tz sagt es voraus

WM-Finale: Das wird Messis letzter Tango

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Argentiniens Superstar Lionel Messi.

Rio de Janeiro - Es wird kein 7:1, es wird wohl nicht einmal ein 3:0, es wird ein dramatischer Tanz auf der Rasierklinge! Aber viel wichtiger: Es wird Messis letzter Tango!

Nach 1990, 2006 und 2010 will die deutsche Nationalmannschaft den Gaucho-Genossen aus Argentinien mal wieder die Zügel anlegen und mit viel Kopf und noch mehr Herz endlich den vierten Titel nach Deutschland bringen.

Dabei geht es für Löw & Co. nicht nur gegen den Superstar des FC Barcelona, die deutsche Elf muss sich auch auf ein weiß-blaues Fan-Meer einstellen. Aktuell versorgen sich die Fußball-Verrückten aus dem Nachbarland mit Karten vom Schwarzmarkttisch, bieten frustrierten Brasilienfans bis zu 2000 Euro für ihre Finalkarte. Von den fast 80 000 Zuschauern im Maracana dürfte ein Großteil das argentinische Team unterstützen und auf Rache für die letzten drei WM-Duelle hoffen.

Ex-Bayernstar Martin Demichelis wollte das Spiel kurz nach dem dramatischen Finaleinzug gegen Holland nicht weiter anheizen. Der Abwehrmann meinte: „Deutschland verdient Respekt für den Finaleinzug. Vor allem für die Art und Weise.“ Und weiter: „Aber ich denke, wir verdienen den Sieg!“

Argentinier vermeiden Wort "Rache"

Das Wort Rache wollte man im Lager der Südamerikaner ebenfalls nicht hören. Torwart Sergio Romero, der bislang lediglich dreimal hinter sich greifen musste bei dieser WM, meinte nur: „Wir denken nur an dieses Turnier. Ich bin da total entspannt...“ Wie entspannt, das werden wir dann am Sonntag ab 16 Uhr (Ortszeit) sehen.

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler jedenfalls wird bis dahin noch ein wenig Arbeit haben, um Jogi Löw die Spielweise der Gauchos nahe zu bringen. Die tz traf den Schweizer nach der Rückkehr aus São Paulo, wo er „zwei ganz starke Mannschaften“ beobachtete. Siegenthaler: „Holland war eher spielerisch ausgerichtet, hatte Fußballer, die gerne die Offensive pflegen. Argentinien ist gestärkt als Team, baut in der Offensive vor allem auf ihren Weltstar. Sie stehen in der Defensive mit zehn Mann sehr kompakt.“ Und genau da gilt es durchzukommen!

Desweiteren fällt sein Urteil sehr direkt aus. „Argentinien ist nicht mit Schönspielerei ins Finale gekommen, sie haben ganz klar auf Disziplin gesetzt, vielleicht auch mit dem Wissen, dass nicht mehr diese Power nach vorne vorhanden ist. Objektiv betrachtet: Wenn Deutschland so spielen würde, wären bei uns weniger Leute so zufrieden!“

Der Schweizer spielt auf die Härte an, vieles geht zunächst über den Kampf – und dann über Messi.

„Sie spielen sehr berechnend. Und im entscheidenden Moment kommt Glück dazu. Das haben wir insbesondere gegen die Schweiz gesehen. Nun ist es aber so ausgegangen und bei Argentinien wird alles als richtig angesehen. Hätte die Schweiz getroffen, wäre nun alles falsch.“

Deutliche Worte. Klar ist: Man wird nicht viele Chancen bekommen, braucht einen ausgeklügelten Angriffsplan. Alles weitere wird mehr denn je über den Kampf entschieden, und da scheinen die deutschen Spieler entschlossen. „Wir haben noch ein Ziel vor Augen!“, sagte Sami Khedira selbstbewusst.

Den Termin für einen neuerlichen Revancheversuch der Argentinier hat der DFB freundlicherweise bereits bekanntgegeben: Am 3. September spielt die deutsche Mannschaft in einem Testkick in Düsseldorf erneut gegen die Südamerikaner. Sollte das am Sonntag mit dem deutschen Sieg klappen, können Messi & Co. dann gern im Rheinland zuschlagen.

Michael Knippenkötter

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