Salvador in Schwarz-Weiß

Tausende deutsche Fans strömen in WM-Spielort

Salvador da Bahia - Die bunteste WM-Stadt wird schwarz-weiß: Mehrere Tausend deutsche Fans sind schon einen Tag vor dem Auftaktspiel der DFB-Elf gegen Portugal in die denkmalgeschützte Altstadt von Salvador da Bahia geströmt.

„Wir rechnen mit rund 8000, die sich aus Deutschland auf den Weg nach Brasilien gemacht haben“, sagte Polizeipressesprecher Jan Schabacker dem SID.

Mit den traditionellen Trikots der DFB-Elf, die am Montag (18.00 Uhr MESZ/ARD) gegen Cristiano Ronaldo und Co. in die WM startet, sorgten die deutschen Anhänger für einen neuen Akzent in der Karnevalshochburg. Abertausende Fähnchen flattern über den Plätzen des historischen Viertels Pelourinho, überdimensionale Figuren an jeder Ecke erinnern auch im brasilianischen Spätherbst an den größten Straßenkarneval der Welt, frisch gestrichen glänzen die Fassaden der Kolonialbauten in der Sonne.

„Alles ist friedlich und sehr stimmungsvoll“, berichtete Michael Gabriel, der am Sonntagvormittag auf der zentralen Praca da Se die mobile Fanbotschaft der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) eröffnet hatte. „Der erste Eindruck ist, dass deutlich mehr mitgereist sind als vor vier Jahren in Südafrika.“

Bilder: So bunt und verrückt sind die WM-Fans

Wow! So schön und bunt sind die WM-Fans

Damit sich an dieser Atmosphäre in der schönsten Stadt Brasiliens rund um den WM-Auftakt von Manuel Neuer und Co. nichts ändern, ist auch die deutsche Polizei vor Ort. Vier Polizisten aus der Heimat die deutschen Anhänger im Auge, drei von ihnen sind szenekundige Beamte.

Mit großen Schwierigkeiten rechnet niemand. „Es gibt überhaupt keine Anzeichen dafür, dass große Gruppen gewaltbereiter Fans kommen“, sagte Schabacker, „die Reise ist für die meisten einfach zu teuer.“ Und Gabriel legte sich fest: „Es wird definitiv nichts passieren.“ Insgesamt wurden 58.778 Tickets nach Deutschland verkauft - so viele wie in kein anderes europäisches Land.

Bilder vom DFB-Team: Abschlusstraining und PK

Bilder vom DFB-Team: Abschlusstraining und PK

Das zwölfköpfige KOS-Team unter anderem aus Osnabrück, Magdeburg, Hoffenheim und Schalke versorgte die deutschen Fans mit Tipps und wichtigen Informationen zum Spielort, der drittgrößten brasilianischen Stadt, aber vor allem mit Sicherheitshinweisen. Denn Salvador, einst Zentrum des Sklavenhandels, hat große soziale Probleme und eine hohe Kriminalitätsrate.

In der einstigen Hauptstadt Brasiliens, die durch Zuckerrohr, Gold und Diamanten reich wurde, sind die sozialen Probleme groß, mit 2234 Morden im vergangenen Jahr und einer Mordrate von 57,5 pro 100.000 Einwohner liegt Salvador damit auf Rang 13 der gewalttätigsten Städte der Welt.

Schlechte Erfahrungen machten schon die Fans aus den Niederlanden. Rund um ihren 5:1-Triumph gegen Weltmeister Spanien kam es zu 60 Überfällen, berichtete Gabriel. „Wenn Deutsche davon betroffen sind, helfen wir natürlich“, erklärte er, „denn wir haben auch Mitarbeiterinnen der deutschen Botschaft dabei.“

Am Sonntag - nach mehreren sintflutartigen Regengüssen in den vergangenen Tagen wieder bei strahlendem Sonnenschein - bewegten sich die weitgereisten Gäste völlig unbehelligt durch die Gassen der Altstadt. „Bis jetzt hat sich noch niemand gemeldet, der schlechte Erfahrungen gemacht hat“, berichtete Gabriel am Nachmittag (Ortszeit).

SID

Rubriklistenbild: © AFP

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