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Lothar Matthäus freut sich über Rolle bei umstrittener Katar-WM: Fans finden es „völlig daneben“

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Von: Alexander Kaindl

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Lothar Matthäus wird Botschafter der WM 2022 in Katar. Er freut sich über seine neue Rolle - gleichzeitig gibt es im Internet aber Kritik.

München - Der Countdown läuft, in weniger als sechs Monaten beginnt die WM 2022 in Katar. Selten wurde schon lange vorher so viel über eine Fußball-Weltmeisterschaft diskutiert. Das Turnier spaltet die Massen, etliche Fans und Experten haben bereits angekündigt, die Endrunde zu boykottieren. Andere wiederum halten sich an den Sport und freuen sich auf spannende Spiele. Die Menschenrechtsverletzungen im Emirat tangieren sie kaum.

Fakt ist: Bis die WM im November 2022 beginnt, werden noch viele Debatten geführt werden. Sehr wahrscheinlich, dass sich bis dahin auch Lothar Matthäus kritische Fragen anhören muss. Denn: Der deutsche Rekordnationalspieler nimmt als Botschafter nun eine offizielle Rolle beim Ausrichter ein.

Lothar Matthäus freut sich über Rolle bei umstrittener Katar-WM: „Eine Auszeichnung“

Über seine sozialen Netzwerke teilte der 61-Jährige Fotos und ein Video. Darin sagt Matthäus: „Ich durfte meinen Traum leben. Als Kind hat man geträumt, Fußballspieler zu werden. Ich bin mit dem Ball groß geworden, spielte fünf Weltmeisterschaften, war jetzt bei anderen Weltmeisterschaften immer wieder live dabei. Es ist einfach eine Faszination. Und natürlich ist es etwas ganz Spezielles, als Botschafter bei einer Weltmeisterschaft aufzutreten. Es ist eine Auszeichnung.“

Auffällig: Matthäus hält sich in dem Clip sehr allgemein, sagt kein einziges Mal „Katar“, verzichtet darauf, den Gastgeber anzupreisen. Allerdings geht er auch mit keiner Silbe auf die vielen Kritikpunkte ein, die die WM seit Bekanntgabe der Ausrichtung begleiten. In den sozialen Netzwerken gibt es dafür Gegenwind: „Deutsche Legende und immer sympathisch und geradeaus. Und jetzt mal geradeaus von uns: gemeinsame Sache mit den Saudis ist völlig daneben!! Zwei Sympathisanten weniger“, schreibt ein User beispielsweise auf Instagram.

WM 2022: Lothar Matthäus wird offizieller Botschafter - Kritik wegen Russland-Auftritt

Für den Weltmeister-Kapitän von 1990 (alle DFB-Titel in der Übersicht) ist die Aufgabe als Botschafter nicht ganz neu. Bereits bei der WM 2018 in Russland war er als eine der sogenannten FIFA-„Legenden“ vor Ort im Einsatz. Damals trat Matthäus („Ich bin halber Russe“) auch im Kreml bei Staatspräsident Wladimir Putin auf, was ihm viel Kritik einbrachte.

„Politik und Sport lassen sich nicht trennen, aber für uns Sportler zählt nur der friedliche und faire Wettkampf“, erklärte er damals. Die Menschen in Russland hätten „eine fantastische WM organisiert“ und überzeugten mit Gastfreundschaft und Herzlichkeit, „dafür gebührt ihnen Dank“. Diesen habe er ihnen ausgesprochen.

Lothar Matthäus, hier bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft im November 2021, wird Botschafter bei der WM 2022.
Lothar Matthäus, hier bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft im November 2021, wird Botschafter bei der WM 2022. © Ulrich Hufnagel / Imago

WM 2022: Matthäus wirbt mit Cafu und Desailly für die Weltmeisterschaft in Katar

Neben Matthäus, der bereits bei der Auslosung der WM-Gruppen mitwirkte, werben auch andere ehemalige Stars für die Wüsten-WM vom 21. November bis 18. Dezember. Dazu zählen unter anderem Trainer Xavi vom FC Barcelona oder die beiden früheren Weltmeister Cafu (Brasilien, 1994 und 2002) und Marcel Desailly (Frankreich, 1998). (akl/sid)

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