. Rydlewicz arbeitet nun bei Hansa Rostock. © Archiv
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Manfred Schwabl kam über den FC Bayern und den 1. FC Nürnberg zum TSV 1860 München und spielte dort von 1994 bis 1997 (83 Spiele, ein Tor). Heute arbeitet Schwabl als Unternehmer. © dpa
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Superstar Davor Suker ließ seine internationale Karriere (u.a. Real Madrid und Arsenal) bei den Löwen ausklingen (2001 bis 2003, 25 Spiele, fünf Tore). Heute arbeitet der ehemalige Top-Stürmer als Unternehmer und als Berater des kroatischen Fußball-Verbandes. © Sampics
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Bernhard Trares trug zwischen 1991 und 1997 das Löwen-Trikot (133 Spiele, 14 Tore), er beendete seine Karriere 2004 beim KSC. Heute trainiert der Ex-Kapitän Wormatia Worms. © dpa
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Manni Bender war zwar auch mal ein Roter, wechselte aber später die Farben und spielte zwischen 1996 und 1999 bei den Löwen (51 Spiele, vier Tore). Zuletzt war Bender als Trainer in der österreichischen Bundesliga bei SCR Altach aktiv. © dpa
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Elvis Brajkovic (ganz links) verteidigte für die Löwen zwischen 1994 und 1996 (18 Spiele, null Tore). Der 1969 geborene Kroate kickte bis Sommer 2008 als Profi in seiner Heimat weiter. Sein letzter Verein war NK Primorac Belgrad. © dpa
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Auch Harald Cerny hat eine "rote Vergangenheit", spielte aber nur für zwei Jahre als Profi beim FC Bayern. Von 1995 bis 2007 trug der Österreicher dann den Dress der Sechzger (263 Spiele, 17 Tore). Cerny blieb seinem Verein verbunden und arbeitet heute als U15-Trainer bei 1860. © dpa
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Didier Dheedene spielte nur ein Jahr lang bei den Löwen. Nach 18 Spielen (ein Tor) in der Saison 2001/2002 war dann aber Schluss. Seine Karriere setzte der Defensivspieler bei Austria Wien und Germinal Beerschot fort, wo er seine Karriere 2007 beendete. © dpa

Ihm geht es um einen glanzvollen Ausklang seiner Karriere: „Ich habe einen Namen“, ist sich der 23-malige marokkanische Nationalspieler bewusst: „Ich bin von ZSKA Sofia, einem Champions-League-Team, nach Deutschland gekommen, um in der Ersten Liga zu spielen.“ Und das in Augsburg? Bei seiner Verpflichtung 2006 war Augsburg Aufsteiger in die Zweite Liga… Trotzdem: Hdiouad glaubte an das Potenzial des Vereins – und tut es immer noch. „Vielleicht steigen wir ja nächstes Jahr auf“, stellt er in den Raum.

Zunächst geht es für Hdiouad & Co. zum SV Wehen (Sonntag, 14 Uhr), dem Tabellenvorletzten. Davon will sich der FCA, seit acht Spielen ungeschlagen, nicht blenden lassen. Schließlich ist auch Wehen Wiesbaden ein Serientäter. Die Hessen sind seit sechs Spielen ohne Niederlage und stecken im Tabellenkeller nur fest, weil sie fünf dieser Partien unentschieden gespielt haben. „Die Mannschaft hat mehr Potenzial, als es die Tabelle aussagt“, gibt Manager Andreas Rettig zu bedenken: „Ihre Serie spricht für sich. Wehen wird eine ganz harte Nuss.“ Ein Taktieren, so dass beide Serien bestehen bleiben, kommt für Augsburg nicht infrage. „Wir gehen nie auf ein Unentschieden!“, sagt Uwe Möhrle.

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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