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Niederlande - Argentinien: Offizielle Aufstellung & Fakten im Check

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Niederlande gegen Argentinien: Das Duell zweier Weltstars

Im, zweiten Halbfinale der WM 2014 treffen Niederlande und Argentinien aufeinander. Hier gibt's zu beiden Teams die offizielle Aufstellung, Taktik und wichtige Fakten im Check.

Langsam aber sicher erreicht die WM 2014 in Brasilien ihren Höhepunkt. Nur noch zwei Spiele bis zum großen Finale in Rio de Janeiro. Am Mittwoch treffen die Niederlande und Argentinien aufeinander. Beide Mannschaften sind als Mitfavoriten auf den Titel nach Brasilien gereist und schafften es jeweils als Gruppensieger eine Runde weiter. Sowohl die Niederlande als auch Argentinien mühten sich anschließend allerdings durch Achtel- und Viertelfinale. Heute bestreiten sie das mit Spannung erwartete zweite Halbfinale der WM 2014. Alle Informationen über die mögliche Aufstellungen und Taktik haben wir für Sie in unserem Fakten-Check zusammengetragen.

Niederlande: Robben bisher nicht zu stoppen

Ausgangslage: Als die Niederlande gegen den amtierenden Weltmeister Spanien mit einem 5:1 ins Turnier gestartet waren, sahen viele die Holländer als heiße Anwärter auf den WM-Titel. Im Gedächtnis blieben ein Arjen Robben, der in keiner Phase der Partie zu stoppen war und 90 Minuten über den Platz fegte sowie ein Robin van Persie, der ein unglaubliches Kopfballtor erzielte. Die Niederlande wirkten stark wie seit langem nicht mehr. Doch im weiteren Verlauf des Turniers taten sie sich mit ihren WM-Gegnern plötzlich zusehends schwerer. Dennoch: In der Offensive können die Niederlande mit einem Weltklasse-Aufgebot glänzen. Mit Wesley Sneijder, van Persie und Robben haben sie äußerst erfahrene und routinierte Spieler auf höchstem spielerischen Level. Ihr Können haben sie bei dieser WM bereits des Öfteren demonstriert. Sollten die Niederlande im Spiel gegen Argentinien ihr Potential abrufen können, wird es fast unmöglich sein, Robben und Co. an Tor-Abschlüssen zu hindern. Wahrscheinlich wird es eher die Defensive sein, die den Niederländern Probleme bereiten könnte. Sie haben bei dieser WM viele unerfahrene und junge Verteidiger in ihren Reihen, dazu spielt in Dirk Kuyt ein gelernter Stürmer Außenverteidiger (wobei er seine Aufgabe bisher sehr gut meistert).

Die bisherigen Duelle: Ein Spiel der Niederlande gegen Argentinien ist ein seltenes Vergnügen. In einem K.o.-Spiel einer WM standen sich die beiden erst ein einziges Mal gegenüber. Bei der WM 1978 in Argentinien lautete das Finale Niederlande - Argentinien. In dem hitzigen Endspiel, das aufgrund einiger Verzögerungen mit einer halben Stunde Verspätung angepfiffen wurde, gelang es den Gastgebern, sich mit einem 3:1 nach Verlängerung durchzusetzten. Die Niederlande verloren damals ihr zweites WM-Finale in Folge. 

Die Taktik: Nachdem die Niederlande jahrelang in einem 4-3-3 System agierten, entschied sich Louis van Gaal einige Monate vor der WM 2014 für ein 5-3-2 System. Bei Ballbesitz wird das flexibel zu einem 4-4-2 umgestellt. Wie erfolgreich in einer solchen Formation gespielt werden kann, zeigte sich im Spiel gegen Spanien. In diesem System werden in der Defensive der Niederlande vor allem die Räume im Zentrum eng gemacht, was gegen Argentinien ein entscheidender Faktor werden könnte. Gelingt es der holländischen Abwehr nicht, Argentiniens Superstar Lionel Messi unter Kontrolle bringen, könnte dies fatale Folgen haben. In der Offensive setzt van Gaal auf die individuelle Klasse seiner drei Star-Spieler. Sneijder agiert als Spieleröffner für die Niederlande und soll mit seinen Pässen die Kollegen in Szene setzten. Außerdem ist da noch Arjen Robben, der mit seiner Schnelligkeit und Abschlussstärke die gegnerische Defensive vor unlösbare Probleme stellen soll. Und zuletzt noch van Persie, ein Vollblutstürmer mit unglaublich viel Erfahrung, der in fast jeder Situation Torgefahr ausstrahlt. Zu ihren Tor-Chancen werden die Niederlande in Anbetracht ihrer Weltklasse-Angreifer sicher kommen, entscheidend wird demnach vermutlich die Defensiv-Leistung der van-Gaal-Elf sein.

Die offizielle Aufstellung: Der frühere Hamburger Nigel de Jong steht im WM-Halbfinale gegen Argentinien doch in der Startelf der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft.

Der niederländische Verband Mittelfeldspieler hatte vergangene Woche wegen einer Leistenverletzung bereits das WM-Aus für den 29-Jährigen verkündet. Trainer Louis van Gaal hatte die plötzliche Trainings-Teilnahme seit Sonntag als „Versuch“ bezeichnet und erklärt, wenn de Jong spielen könnte „wäre das wirklich ein Wunder“.

Auch der wegen Knieproblemen fragliche Abwehrspieler Ron Vlaar steht ebenso in der Anfangsformation der Niederländer wie Kapitän Robin van Persie, der am Dienstag wegen Magenproblemen pausiert hatte. Leroy Fer (Oberschenkel) gehört dagegen nicht zu den ersten Elf. Einziger Bundesliga-Spieler, der zu Beginn der Partie auf dem Platz ist, ist der Münchner Arjen Robben.

