Im Hotel der DFB-Kicker geschlafen

WM-Kolumne: Eine Nacht in Mustafis Bett

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Shkodran Mustafi.

München - Unser WM-Reporter übernachtete in dem Hotel, in dem die Nationalmannschaft bis zum Abflug wohnte. Eine Nacht in Schweinis Bett verbringen, also. Ein Kollege landete im Ex-Zimmer von Mustafi.

„Irgendwie habe ich das Gefühl, das wird heut nicht unser Tag!“, hatte der Kollege noch am frühen Morgen des Spieltags gesagt. Wir waren gerade in Recife gelandet und es schüttete wie aus Eimern. Aber so ein bisschen Regen, dachte ich, da werden wir schon mit umgehen können. „Das wird super heut, das klappt schon alles“, entgegnete ich.

Schon bei der Ankunft am Stadion war dieser Satz ins Wasser gefallen. Wir mussten ein ganzes Stück durch den Regen stapfen, kamen schließlich komplett durchnässt ins auf gefühlt 12 Grad herunterklimatisierte Medienzentrum und versuchten dort zu trocknen, was so mit Spielschluss gelungen war. Danach ging es abgekämpft zum Parkplatz, von wo drei Busse uns Journalisten zum Flughafen bringen sollten.

Der erste schaffte es problemlos, die anderen zwei nicht – in einem der beiden war ich. Keiner von uns wusste so genau, woran es dabei hakte. Dem mobilen Navi eines Kollegen zufolge waren wir schon kurz vor dem Terminal, als die beiden Busse umdrehten. Wir hatten schon damit gerechnet in eine abgelegene Favela gefahren zu werden, wo wir dann unsere Wertsachen hätten „abgeben“ können. So schlimm kam es dann nicht.

Als wir nach über vier Stunden über eine andere Strecke am Flughafen ankamen, war der Flieger mit den Kollegen aus Bus eins längst weg. Und wir brauchten eine Notlösung. Also ging es zu dem Hotel, in dem die Mannschaft bis zum Abflug wohnte. Eine Nacht in Schweinis Bett verbringen, sozusagen. Und tatsächlich: Der Internetzugang eines Kollegen lautete „Zimmernummer eingeben“ und dann „Mustafi“. Da weiß man genau, wer dort vorher schlief.

Erst in der darauffolgenden Nacht ging es für mich per Charter-Flug wieder zum Basis-Camp. Dort traf ich dann den Kollegen, der den Tag so früh verflucht hatte. Er war im ersten Bus. Er wirkte entspannt.

Michael Knippenkötter

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