tz-Interview mit taff-Moderator

Daniel Aminati: "Sieg für Ghana? Fast unmöglich!"

München - Für taff-Moderator Daniel Aminati birgt das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana am Samstag besondere Brisanz: Seine Mama ist Deutsche, sein Papa Ghanaer. Die tz traf ihn zum Interview.

Wenn Deutschland am Samstag auf Ghana trifft, ist Daniel Aminati nur knapp drei Flugstunden von Philipp Lahm & Co. entfernt: Am Freitag brach der Prosieben-Moderator nach Brasilien auf, ab Montag begrüßt er die Zuschauer mit Kollegin Annemarie Carpendale in einem einwöchigen taff-Spezial (17 Uhr, Prosieben) von der Copacabana. „Wir wollen das Feeling einfangen und den Zuschauern ein paar Hotspots zeigen“, sagt Aminati der tz. Zeit zum Fußballschauen bleibt trotzdem. Zum Glück! Denn für Aminati, der in der Jugend auch für den FC Bayern spielte, birgt die Samstagspartie der Gruppe G besondere Brisanz: Seine Mama ist Deutsche, sein Papa Ghanaer. Das tz-Interview:

Herr Aminati, Ihr erstes Fazit?

Aminati: Die Deutschen haben super gespielt, Ghana war gegen die USA enttäuschend. Eigentlich kamen sie in den letzten Jahren sehr an den europäischen Fußball ran, haben schnellen Konterfußball und klare, direkte Doppelpässe gespielt. Am Montag haben sie sich das Leben selbst schwer gemacht.

Muss Deutschland zittern?

Aminati: Ich denke nicht. Wenn Ghana einen Punkt holt, kann es sich glücklich schätzen, einen Sieg halte ich fast für unmöglich.

Schalke-Star Boateng hat getönt, Deutschland habe „keine Typen“. Eine peinliche Ansage? 

Aminati: Nein. Erstens hat Kevin eine Geschichte, die eine andere ist als die von vielen. Der Junge musste immer kämpfen. Deshalb ist er viel angeeckt. Auf dem Platz hat diese Persönlichkeit aber etwas Gutes. Und wenn er sagt, dass es in Deutschland keine Spieler gibt, die anecken, hat er nicht ganz unrecht. Hier ist die Mannschaft der Star.

Kennen Sie Kevin-Prince Boateng persönlich?

Aminati: Nein, Kevin kenne ich nicht, aber Jérôme. Der ist mit einem sehr guten Freund von mir befreundet. Auch David Alaba treffe ich hin und wieder. Es gibt in München eben nicht so viele Blacks, die in der Öffentlichkeit stehen. Ich glaube, dass der Mensch immer seinesgleichen sucht. Und unsere Hautfarbe verbindet uns.

Was ist an Ihnen ghanaisch?

Aminati: Ich versuche, meine Moderation immer unterhaltsam zu machen, tanze, singe, lache gerne. Das sind die Gene meines Vaters, der lange als DJ gearbeitet hat. Da bin ich Afrikaner. Aber ich bin in Deutschland geboren, in Aachen aufgewachsen und großteils deutsch. Wenn ich aus dem Ausland wiederkomme, bin ich froh über das sehr Geordnete und Strukturierte hier. Ich würde sagen, dass das Verhältnis 70:30 ist.

Waren Sie schon mal in Ihrem Vaterland?

Aminati: Die Brücke zu Ghana hat sich leider nie ergeben. Zur Familie meines Vaters habe ich kaum Kontakt. Das ist schade.

Hand aufs Herz: Wem drücken Sie die Daumen?

Aminati: Ein Unentschieden wäre ein schönes Ergebnis, weil sich Ghana dann in Spiel drei noch für den zweiten Platz qualifizieren könnte. Aber ich bin schon für die Deutschen.

Interview: Sina Ojo

 

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