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Deutscher Fan mit Polizei-Ärger bei WM in Katar – „oder wir nehmen dich mit“

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Von: Korbinian Kothny

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Ein deutscher Fan will bei der WM 2022 in Katar ein Zeichen setzen und bekommt Ärger mit der Polizei. Seine Fan-Utensilien landen im Müll.

München – Die WM 2022 in Katar kommt nicht zur Ruhe. Der Streit um die „One-Love“-Kapitänsbinde nimmt kein Ende. Ursprünglich hatten mehrere europäische Verbände geplant, ihren Kapitän mit dieser auf den Platz zu schicken – darunter auch England und Deutschland. Die FIFA verbot dies allerdings am Montag, der DFB will dagegen vor Gericht ziehen.

WM 2022
Katar
20. November - 18. Dezember
Acht Stadien
64 Spiele

ZDF-Kommentatorin und BBC-Reporterin mit Protest im Live-TV

ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann setzte hingegen beim Spiel USA gegen Wales mit ihrem Outfit ein starkes Zeichen. Die 58-Jährige trug ein schwarzes T-Shirt, auf dem Regenbogenfarben abgebildet waren. Außerdem trug Neumann eine Armbinde in den Farben, die für Vielfalt und Toleranz stehen.

Auch die englische BBC-Reporterin Alex Scott zeigte beim spektakulären 6:2-Auftakterfolg der Three Lions gegen Iran Flagge, indem sie die „One-Love“-Kapitänsbinde live im TV trug, nachdem die europäischen Verbände zuvor einen Rückzieher gemacht hatten.

Die walisischen Fans hatten auch Ärger mit der Polizei.
Die walisischen Fans hatten auch Ärger mit der Polizei. © Imago

WM in Katar: Deutscher Fan bekommt Ärger mit der Polizei

Ein deutscher Fußball-Fan hatte beim Spiel zwischen den Niederlanden und Senegal am Montag einen ähnlichen Protest geplant. Der Fan hat aber wegen des Tragens einer Binde und eines Schweißbandes in Regenbogenfarben offenbar Ärger mit der Polizei bekommen.

„Mitte der zweiten Halbzeit wurde ich von vier Polizisten von meinem Platz eskortiert, stand in den Katakomben umzingelt von zehn bis 15 Polizisten, die mich aufgefordert haben, die Binde abzunehmen“, sagte Sportstudent Bengt Kunkel der Deutschen Presse-Agentur.

WM in Katar: Walisische Fans erleben ähnlichen Vorfall

Ihm sei gesagt worden: „Entweder nehmen wir deine Binde und dein Schweißband oder wir nehmen dich mit. Dann habe ich es natürlich auch abgegeben.“

Einen ähnlichen Vorfall hatten walisische Fans beim Spiel gegen die USA erlebt, als ihnen Regenbogenhüte abgenommen worden waren. Kunkel betonte, dass er ein Zeichen setzten wollte.

WM in Katar: Fan-Utensilien werden im Müll entsorgt

„Gianni Infantino hatte erzählt, dass Regenbogenbinden und Regenbogenflaggen im Stadion erlaubt seien. Dann sollte er zu seinem Wort stehen. Aber das war nicht der Fall.“ Seine Sachen seien im Müll entsorgt worden.

Saudi-Arabien sorgte derweil für die erste große sportliche Sensation bei der WM. Der Außenseiter schlug Topfavorit Argentinien im Auftaktspiel der Gruppe C mit 2:1. (kk)

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