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Schummelt die FIFA bei den Katar-Zahlen? Seltsames Vorgehen bei Stadion-Kapazitäten

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Die Zuschauerzahlen bei den ersten WM-Spielen sorgten für Verwirrung. Demnach waren stets mehr Fans im Stadion als die Stadionkapazität hergab. Die FIFA versucht aufzuklären.

München - Es war der Aufreger des Eröffnungsspiels der Fußball-WM in Katar: Viele Zuschauer verließen bei der klaren Auftaktniederlage des Gastgebers gegen Ecuador frühzeitig das Al Bayt Stadion. Überhaupt gab es bei den Zuschauerzahlen der bisherigen Partien etwas Verwirrung.

Fußball-WM 2022 in Katar
Eröffnungsspiel: Katar - Ecuador (0:2)
Zuschauerzahl: 67.372
Tore: Enner Valencia (16. und 31. Minute)

WM 2022: Mehr Zuschauer als Plätze? FIFA korrigiert die Kapazitäten - so viele Leute passen in die Stadien

Denn wer sich im Voraus intensiv mit den WM-Stadien beschäftigt und die TV-Übertragungen aufmerksam verfolgt hat, wird festgestellt haben: Die während der ersten vier Spiele verkündeten Zuschauerzahlen waren größer als die Kapazität der jeweiligen Stadien. Beim Auftaktspiel betrug die offizielle Zuschauerzahl beispielsweise 67.372, das Al Bayt Stadion hat aber eigentlich nur 60.000 Plätze. Einige vermuteten daher schon, dass Katar die Zahlen für eine bessere Außendarstellung manipuliert hat.

Die FIFA lieferte nun allerdings eine Erklärung, um den Vorwürfen zu fehlendem Interesse an der WM im umstrittenen Wüstenstaat entgegenzuwirken. So seien die Stadionkapazitäten der acht WM-Arenen, die der Weltverband im Vorfeld des Turniers veröffentlicht hatte, nur gerundet gewesen. Jetzt wurden die offiziellen Fassungsvermögen der eigens für die WM gebauten Stadien bekannt.

leere Tribuene,wenig Zuschauer,leere Plaetze. Spiel 2,Gruppe A Senegal (SEN) - Niederlande (NED) 0-2 am 21.11.2022, Al T
Leere Tribünen, wenige Zuschauer: So sah es beim Spiel zwischen Senegal und der Niederlande im Al Thumama Stadion aus. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

WM 2022: Spiele der letzten Turniere waren ebenfalls nicht ausverkauft - Stimmung in Katar schlecht

Somit wurde klar: Keins der bisher absolvierten WM-Spiele war ausverkauft. Einige Tausend Sitze blieben stets frei. Folglich müsste es für die kommenden Partien eigentlich noch Tickets zu kaufen geben. Ein Blick auf die Quoten der vergangenen Weltmeisterschaften relativiert die nicht ausverkauften WM-Spiele allerdings ein wenig.

Bei den letzten drei Turnieren in Südafrika, Brasilien und Russland blieben im Schnitt auch einige Tausend Plätze leer. Dennoch scheint die Stimmung in Katar im Vergleich zu den letzten Weltmeisterschaften schlechter zu sein. Dass dies an der politischen Situation in dem Wüstenstaat liegt, liegt wohl auf der Hand. Vor dem ersten Auftritt des DFB-Teams gegen Japan (23. November, 14 Uhr) äußerte sich mit Niclas Füllkrug erstmals ein deutscher Nationalspieler zum Verbot der „One Love“-Binde. (jg)

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