Vor Spiel gegen USA

Nichtangriffspakt? DFB-Team will passende Antwort geben

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Das DFB-Team will sich nichts nachsagen lassen.

Santo Andre - Die deutsche Nationalmannschaft hat vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen die USA das Achtelfinale fast sicher. Das Duell hat es nicht nur wegen Jürgen Klinsmann in sich.

Nichtangriffspakt oder volle Attacke, „Schande von Recife“ oder ein Gruppen-„Finale“, das diese Bezeichnung auch verdient? Das abschließende Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Donnerstag (18 Uhr MESZ/ZDF) in Recife gegen die USA birgt nicht nur wegen des Wiedersehens mit Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann einige Brisanz.

Da beiden Teams schon ein Unentschieden reicht, um ins WM-Achtelfinale einzuziehen, waren die Erinnerungen an die WM 1982 und an die „Schande von Gijon“ am Montag plötzlich allgegenwärtig. Doch beide Seiten betonten vor dem emotionalen Duell zwischen Bundestrainer Joachim Löw und seinem Vorgänger Klinsmann ausdrücklich, dass sie an etwaige Absprachen unter Freunden überhaupt keine Gedanken verschwenden. Löw und Klinsmann haben ohnehin schon seit Wochen jeglichen Kontakt eingestellt. Dafür sei laut Klinsmann „jetzt keine Zeit“.

Es stehen wichtigere Dinge an. „Wir werden einen Teufel tun, uns ausruhen und auf ein Unentschieden spielen. Jetzt beginnen die Play-offs. Wir wollen gewinnen“, sagte Assistenztrainer Hansi Flick am Montag im Brustton der Überzeugung. Er sei überzeugt, dass die Mannschaft auf das ganze Gerede „die passende Antwort gibt“. Es werde niemand „diese Gesanken hegen“, ergänzte auch Mats Hummels: „Alles andere wäre unfair den anderen Nationen gegenüber.“

Die gleichen Aussagen kamen von der Konkurrenz. Man werde „korrekt“ an die Sache herangehen, meinte Jermaine Jones. Sein Coach wurde noch deutlich. „Wir wollen unbedingt gegen Deutschland gewinnen und Gruppensieger werden. Eine andere Marschroute gibt es bei uns nicht“, sagte Klinsmann. Gijon sei ohnehin „ein Teil der deutschen Länderspiel-Geschichte, aber nicht der amerikanischen“.

Es war ein ganz dunkler Teil der DFB-Historie, als Deutschland und Österreich am 16. Juni 1982 beim Stand von 1:0 für das DFB-Team alle Bemühungen einstellten. Beide Teams kamen schließlich weiter - damals zum Leidwesen der Algerier. Diesmal könnte es Ghana oder Portugal treffen. Doch auf Unentschieden spielen, das sei sowieso „nicht unser Ding“, meinte Hummels gelassen.

Löw und seine Spieler hatten am Sonntagabend in ihrem WM-Quartier Campo Bahia gebannt vor dem Fernseher gesessen und nach nach dem 2:2 gegen Ghana den Rechenschieber bemüht. Nach dem 2:2 der Portugiesen gegen die USA waren alle jedoch relativ entspannt ins Bett gegangen.

Gegen die Amerikaner könnte sich das DFB-Team wegen seiner besseren Tordifferenz aller Voraussicht nach sogar eine Niederlage leisten, um als Gruppenzweiter weiterzukommen. Schon ein Remis würde der deutschen Elf jedoch reichen, um die Vorrunde als Gruppenerster abzuschließen. „Dies ist unser Ziel. Wir wollen nach Porto Alegre“, sagte Flick.

In Porto Alegre würde das DFB-Team auf den Zweiten der Gruppe H treffen, voraussichtlich auf Russland, Südkorea oder Algerien. Belgien ginge deutschland nach dem aktuellen Stand aus dem Weg, genauso einem Viertelfinale gegen Argentinien. Doch soweit will im DFB-Lager derzeit ohnehin noch keiner denken. Step by step, so lautet die Devise.

Immerhin gab es am Montag für das USA-Spiel aus personeller Sicht schon einmal gute Nachrichten. Die angeschlagenen Sami Khedira (Innenband-Zerrung im Knie) und Jerome Boateng (Muskelverhärtung) sollten wieder trainieren und am Donnerstag zur Verfügung stehen.

Ob der schon gegen Ghana müde wirkende Khedira allerdings erneut in der Startelf steht, ist offen. Bastian Schweinsteiger drängt nach seinem überzeugenden Kurzeinsatz gegen die Afrikaner mit Vehemenz ins Team. Doch aus möglichen Aufstellungsvarianten machte Flick wie immer ein Staatsgeheimnis.

Nur eins stellte er klar: Kapitän Philipp Lahm wird weiter im Mittelfeld spielen. Löw und Flick wollen auch nach zwei schwächeren Auftritten des 30-Jährigen nicht an ihrer Entscheidung rütteln. Ein Wechsel von Lahm auf die rechte Verteidiger-Position sei „keine Option. Wir sehen Philipp im Mittelfeld. Er gibt uns eine gute Ordnung und ein gutes Gleichgewicht. Unser Spiel im Mittelfeld greift so langsam“, sagte Flick.

Während der Kapitän unantastbar ist, könnte es außer Khedira auch einen aus der Offensive treffen. Torjäger Mirolav Klose hat sich gegen Ghana mit seinem 15. WM-Treffer eindrucksvoll in Erinnnerung gebracht. Thomas Müller könnte ins Mittelfeld rutschen, Mario Götze auf die Bank.

sid

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