WM 2014: Paul Breitner über bisherige Leistungen

Nach Vorrunde: Jetzt geht's ans Eingemachte

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Die deutsche Nationalmannschaft ist nicht von Thomas Müller abhängig, sagt Paul Breitner.

München - Mit einem souveränen Arbeitssieg gegen Klinis US-Amerikaner zog die deutsche Nationalmannschaft als Gruppenerster ins Achtelfinale ein. Die tz sprach mit Ex-Weltmeister Paul Breitner über die bisherigen Leistungen von Jogis Jungs.

Noch vier Spiele bis zum ersehnten WM-Triumph – jetzt wird es ernst. Die tz sprach mit Ex-Weltmeister Paul Breitner, etwa über die Diskussion um Philipp Lahm.

Zwei Siege, ein Remis. Hat Deutschland bisher überzeugt? 

Das ist die falsche Frage. Überzeugend zählt bei einer WM nicht, es geht einzig ums Weiterkommen. Diese Aufgabe hat die Mannschaft souverän erfüllt und als Gruppenerster sogar den günstigeren Weg erwischt – was will man mehr?

Bastian Schweinsteiger hat ein gutes Spiel abgeliefert? Kann Jogi Löw ihn jetzt einfach wieder auf die Bank setzen?

Bastian hat gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Und, dass er im Mittelfeld perfekt mit Philipp Lahm harmoniert.

Auch Lahm spielte fehlerlos…

Richtig. Wir haben gesehen, dass manche Leute mit ihren Wasserstandsmeldungen nach ein, zwei nicht ganz so guten Spielen von Philipp warten sollten. Da sollte manch einer mal drüber nachdenken, was Philipp die ganze Saison und über mehrere Jahre gezeigt hat, bevor er so einen Unsinn erzählt.

Also ist die Mannschaft für die K.o.-Runde gerüstet? Oder muss Löw noch etwas verbessern?

Es geht nicht darum, dass Jogi Löw noch etwas verbessern muss. Sondern darum, dass die Mannschaft mit jeder K.o.-Runde noch eine Schippe drauflegt. Und ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass sie das kann. Gegen die USA hat sie nur ihre Hausaufgaben erledigt. Jetzt geht es ans Eingemachte!

Sind wir jetzt also reif für den Titel?

Vor vier Jahren hatte der Kader, der junge Teil der Spieler, noch nicht das Gewicht, um Weltmeister zu werden. Doch jetzt haben sie in der Nationalmannschaft und in den internationalen Vereinswettbewerben genügend Erfahrung gesammelt, um als Schwergewichte den Titel zu holen.

Und wer ist unser größter Konkurrent? 

Es ist keine stärkere Mannschaft da. Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis. Es gab zwei Top-Favoriten, die Spanier und unsere Mannschaft. Der eine ist ausgeschieden. Jetzt sind wir der einzige, danach kommt die Niederlande. Die Mannschaft hat bisher absolut überzeugt.

Ist das DFB-Team denn vielleicht zu sehr vom momentan überragenden Thomas Müller abhängig, der gegen die USA schon wieder traf?

Nein, das ist sie ganz sicher nicht. Jede Mannschaft ist doch in gewisser Weise von dem Spieler abhängig, der die Angriffe abschließen soll. Den Spaniern hat das das Genick gebrochen. Wir haben mit Thomas Müller und Miroslav Klose zwei Spieler, die das können.

Interview: Sven Westerschulze

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