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WM 2022: Stürmer gefeuert, weil er Tor gegen Katar schießt? Wirbel um vermeintlichen Skandal

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Von: Patrick Freiwah

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Youcef Belaïli (l.) avancierte beim Arab-Cup gegen Katar zum Matchwinner für Algerien - und muss nun seinen Klub verlassen
Youcef Belaïli (l.) avancierte beim Arab-Cup gegen Katar zum Matchwinner für Algerien - und muss nun seinen Klub verlassen. © yangyuanyong/Imago

Wird das Kapitel WM 2022 um einen weiteren Skandal erweitert? Ein Spieler scheint gefeuert worden zu sein, weil er das Gastgeberland aus einem Turnier beförderte.

Doha - In einem Jahr beginnt die WM 2022 in Katar: Vielen Fußballfans auf der ganzen Welt ist die Veranstaltung ein Dorn im Auge, weil sie den vorläufigen Höhepunkt der Kommerzialisierung im Profifußball darstellt. Dazu kommen Berichte, wonach bereits Tausende von Menschen auf den Baustellen für die Super-Arenen ihr Leben ließen.

Nun wird die umstrittene Austragung in dem reichen Land auf der arabischen Halbinsel offenbar um ein skurriles Kapitel angereichert: Der algerische Nationalspieler Youcef Belaili wird nach seinem Siegtreffer im Halbfinale des Arab-Cups gegen den Gastgeber offenbar das Land verlassen. Bei der Generalprobe für die Endrunde (früher Confederations Cup) erzielte der Angreifer in der 17. Minute der Nachspielzeit (!) den Siegtreffer zum 2:1 gegen Katar, woraufhin das Gastgeberland den Finaleinzug verpasste.

WM 2022: Feuert Katar Siegtorschützen, der das Land aus dem Turnier beförderte?

Algerien selbst konnte mittlerweile das Turnier gewinnen - mit einem 2:0 im vom deutschen Referee Daniel Siebert geleiteten Endspiel gegen Tunesien. Belaili, der das Finale über die volle Spielzeit absolvierte, muss sich nun jedoch einen neuen Verein suchen. Denn der Siegtreffer gegen Katar könnte dem 29-Jährigen zum Verhängnis geworden sein, spekulieren zahlreiche Medien. Zumindest sportlich erscheint der Abgang bei seinem Verein Qatar SC in der Tat fragwürdig:

In den bisherigen sieben Saisonspielen der „Qatar Stars League“ stand der Mann immer in der Startelf und erzielte 17 Treffer in 25 Spielen. Wurde der algerische Nationalspieler also gefeuert, nur weil er im Halbfinale des Arab-Cups das Ausscheiden von WM-Gastgeber Katar besiegelte?

Wenn es nach arabischen Medien geht, ist die Sachlage in Wirklichkeit ein wenig anders: Demnach gäbe es bei Belaili - übrigens ein Mannschaftskollege von Ex-Bayer Javi Martinez - andere Gründe für die Vertragsauflösung beim Klub aus Katar.

Katar: Matchwinner Belaili verlässt WM-Gastgeber - Vergleiche mit Südkorea-Profi in Italien

Zum einen würde Belaili (Marktwert 1,8 Millionen Euro) seinem Ex-Verein Al-Ahly Kairo noch Geld schulden, außerdem sei sein jetziger Klub nicht bereit gewesen sein, auf bestimmte Vertragskonditionen einzugehen. Zudem wittere der Angreifer nach dem Triumph mit Algerien nun noch einmal die Chance, bei einem Verein in Europa anzuheuern.

Per Instagram bedankt sich der Arab-Cup-Gewinner 2021 bei seinem ehemaligen Verein und erklärt, dass er nun „ein freier Mann“ sei. Nachdem die Trennung zwischen dem Profi und seinem Klub durchsickerte, kursierten Vergleiche zum Fall von Ahn Jung-hwan, der bei der WM 2002 Italien aus dem Turnier beförderte und danach nicht mehr für seinen Serie-A-Klub auflief. 

Im jetzigen Fall von Belaili und Katar sei das dem Vernehmen nach nicht so. Vielmehr wolle der algerische Nationalstürmer nun in Europa auf Torejagd gehen. Auch beim FC Bayern sorgte das Thema Katar zuletzt für Tumulte. (PF)

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