Robben führt Oranje ins Viertelfinale

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Arjen Robben erzielte gegen die Slowakei das 1:0 für die Niederlande.

Durban - Die Niederlande stehen im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft: Er kam, sah und traf: Bayern-Star Arjen Robben lässt die “fliegenden Holländer“ weiter vom ersten WM-Titel träumen.

Beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Slowakei ebnete der Dribbelkünstler vom deutschen Rekordmeister den Niederlanden mit seinem Führungstor in der 18. Minute den Weg unter die besten acht Teams der Fußball-WM. Wesley Sneijder (84.) machte vor 61 962 Zuschauern in Durban die fünfte Viertelfinal-Teilnahme des Europameisters von 1988 perfekt. Der Anschluss durch einen Foulelfmeter von Robert Vittek in der Nachspielzeit brachte die Holländer nicht mehr in Verlegenheit. Am Freitag treffen Robben & Co. auf den Sieger der Achtelfinal-Partie Brasilien gegen Chile.

Weil Rafael van der Vaart mit Wadenproblemen passen musste, kam Robben entgegen der ursprünglichen Planung schon von Beginn an zum Zug. Eigentlich wollte Bondscoach Bert van Marwijk den Mittelfeldspieler vom FC Bayern München, der sich im letzten WM- Testspiel gegen Ungarn einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen hatte, langsam wieder an die volle Belastung heranführen.

Die größten WM-Sensationen seit 1990

Die größten WM-Sensationen seit 1990

WM 2010: Frankreich sorgte für die erste große Blamage des Turniers: Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen gegen Uruguay und Mexiko benötigte die Equipe Tricolore in der abschließenden Partie gegen Gastgeber Südafrika unbedingt einen Sieg, um die Chancen aufs Weiterkommen zu wahren. Doch Ribéry & Co. unterlagen sang- und klanglos 1:2. Aus in der Vorrunde! © AP
WM 2010: Neuseeland trotzte dem Titelverteidiger Italien in der Vorrunde ein 1:1 ab. © AP
Und es kam sogar noch schlimmer für Italien: Das Aus für den Titelverteidiger in der Vorrunde! Und das als Tabellenletzter hinter Paraguay, der Slowakei und Neuseeland! Eine der größten Sensationen bei WM-Turnieren. © AP
WM 2010: Die Schweiz besiegte völlig überraschend im ersten Gruppenspiel Europameister Spanien mit 1:0. In den vorangegangenen 54 Spielen hatten die Iberer nur einmal verloren. © AP
WM 2006: Die Party-Boys von Trinidad & Tobago feierten ihr WM-Debüt mit einem sensationellen Unentschieden gegen Schweden. Nach dem 0:0 zum Auftakt gab es dann aber gegen England und Paraguay (jeweils 0:2) nicht viel zu holen. © Getty
WM 2002: Der Senegal war eine der großen Überraschungen bei der WM in Japan und Südkorea. Erst besiegten die Afrikaner im Auftaktspiel den Titelverteidiger Frankreich mit 1:0 ... © Getty
... später gab es im Achtelfinale einen 2:1-Sieg n.V. gegen die favorisierten Schweden. Im Viertelfinale kam das Aus gegen die Türkei (0:1 n.V.). © Getty
Auch Co-Gastgeber Südkorea war eine der Überraschungen bei der WM 2002. Das Weiterkommen im Achtelfinale gegen Italien (2:1 n.V.) kam einer Sensation gleich, wenngleich die Asiaten das eine oder andere Mal krass vom Schiedsrichter bevorzugt wurden. © Getty
Auch gegen Spanien im Viertelfinale gab es so manch zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidung. Südkorea kam ins Elfmeterschießen und gewann dort nach torlosen 120 Minuten mit 5:3. Der Halbfinaleinzug der Südkoreaner - sicher eine der bisher größten Sensationen bei Weltmeisterschaften. © Getty
WM 1998: Schon wieder eine Sensation, bei der die Spanier beteiligt waren: Nigeria besiegte die haushoch favorisierten Iberer im ersten Gruppenspiel mit 3:2 - auch der damalige Kölner Sunday Oliseh (l.) gehörte zu den Torschützen. Nigeria kam später ins Achtelfinale, Spanien schied aus. © Getty
WM 1994: Die WM in den USA hatte gleich in den ersten Tagen ihre ganz große Sensation, als Italien den tapferen Iren mit 0:1 unterlag (Tor: Ray Houghton). Irland scheiterte später im Achtelfinale an Holland, Italien verlor das Fionale gegen Brasilien im Elfmeterschießen. © Getty
Saudi-Arabien sorgte nicht nur für eine der größten Sensationen des Turniers 1994, sondern auch für das schönste Tor: Ali Owairan erzielte im Vorrundenspiel gegen Belgien einen Traum-Treffer nach einem Alleingang über gefühlte 100 Meter. Die Saudis zogen ins Achtelfinale ein (Aus gegen Schweden), genau dort war auch für Belgien Schluss (2:3 gegen Deutschland). © Getty
Ein Jahrhundert-Spiel mit sensationellem Ausgang war das Achtelfinale zwischen Argentinien und Rumänien. Die Osteuropäer zauberten gegen Batistuta & Co. und gewannen 3:2. Ilie Dumitrescu (Bild) erzielte zwei Tore. Rumänien schied dann im Viertelfinale gegen Schweden nach Elfmeterschießen aus. © Getty
Eine Sensation, auf die wir gerne verzichtet hätten: Bulgarien warf die deutsche Nationalmannschaft im Viertelfinale 1994 mit 2:1 aus dem Turnier. Bundesliga-Legionär Yordan Letchkov (Hamburger SV) köpfte die Stars um Stoichkov, Balakov und Kostadinov ins Halbfinale, wo aber gegen Italien Endstation war (1:2). © Getty
WM 1990: Paukenschlag zum Auftakt der WM 1990 in Italien! Kamerun besiegte Weltmeister Argentinien durch einen Kopfballtreffer von Francois Omam-Niyik mit 1:0. Argentiniens Keeper Nery Pumpido durfte nach seinem kapitalen Patzer im Turnier nicht mehr ran. Argentinien kam ins Endspiel - scheiterte dort aber an Deutschland (0:1). © Getty
Kamerun sorgte für weitere Sensationen und zog als erste afrikanische Mannschaft überhaupt ins Viertelfinale einer WM ein. Roger Millas zwei Treffer gegen Kolumbien (2:1 n.V.) ebneten den Weg dazu. Im Viertelfinale schieden die "Unzähmbaren Löwen" dann unglücklich gegen England aus (2:3 n.V.) © Getty

