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Wer knipst in Katar? Flick sucht vor der WM noch Stoßstürmer und Joker

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Von: Günter Klein

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Nmecha (2. v. re.), hier im Spiel gegen Ungarn, ist einer der Stoßstürmerkandidaten.
Nmecha (2. v. re.), hier im Spiel gegen Ungarn, ist einer der Stoßstürmerkandidaten. © MiS

Nach der Niederlage gegen Ungarn steht Bundestrainer Hansi Flick vor der für die WM in Katar wohl zentralen Frage: Wer soll im DFB-Team noch dabei sein, um in „gewissen Momenten“ die Tore zu machen?

Joshua Kimmich hat eine Verteidigungsrede auf Timo Werner gehalten. Sie gehören einer Generation an, sind landsmannschaftlich verbunden, einfach gute Freunde. „Timo“, sagte Kimmich also, „investiert extrem viel, wenn er seine Läufe macht. Er bietet immer etwas an, hat teilweise gegen drei Leute gespielt und ist gegen den Ball extrem fleißig.“ Es klingt halt nach „Hat sich stets bemüht“ – aber nichts zustande gebracht.

Nationalmannschaft: Es bräuchte jemanden, der eine feste Nummer neun gibt

Die Sicht der Öffentlichkeit auf Werner ist vielleicht nicht ganz fair. 54 Länderspiele für den 26-jährigen Schwaben belegen: Er gehört dazu. 24 Tore sind eine mehr als anständige Quote. Doch haften bleiben die Spiele der Wirkungslosigkeit und Szenen, die auf Unvermögen schließen lassen.

Und wieder ist man mittendrin in der Stoßstürmer-Debatte. Es bräuchte zumindest als Alternative jemanden, der eine feste Nummer neun gibt. Der Bundestrainer scheint diese Notwendigkeit jetzt zu erkennen. Am Donnerstag erst hat er von einer „Wenn-dann-Strategie“ gesprochen. Bei 26 statt 23 Kaderplätzen könne er auch an einen Spieler „für den gewissen Moment“ denken. Einen, der mit der Brechstange in der Hand oder dem Messer zwischen den Zähnen aufläuft, erfüllt von der Mission, den Ball über die Torlinie zu bringen. Doch wer soll es sein? Zwei Monate vor der WM formieren sich die Kandi­daten:

WM in Katar: Zwei Monate davor formieren sich die Kandi­daten

Lukas Nmecha: Der 23-Jährige, der in den U-Mannschaften für England antrat, hat sehr gute Chancen, bei der WM dabei zu sein. Doch Flick hat den Wolfsburger bisher nur verhalten getestet. In sieben Länderspielen bekam Nmecha zwischen 5 Minuten und einer Halbzeit Einsatzzeit, Richtig sehen konnte man ihn noch gar nicht. Gegen England wird er fehlen: Wegen Schmerzen im Kniegelenk reiste er gar nicht erst mit nach London.

Niklas Füllkrug: Der 29-Jährige von Werder Bremen hat als wuchtiger Stürmer mit hoher Wirksamkeit in den Schlussminuten auf sich aufmerksam gemacht. Sieben Punktspiele, fünf Tore sind die Empfehlung. Füllkrug spielte mal in der deutschen U 20 (2012), Verletzungen begleiteten seine Karriere. Vertrauen ihm Trainer, bringt er Leistung – das ist jedoch auch ein Muster seiner Laufbahn.

Mergim Berisha: Der neueste Name in der WM-Verlosung. Der 24-Jährige hat den FC Augsburg beflügelt, und seine Qualitäten waren ja schon in der deutschen U 21 sichtbar. Der Berchtesgadener mit albanischen Wurzeln durchlief die Salzburger Fußballschule, Sven Mislintat, Stuttgarts „Diamantenauge“, wollte ihn für den VfB. Zu Berishas Geschichte zählt allerdings auch, dass er sich bei Fenerbahçe Istanbul nicht durchsetzen konnte.

Youssoufa Moukoko: Er ist kein Strafraum-Riese mit seinen 1,79, ähnelt als Typ eher der Moped-Gang um Timo Werner, doch er ist mit seinen immer noch erst 17 Jahren das herausragende Talent des deutschen Fußballs und beweist derzeit in Dortmund, dass es ein Spiel verändert, wenn er reinkommt. Sein letztes Tor bei Borussia Dortmund war eines per Kopf. Die Nationalmannschaftskarriere ist bei Moukoko vorgezeichnet und die Frage nur, wann sie beginnt. Günter Klein

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