Bei Argentinien fehlt Offensivstar Sergio Agüero trotz ausgestandener Muskelverletzung in der Startelf. Der verletzte Angel Di Maria (Oberschenkel) wird durch den beim 1:0 gegen Belgien für ihn eingewechselt Enzo Perez ersetzt. Auf der linken Abwehrseite rutscht Marcos Rojo nach abgelaufener Gelbsperre wieder ins Team.

Niederlande - Argentinien: Offizielle Aufstellung

Niederlande: 1 Cillessen (Ajax Amsterdam/25 Jahre/14 Länderspiele) - 15 Kuyt (Fenerbahce Istanbul/33/102), 3 de Vrij (Feyenoord Rotterdam/22/18), 2 Vlaar (Aston Villa/29/30), 4 Martins Indi (Feyenoord Rotterdam/22/21), 5 Blind (Ajax Amsterdam/24/18) - 20 Wijnaldum (PSV Eindhoven/23/11), 6 de Jong (AC Mailand/29/76) - 10 Sneijder (Galatasaray Istanbul/30/105) - 11 Robben (Bayern München/30/82), 9 van Persie (Manchester United/30/90)

Argentinien: 1 Romero (AS Monaco/27/53) - 4 Zabaleta (Manchester City/29/42), 15 Demichelis (Manchester City/33/40), 2 Garay (Benfica Lissabon/27/24), 16 Rojo (Sporting Lissabon/24/27) - 6 Biglia (Lazio Rom/28/25), 14 Mascherano (FC Barcelona/30/104), 8 Pérez (Benfica Lissabon/28/10) - 9 Higuaín (SSC Neapel/26/42), 10 Messi (FC Barcelona/27/92), 22 Lavezzi (Paris St. Germain/29/36)

Argentinien ohne di Maria, dafür mit Messi und Agüero

Ausgangslage: Nach einem holprigem Start gegen Bosnien-Herzegowina und den Iran schaffte es Argentinien, sich bis zum Viertelfinale zu steigern. Gerade die Leistung von Lionel Messi kann der Mannschaft in Hinblick auf das Halbfinale Hoffnung machen. Im letzten Spiel konnte dieser nicht nur mit seinen gewohnt starken Offensiv-Aktionen, sondern auch durch die für ihn ungewohnt hohe Beteiligung an der Defensiv-Arbeit glänzen. Überschattet wird dies aber durch die Verletzung von Ángel di María der für das Spiel gegen die Niederlande definitiv ausfällt. Somit bricht Argentinien im WM-Halbfinale eine der wichtigsten Stützen der Offensive weg. Im Gegenzug könnte Stürmer Sergio Agüero nach überstandener Verletzung in die Mannschaft zurückkehren.

Taktik: Bei Argentinien wird es wohl darauf ankommen, wie gut Lionel Messi in Szene gesetzt werden kann. In der Offensive laufen so gut wie alle Aktionen über den Superstar. Der Ausfall von di Maria wird das Bemühen der Mannschaft, Messi so oft wie möglich an den Ball zu bringen, zusätzlich verstärken. Bereits in der Vorrunde war es oft der Mann vom FC Barcelona, der es durch Einzelaktionen schaffte, die Schwächen oder Fehler seine Teamkollegen auszubügeln. Wenn es Messi gelingt, im Angriff in gute Schuss-Positionen zu kommen oder er den Raum bekommt, um Pässe zu spielen, wird Argentinien sicher zu der ein oder anderen guten Tor-Chance kommen. Ein größeres Problem stellt für Trainer Sabella seine Verteidigung dar. Der Defensiv-Verbund von Argentinien neigt unter Druck zu Fehlern. Daher wird Sabella wohl besonderes Augenmerk darauf legen, seine Verteidiger auf Robben, van Persie und Co. perfekt einzustellen, um diesen so wenig Chancen wie möglich zu überlassen. Es ist aber durchaus fragwürdig, ob dieser Plan für Argentinien über 90 Minuten aufgehen wird.   

Die Aufstellung: Viel wird sich in der Formation der Argentinier im Vergleich zu den anderen Spielen wohl nicht verändern. Die interessanteste Frage ist vermutlich, wie Trainer Sabella di María ersetzt. Eine Aufgabe, die nicht gerade leicht erscheint. Di María sorgte im Spiel gegen Belgien auf dem Flügel ständig für Wirbel und schaffte es immer wieder, die Defensive zu überwinden. Sabella hat auf der Bank aber keinen Spieler mehr, der in ähnlicher Manier die Außenbahnen durchpflügt. Im Viertelfinale kam Enzo Perez für di María ins Spiel, dessen Stärken aber eher in zentraler Position liegen. Man kann also gespannt sein, was sich Sabella für das Halbfinale gegen die Niederlande einfallen lässt. Ein weiteres Fragezeichen kann man hinter Sergio Agüero setzen. Der Stürmer ist wieder ins Training eingestiegen. Jedoch ist nicht sicher, ob er bereits fit genug ist, um wieder in die Startelf zu rücken. Zumal es Teamkollege Gonzalo Higuaín war, der im Spiel gegen Belgien das entscheidende Tor erzielte. Für Trainer Sabella vielleicht ein Grund, ihn von Anfang an spielen zu lassen.

Die Viertelfinalspiele der Teams im Vergleich

Niederlande Argentinien
Laufleistung 133 km                104,9 km              
Pässe (Quote) 82% 74%
Schüsse 20 10
aufs Tor 15 7
begangene Fouls (gelbe Karten) 15 (2) 11 (1)
Ballbesitz 64% 51%

wal

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