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Fünf Jahre ohne Länderspiel - und jetzt im Kader für die WM 2022? Julian Weigl ist zurück

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Von: Manuel Bonke

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Julian Weigl Deutsche Nationalmannschaft vor Länderspiel gegen Israel
Julian Weigl wurde wieder für die Nationalmannschaft nominiert. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Nach fünf Jahren Pause trägt Julian Weigl wieder das Trikot der Nationalmannschaft. Bundestrainer Flick hatte den „Vielspieler“ auf dem Zettel.

München – Auf den Onkel von Julian Weigl (26) ist Verlass: Als der Neffe mit Benfica Lissabon vergangene Woche das Viertelfinale der Champions League erreichte, hisste Onkel Hans auf seinem Balkon kurzerhand die Benfica-Flagge – falls es jemand in Weigls Heimatdorf Ostermünchen nicht mitbekommen haben sollte. Vor seinem Wechsel nach Lissabon wehte dort auch regelmäßig die Dortmunder Vereinsfahne im Wind. Und wer weiß, vielleicht ist künftig ja wieder häufiger schwarz-rot-gold am Balkon zu sehen.

Julian Weigl von Benfica Lissabon nominiert: Platz im WM-Kader?

Bundestrainer Hansi Flick hat den Mittelfeldspieler, der sich zu BVB-Zeiten in Deutschland einen Namen als Passmaschine gemacht hatte, für die anstehenden Länderspiele nominiert. Seine letzte Partie im DFB-Dress bestritt der ehemalige Spieler vom TSV 1860 im Jahr 2017. Eigentlich ungewöhnlich, dass ein Spieler nach einer solch langen Abstinenz wieder in den elitären Kreis der Nationalmannschaft aufgenommen wird.

Ex-Bundestrainer Joachim Löw hatte Weigl schon länger nicht mehr auf dem Schirm, doch Flick ist im Hinblick auf das Turnier in Katar auf der Suche nach einem kommunikativen Backup-Sechser neben Joshua Kimmich. „Wir schauen auf der Sechser-Position immer, wer ein Stabilisator sein kann und uns Absicherung gibt. Jule kann gut organisieren und coacht seine Mitspieler. Wir brauchen neben Jo eine verlässliche Alternative“, erklärt der Bundestrainer die Nominierung. Allerdings braucht Flick braucht im Augenblick eine gewisse Experimentierfreude - die Ausfallliste ist lang.

Julian Weigl - Benefica-Profi hat nach fünf Jahren Pause wieder WM-Zukunft

Für Weigl selbst kam die Berufung ins DFB-Aufgebot nicht weniger überraschend als für den Rest der Fußball-Republik. Er hat vor einer Woche hatte er im Tomorrow-Podcast auf eine entsprechende Frage wie folgt geantwortet: „Es wäre eine riesige Überraschung, wenn ich noch auf den WM-Zug aufspringen würde. Hansi hatte viele Länderspiele, in denen er auf seine Jungs gesetzt hat, oder welche ausprobiert, bei denen ich nie dabei war. Ich halte mich natürlich bereit, denn im Fußball geht es schnell.“

Nun will sich Flick in dieser Woche persönlich ein Bild vom ehemaligen Dortmunder Weigl machen, der bei Benfica gereift und gesetzt ist. Und genau hier könnte Weigl den entscheidenden Vorteil gegenüber so mancher Sechser-Konkurrenz mitbringen, wenn man bei den jüngsten Aussagen von DFB-Direktor Oliver Bierhoff zwischen den Zeilen liest: Im Hinblick auf die WM 2022 sei es entscheidend, „dass wir Spieler im November haben, die im Saft stehen und ein gewisse Spiel-Kontinuität haben“. Das hat Weigl.

DFB: Weigl verpasst erste Trainingseinheit

Die erste Trainingseinheit verpasste er zwar noch aus Gründen der Belastungssteuerung – Weigl gewann mit Benfica am Sonntag gegen Estoril 2:1 –, doch spätestens bei der heutigen Vormittagseinheit wird er wieder mit dem Adler auf der Brust auf dem Trainingsplatz stehen – und um sein Überraschungs-WM-Ticket kämpfen.

Hier gibt es alle Infos - Termine, Stadien und TV-Übertragungen zur WM 2022 in Katar. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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