Dialog mit Journalistin

Götze: Skurrile Becher-Szene nach dem Triumph

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Mario Götze nach seinem Treffer.

Rio de Janeiro - Mario Götze wurde in Rio de Janeiro zum großen Helden des WM-Finales. Im Anschluss kam es zu einer skurrilen Becher-Szene.

Er wirkte fast ein wenig erstaunt, dass man noch Fragen an ihn hatte. Leicht verschüchtert kam Mario Götze mit einem Plastikbecher in der Hand aus der Kabine geschlendert, als ihm zahlreiche Diktiergeräte vor die Nase gehalten wurden. Er rang nach Worten, wischte sich immer wieder verlegen durch die Haare und gab im Zweifel immer dieselbe Antwort, bevor gar nichts aus ihm herauskam vor lauter Ergriffenheit. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, einfach unbeschreiblich, gerade wenn man dieses Tor sieht. Man begreift eigentlich gar nicht, was passiert“, sagte der Held des Abends, der göttliche Götze.

Dabei wollte man doch von ihm wissen, wie er das gemeint hatte, als er kurz zuvor als Spieler des Spiels vor der ganzen Welt sprechen durfte und erklärte: „Es war kein einfaches Jahr für mich, und es war kein einfaches Turnier für mich. Ich muss meiner Familie danken, meiner Freundin, meinem Freund Volker Struth, meinen engsten Freunden, die immer an mich geglaubt haben. Das ist mir besonders wichtig.“

Und man musste vermuten, dass es mit einer Saison beim FC Bayern zu tun hatte, in der er plötzlich nicht mehr nur gefeierter Superstar war, wie zu seiner Zeit in Dortmund. Beim Rekordmeister war er großer Kritik ausgesetzt, fand auch bei Pep Guardiola nicht immer Anklang, nahm auf Bank und Tribüne Platz. Aber Götze blieb dran. Auch bei dieser WM, in der es lange nicht gut lief. Und dann wechselte ihn Löw doch noch ein und gab ihm ein paar Worte mit auf den Weg. Löw: „Ich habe ihm gesagt: Zeige der Welt, dass du besser bist als Messi. Ich hatte einfach ein gutes Gefühl bei ihm!“

Der Trainer sollte recht behalten, Götze verwertete die Schürrle-Flanke technisch perfekt – wie Messi. Es folgten emotionale Bilder. Der Ex-Dortmunder hielt das Trikot seines verletzten Freundes Marco Reus hoch, er ging zu seiner ganz eigenen Pressekonferenz, er kämpfte mit den Tränen. Der göttliche Götze, einfach überwältigt. Dann nippte er noch einmal an seinem Becher. „Was ist da drin?“, fragte eine Journalistin. Und Götze wurde lockerer: „Wasser!“ Gegenfrage: „Tatsächlich?“ – „Nein, natürlich nicht!“ Und es folgte das erste Lächeln…

mic

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