Khedira sorgt für DJ - Schweini feiert bis 5

Panne bei Party-Nacht: WM-Pokal vergessen

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Bastian Schweinsteiger tanzte ausgelassen.

Rio de Janeiro - Es war eine rauschende Party-Nacht der DFB-Stars nach dem WM-Triumph! Bis fünf Uhr morgens wurde gefeiert. Und: Die Spieler haben den Pokal vergessen.

Wenn aus Helden Legenden werden… Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, ein Götze, ein Neuer, ein Boateng – wir werden diese Namen noch in Jahrzehnten nennen, wenn es um historische Siege geht, um Fußballschlachten. Wir werden sie mit heroischen Umschreibungen ehren wie diesen Matthäus, Beckenbauer, Walter. Das wissen wir jetzt. Die Spieler aus der Sieges­nacht in Rio schienen das zunächst nicht so genau zu wissen. Sie feierten und freuten sich, aber sie hatten Probleme „aktuell zu begreifen, wie groß die Sache ist, die wir hier geschafft haben. Es fühlt sich noch nicht so real an“, sagte Thomas Müller. Und dass es nicht so real war, war wohl auch die Erklärung für ein kleines Missgeschick:

Die Spieler vergaßen den WM-Pokal!

Bei der Ankunft am Party-Domizil des Sheraton-Hotels stürmten Mertesacker und Podolski singend aus dem Bus, stimmten immer wieder „Die Nummer eins der Welt sind wir!“ an – das Beweisstück hatten sie nicht dabei. TV-Koordinator Uli Voigt und Sicherheitsbeauftragter Hendrik Große Lefert hatten das Goldstück zum Glück noch aufgetrieben und in den Ballsaal gebracht, wo er dann wieder rumging. Mit dabei Popstar Rihanna, Freunde und Familienmitglieder der Spieler, Sportgrößen wie Dr. Thomas Bach oder Michel Platini, der in seiner Rede meinte: „Ihr Deutschen habt mir zweimal den Pott geklaut. Trotzdem habt ihr es verdient, Weltmeister zu werden.“ Kurz danach verließ er die Szenerie, die tz fragte ihn vor seiner Limousine noch nach einem kurzen Statement. Die Antwort: „Es ist nicht der Zeitpunkt zum Reden, es ist Zeit zu feiern.“ Wo, wie und vor allem warum er etwas zu feiern hatte – sein Geheimnis.

Drinnen ging da schon die Post ab. Nach einer Stärkung mit Sushi-Häppchen legte ein Kölner DJ auf, den Sami Khedira organisiert hatte. So wurde es zwischendurch ein feucht-fröhliches Karnevalsfest, Verkleidungskünstler Bastian Schweinsteiger gab wie zuvor auf dem Platz die Richtung vor. Als Outfit wählte er ein Trikot mit den Unterschriften vergangener Helden – Beckenbauer & Co. hatten es vor der WM signiert und den Stars als Glücksbringer mitgegeben. Es hing bei den Spielen stets vorab in der Kabine.

Und Schweini hielt es in Ehren, bis kurz vor 5 Uhr war er hüftschwingend auf diversen Tischen unterwegs.

Auch der Bundestrainer wagte sich etwas aus sich heraus. Im Stadion hatte er noch verhalten gejubelt, ein paar Umarmungen mit Hansi Flick, auch die Partnerinnen der Spieler kamen bei Jogi zum Zug. Die wirkliche Bedeutung dieses Titels spiegelte sich in seinen Worten wider, nicht in wilden Jubelsprüngen. Löw: „Wir wussten genau, dass Champions irgendwann diesen letzten Schritt machen, die Sache zu Ende bringen. Wir haben immer daran geglaubt.“ Und: „Dieses tiefe Glücksgefühl wird für alle Ewigkeit bleiben.“ Einfach legendär.

Und am Dienstag geht die Party weiter

Ja wollen die denn gar nicht mehr nach Hause? Nein, die DFB-Feierbiester wollen nur eines: weiterfeiern! „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“, skandierten sie noch in der Kabine – das verriet Bundestrainer Joachim Löw nach dem Finalsieg im Maracana. „Wir freuen uns, dass wir Deutschland den Pokal mit nach Hause bringen. Jetzt feiern wir, bis es nicht mehr geht“, kündigte Jerome Boateng eine rauschende Party mit hunderttausenden Fans auf der Berliner Fanmeile an.

Klar, dass der Bayernstar sich besonders darauf freut, als ihn die tz auf seine Heimatstadt anspricht. „Das ist eine großartige Geschichte für mich! Immer gewinne ich alles in Berlin! Erst die Meisterschaft, dann der Pokalsieg, jetzt feiern wir den WM-Sieg in Berlin. Mehr geht nicht, alles passiert in meiner Heimatstadt!“

Berlin, seine Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf, das ist seine große Liebe – daran können auch die Stationen in Hamburg, Manchester oder München nichts ändern. Morgen früh ist er zurück in der Heimat und feiert dort mit seiner ganzen Familie – und den Hunderttausenden auf der Fanmeile.

Michael Knippenkötter

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