Valbuena wie Ribery

Gernot Rohr stellt Frankreich vor

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Gernot Rohr.

Rio de Janeiro - Gernot Rohr (61) ist Kenner des französischen Fußballs. Hier stellt Rohr die Spieler des deutschen WM-Viertelfinal-Gegners vor.

Gernot Rohr (61) ist Kenner des französischen Fußballs. Der in Mannheim geborene Nationaltrainer Nigers wurde als Spieler mit Girondins Bordeaux dreimal französischer Meister. Seit 1982 besitzt Rohr die französische Staatsbürgerschaft.

Hier stellt Rohr die Spieler des deutschen WM-Viertelfinal-Gegners vor.

Torhüter:

1 - Hugo Lloris (27 Jahre/61 Länderspiele/0 Tore, Tottenham Hotspur): „Er ist der Kapitän und ganz wichtig für die Mannschaft. Einer der besten Torhüter des Turniers.“

Verteidigung:

2 Mathieu Debuchy (28/24/2, Newcastle United): „Er ist körperlich sehr stark und verfügt über ein gutes Kopfballspiel. Besitzt auch in der Offensive Qualitäten und harmoniert auf der rechten Seite gut mit Valbuena.“

4 Raphaël Varane (21/10/0, Real Madrid): „Mit seinen 21 Jahren gehört er der neuen Generation an. Er ist hochintelligent und hat ein super Abitur gemacht. Von ihm kann man in der Zukunft noch viel erwarten.“

5 Mamadou Sakho (24/22/2, FC Liverpool): „Er ist physisch sehr stark. Mit Varane bildet er eine starke Innenverteidigung, die nur sehr schwer zu knacken ist.“

3 Patrice Evra (33/61/0, Manchester United): „Einer der Überlebenden aus Südafrika. Er hatte große Probleme mit der französischen Presse. Nicht mehr so stark in der Offensive wie früher, verfügt aber über reichlich Erfahrung.“

Mittelfeld:

19 Paul Pogba (21/15/3, Juventus Turin): „Er ging mit großen Vorschusslorbeeren in das Turnier. In den ersten Spielen hat er ein bisschen enttäuscht. Gegen Nigeria war er stark. Er ist einer der Schlüsselspieler.“

6 Yohan Cabaye (28/33/2, Paris St. Germain): „Er ist der Stratege im Mittelfeld, der die jungen Spieler sehr gut führt. Er verfügt über einen guten Distanzschuss.“

14 Blaise Matuidi (27/27/2, Paris St. Germain): „Ein sehr kampfstarker Spieler. Er geht aggressiv zur Sache.“

Angriff:

8 Mathieu Valbuena (29/37/6, Olympique Marseille): „Er ist wohl der Spieler mit der besten Form. Hat bisher nur gute Spiele gemacht. Er ist sehr motiviert. Man kann ihn mit Franck Ribery vergleichen.“

10 Karim Benzema (26/70/24, Real Madrid): „Er ist toll in das Turnier gestartet. In der Mitte ist er stärker als über links. Mit seinem Antritt kann er jede Abwehr vor Probleme stellen.“

11 Antoine Griezmann (23/8/3, Real Sociedad San Sebastian): „Er verkörpert auch die neue Generation französischer Spieler, ist schnell. Er arbeitet auch gut nach hinten.“

aufgezeichnet von Oliver Mucha (SID)

