Lahm-Diskussion

Bierhoff: Löw macht nichts anderes als Guardiola

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Oliver Bierhoff.

München - DFB-Manager Oliver Bierhoff hat in einem Interview mit dem Münchner Merkur die Maßnahme von Jogi Löw verteidigt, Philipp Lahm auf der Sechser-Position aufzustellen.

Ist das Viertelfinale schon das letzte deutsche Spiel bei der WM 2014 – oder geht das Turnier erst richtig los mit dem Erreichen des Halbfinales? Und macht Bundestrainer Joachim Löw alles richtig, wenn er Philipp Lahm auf der Sechser-Position und nicht als Rechtsverteidiger aufstellt? Im Interview mit dem Münchner Merkur spricht DFB-Manager Oliver Bierhoff über Lage und Stimmung in Brasilien.

Ist die Lahm-Positions-Diskussion berechtigt oder nur populistisch?

Oliver Bierhoff: Klar ist sie berechtigt. Doch ich wundere mich, dass dem Jogi Sturheit vorgeworfen wird. Der trifft nicht eine Entscheidung, um es jemandem zu zeigen, der will wie jeder andere Trainer die optimale Aufstellung. Pep Guardiola hat Philipp oft ins Mittelfeld gestellt, also kann das nicht so weit ab sein. Ich weiß nicht, wie die öffentliche Reaktion gewesen wäre, wenn wir im Trainingslager in Südtirol angekündigt hätten, dass wir mit Khedira und Schweinsteiger als fester Mittelfeldbesetzung in die WM gehen – nach ihren Verletzungspausen. Wir haben im zweiten Spiel gesehen, wie schlecht Sami das erste verkraftet hat. Man denkt als Trainer an Varianten, etwa daran, die Abwehrprobleme, die wir hatten, mit vier gelernten Innenverteidigern abzustellen. Ich weiß, dass die Varianten vor jedem Spiel diskutiert werden. Und wir haben Leute wie Philipp Lahm, den kannst du auch links hinstellen, da spielt er die gleiche Partie. Es ist schwer: Wenn Jogi jetzt was ändert und es dann schlecht läuft, heißt es, er hat seine Linie verloren. Als Trainer willst du auch nicht zu viel experimentieren.

Was würde ein Viertelfinal-Aus bedeuten?

Bierhoff: Man spielt gegen Frankreich, es ist ein K.o.-Spiel, man muss damit rechnen. Es wäre vermessen zu sagen, wir müssen ins Finale. Aber wenn man sieben, acht Wochen zusammen ist und kann dann beim Turnier nicht zum Finale bleiben, dann fragt man sich: Wozu das Ganze?

Andersherum: Könnte man sagen, dass einen das Erreichen des Halbfinales auf die sichere Seite bringt?

Bierhoff: Ich denke nicht an eine sichere Seite. Ich finde es beeindruckend, dass wir als deutsche Nationalmannschaft in den nun zehn Jahren, in denen ich dabei bin, immer unter den besten vier waren, da gibt es keine andere Mannschaft, auch nicht Spanien, Italien, die Niederlande. Alle träumen wir vom großen Ziel. Vom dritten Platz haben wir nichts, das ist dann eigentlich auch egal. Von dem, wie sich die Nationalmannschaft hier imagemäßig präsentiert, bin ich jetzt schon hundertprozentig zufrieden.

Das komplette Interview finden Sie hier bei merkur-online.de.

tz

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