Spielt er in der Abwehr?

Denkprozess in Sachen Lahm läuft

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Philipp Lahm.

Santo Andre - Die Analysen in Sachen Philipp Lahm sind in vollem Gange: Spielt der Bayern-Star gegen Frankreich wieder als Rechtsverteidiger?

Per Mertesacker schaute in den Spielplan und war überrascht. Unangenehm überrascht. „Ich hatte immer gedacht, wir spielen erst am Samstag. Jetzt wurde ich von der Realität eingeholt.“ Deutschland – Frankreich, das Viertelfinale, ist schon am Freitag, in Rio, es ist wieder eines der gefürchteten Mittagsspiele (18 Uhr MESZ). Die Terminierung hat eine gewisse Unwucht. Den Deutschen bleibt – gerechnet vom Achtelfinale – zwei Tage weniger Zeit zur Erholung als etwa Brasilien, dem möglichen Gegner, falls man ins Halbfinale kommt.

Der Dienstag war anders als alle bisherigen Tage im Stammquartier im Dorf Santo Andre. Es wurde kein Fuß auf den Trainingsplatz gesetzt, angesagt waren „individuelles Regenerieren“ und Familien-Besuche. Und Sortieren: Wer ist in welchem Zustand?

Im schlechtesten: Shkodran Mustafi. Für den Verteidiger ist die WM beendet, er erlitt einen Muskelbündelriss im Oberschenkel. Er hatte spielen dürfen, weil Mats Hummels eine Angina bekommen hatte. Man hofft, den zweikampfstarken Dortmunder bis Freitag hinzubekommen.

Auch Bastian Schweinsteiger hat leiden müssen. Der Münchner ist in seiner Position ein bevorzugtes Foulspiel-Ziel der Gegner, die natürlich auch wissen, dass er am Sprunggelenk am leichtesten zu beschädigen ist. Dazu kamen Krämpfe. Nach seinen 109 Einsatzminuten konnte er kaum noch gehen. Eine Verletzung liege aber nicht vor, sagte Joachim Löw. Erstmals brachte er Christoph Kramer, der forsch aufspielte und erklärte, bereit zu sein fürs Viertelfinale. Allerdings wusste er: Eine Chance ergibt sich nur, „wenn bei Bastian die Krämpfe noch vier Tage anhalten würden. Doch sie waren schon zehn Minuten nach dem Spiel vorbei“.

Das Trainerteam ging gestern im Campo Bahia in Klausur. Vor allem, was die Position von Philipp Lahm betrifft, hat das Spiel gegen Algerien einen Denkprozess ausgelöst. Man habe es auch so empfunden, dass es besser lief, als Lahm in der Abwehr spielte, sagte Löw-Assistent Hansi Flick: „Aber wir müssen dieses Spiel jetzt erst einmal sacken lassen.“  

gük

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