sid

Das nervt echte Fußball-Fans bei der WM

Die Fußball-WM in Brasilien ist sicher nicht ohne Probleme. Die sozialen Missstände in Brasilien, die Proteste der Menschen dagegen, die Diskussionen um Korruption im Weltfußballverband FIFA - alles zurecht ausführlich diskutiert und immer wieder analysiert. Dagegen macht der Fußball richtig Spaß. Fans können sich fast rundum freuen und gar nicht genug bekommen, wenn da nicht einige Kleinigkeiten wären, die den WM-Dauergucker ganz schön nerven können. Eine kleine, unvollständige Liste der WM-Nervereien. © picture alliance / dpa
CORAÇÃO: Es ist wie ein Virus: Sobald ein (brasilianischer) Fan von einer Kamera eingefangen wird, formt er ein Coração (Herz) mit seinen Händen und hält es lachend der globalen Zuschauerschaft entgegen. Immer. Sogar der belgische Torschütze Dries Mertens ließ sich davon anstecken und zeigte nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen Algerien das Lena-Meyer-Landrut-Herz in die Runde. Und genau da liegt das Problem: Beim Eurovision Song Contest nimmt man diese Ich-habe-Euch-alle-lieb-Geste gerne hin, ja sie gehört bei diesem Halli-Galli-Spaßfest sogar fest dazu. Aber bei einer ernsten Sache wie Fußball in einem vor Testosteron überlaufenden Stadion? Bitte nicht! © dpa
FOULER PROTEST: Fußballer sind von Natur aus Unschuldslämmer. Das muss so sein. Anders lässt sich nicht erklären, warum auch nach dem gröbsten Foul der Verursacher so tut, als widerfahre ihm gerade die größte Ungerechtigkeit im Fußball seit der Schande von Gijon 1982. Mit Unschuldsmiene, hochgezogenen Schultern und von sich gestreckten Händen suggerieren selbst die bösesten Bolzplatz-Buben: Lieber Schiri, ich doch nicht. Niemals. Nimmer. Ehrlich geht anders. Deswegen, liebe Profis, eine kleine Regelkunde: Wenn Du bei einem Zweikampf den Gegner triffst, bevor Du an den Ball kommst, ist das meistens Foul. Dein Foul. © picture alliance / dpa
TIER-ORAKEL:  Krake Paul war cool. Er war neu, hatte Ballgefühl in allen acht Armen und lag immer richtig. Doch nach dem Tod des Tintenfisches nicht lang nach der WM 2010 überschwemmten Möchtegern-Nachfolger den Orakel-Markt. Allzu viele geschäftstüchtige Menschen erkannten das Werbepotenzial so eines Tieres - und so dürfen heutzutage Affen, Elefanten, Gürteltiere (wie passend) oder auch Schweine orakeln, was das Zeug hält. Das finden nur noch unverbesserliche Tierfreunde wirklich putzig. Wissenschaftliche Aufklärung tut Not: Weder Tier-Orakel noch Löffelverbieger Uri Geller oder Kaiser Franz Beckenbauer können den Ausgang von Fußballspielen voraussagen. Ehrlich. © picture alliance / dpa
BUNTE SCHUHE: Das waren noch Zeiten: Die schwarzen Treter mit dezenten weißen Streifen geschnürt und raus auf den Bolzplatz. Heute sehen Fußballschuhe aus wie das neueste Bühnenoutfit von Lady Gaga. Neongelb, giftgrün, ätzblau oder Stadtreiniger-orange, manchmal auch links so und rechts ganz anders - irgendwie affig. Oder läuft man möglicherweise schneller, wenn man Schuhe trägt, die aussehen als würden sie radioaktiv strahlen? © picture alliance / dpa
INTERNE T:  Soziale Netzwerke sind toll. Fans können über Twitter, Facebook & Co direkt dabei sein in Trainingslagern, WM-Quartieren und Umkleidekabinen. Spieler posten intime Fotos - gern auch oben ohne - und Kanzlerinnen werden in Selfies verewigt. Aber diese Spaßvögel! Kurz nach Robin van Persies tollem Flugkopfball zum 1:1 gegen Spanien quollen aus dem Internet schon die Fotomontagen: van Persie fliegt mit Delfinen, van Persie düst an der Christus-Statue vorbei, van Persie mit Hexenbesen beim Quidditch. Alle Nicht-Spanien-Fans dieser Welt mögen sich das sagenhafte Zuspiel von Daley Blind und van Persies noch sagenhafteren Flug hundertmal im Internet anschauen, von oben, unten, rechts und links, in Zeitlupe oder im Zeitraffer. Wunderschön! Aber niemand braucht diese Ulk-Bilder. Also, liebe Photoshop-Jünger, bitte lasst das und wendet Euch wieder Euren Katzen zu! © picture alliance / dpa
WM-WURST:  Zugegeben, seitdem der Ball rollt, ist es nicht mehr ganz so schlimm. Aber in den Wochen davor: die reinste Werbehölle. Nicht nur Fußball-affine Produkte wie Chips und Bier wurden mit WM-Logos, Fußbällen oder/und Länderflaggen beworben, auch beim Kauf von Shampoos, Wurst-Snacks oder Brötchen kam man nicht am Großereignis in Brasilien vorbei. Noch schlimmer ist es im Radio und Fernsehen: Fangesänge, Stadionsprecher und Tröten, Tröten, immer wieder Tröten dröhnen einem da entgegen. Glaubt eigentlich irgendein Werber tatsächlich, echte Fans würden wegen dieses Fußball-Gedöns einen Kühlschrank, ein Sofa oder ein Auto mehr kaufen? © picture-alliance/ dpa
GEHEIMFAVORITEN: Nein, Belgien oder Chile nerven keineswegs. Sie bereichern durchaus die Stammtischdiskussionen um den künftigen Weltmeister. Es ist das Wort „Geheimfavorit“, das dem kritischen Fußballfan gehörig auf die Nerven geht. Doch Sportjournalisten, Moderatoren und Mitreden-Woller lieben diese unsinnige Floskel und ziehen sie stets dann aus dem Phrasenhut, wenn es um gute Mannschaften aus der zweiten Reihe geht. Aber was soll das denn sein, ein Geheimfavorit? Ein geheimer Favorit, den außer FIFA-Präsident Joseph Blatter noch keiner kennt? Mmh, dann wäre er ja nicht so bekannt, oder? Immerhin hat dieses Wort auch ein Gutes: Man weiß genau, dass all jene Mannschaften, die vor einem Turnier als Geheimfavorit tituliert werden, nie und nimmer den Titel holen. © picture alliance / dpa

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