Kurz vor der WM 2014

Oliver Kahn: "Neuers Stress ist maximal!"

München - Oliver Kahn bezog eine Woche vor Beginn der WM 2014 schon mal Stellung zu den derzeit wichtigsten Themen: Manuel Neuer, die Chancen der DFB-Elf, die Konkurrenz und die Probleme mit dem Klima.

Er ist und bleibt ein WM-Teilnehmer: Oliver Kahn (44). Sechs Jahre nach Beendigung seiner Karriere ist der frühere Weltklassetorhüter des FC Bayern in Brasilien als Experte des ZDF am Start und für das Fanorakel WM-Studio auf YouTube. Dort geht es u. a. um Fan-Talks, zu denen Kahn zugeschaltet wird, um live mit den anderen Teilnehmern über die Geschehnisse bei der Weltmeisterschaft zu diskutieren. Am Freitag wurde das Projekt in München vorgestellt und Kahn bezog eine Woche vor Beginn der bedeutendsten Sportveranstaltung der Welt schon mal Stellung zu den derzeit wichtigsten Themen. Kahn (86 Länderspiele) über…

  • …Manuel Neuers Schulterprobleme: „Das erinnert mich an 1999, als ich vor dem Champions-League-Finale gegen Manchester United in einer ähnlichen Situation war. Ich war trotz der Verletzung dann doch dabei. Und ich sehe kein großes Problem darin, dass jetzt ein Mann von Manuels Qualität die letzten zwei Vorbereitungsspiele verpasst und zwei, drei Wochen nicht trainieren konnte. Allerdings stellt die jetzige Situation für Neuer eine psychische Doppelbelastung dar. Von ihm wird zum einen die höchste Leistung gefordert, zum anderen schleppt er die Verletzung mit sich rum. Die Frage, ob sein Körper rechtzeitig fit ist, bedeutet für Neuer maximalen Stress. Und es gibt natürlich eine Deadline für ihn. Sechs, sieben Tage vor dem ersten Spiel gegen Portugal sollte die Schulter absolut belastbar sein und Neuer voll trainieren können.“
  • …die Chancen des DFB-Teams: „Ich weiß nicht, warum derzeit in unserem Land diesbezüglich eine so negative Stimmung herrscht. Das ganze Vorbereitungsgedöns, all der Käse spielt doch keine Rolle. Das beunruhigt mich überhaupt nicht. Auch früher hatten wir verletzte Spieler. Vielleicht ist es für diese Leute sogar ein kleiner Vorteil, weil sie sich erholen konnten. Wobei ich natürlich schon gespannt bin, wie Khedira und Schweinsteiger zur Topform finden. Das Halbfinale ist absolut drin. Und natürlich kann Deutschland Weltmeister werden. Warum denn nicht?“
  • …die Konkurrenten: „Natürlich Brasilien mit dem Heimvorteil. Aber diesen Heimvorteil musst du dir erst mal erarbeiten. So wie auch wir das 2006 tun mussten. Du musst die Menschen auf deine Seite ziehen. Aber ich habe auch sehr starke Chilenen gegen uns gesehen, und Argentinien haben viele auf dem Zettel. Und dann die Spanier. Es wäre Wahnsinn, wenn sie den vierten großen Titel hintereinander holen würden. Das wäre unfassbar. Ich glaube aber auch, dass Mexiko eine gute Rolle spielen wird.“
  • …die Probleme mit den langen Reisen und dem Klima: „Es ist natürlich eine Belastung, aber ich würde das als Teammanager gar nicht thematisieren. Das sind junge Leute, die topfit sind und hochmotiviert.“

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tz

Rubriklistenbild: © AFP

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