Im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun hatte Robben bereits ein 20- minütiges Kurz-Comeback gefeiert und den 2:1-Siegtreffer vorbereitet. Gegen die lange Zeit harmlosen Slowaken, die erst gegen Ende der Partie einen gleichwertigen Konkurrenten abgaben, schlug er in seiner unnachahmlichen Manier selbst zu. Vom rechten Flügel schwenkte der 26-Jährige nach innen und überwand Jan Mucha mit einem platzierten Linksschuss ins Eck. Es war sein 14. Tor im 49. Länderspiel.

In der Start-Viertelstunde hatten Wesley Sneijder und Robin van Persie erste Chancen zur Führung vergeben. Die Slowaken, die Titelverteidiger Italien in der Vorrunde sensationell nach Hause geschickt hatten, konnten kein neuerliches Husarenstück abliefern. Ohne Courage schien sich der krasse Außenseiter von Beginn an in sein sportliches Schicksal zu ergeben.

Die “Oranjes“ schalteten nach dem 1:0 zwei Gänge zurück, behielten aber stets die Kontrolle über das Spiel. Für die einzig nennenswerte Szene bis zur Pause sorgte erneut Robben, der nach einem Handspiel die Gelbe Karte sah. Der Dribbelkünstler vom deutschen Rekordmeister sorgte auch für den ersten Aufreger im zweiten Durchgang. Wieder zog Robben aus 17 Metern mit links ab, dieses Mal bekam Slowaken-Keeper Mucha aber noch die Hand an den Ball.

60 Sekunden später bediente Robben den aufgerückten Joris Mathijsen, doch der Innenverteidiger vom Hamburger SV scheiterte am erneut glänzend reagierenden Schlussmann. Nach 71 Minuten war Robbens Arbeitstag vorbei. Für ihn kam der Hamburger Eljero Elia.

So schlagen sich die FC-Bayern-Stars in Südafrika

So schlagen sich die FC-Bayern-Stars in Südafrika

13 Bayern-Spieler sind bei der WM in Südafrika dabei. © Getty
Sehen Sie hier, wie diese die ersten Tage im WM-Land verbracht haben © Getty
Holger Badstuber (Deutschland) bei der Anreise © Getty
Im ersten Spiel gegen Australien (4:0) spielte der Youngster als Linksverteidiger gut, wurde aber auch wenig gefordert. © Getty
Gegen Serbien kam's dann knüppeldick: Über Badstubers Seite wurde das 0:1 eingeleitet © Getty
Edson Braafheid (Niederlande) im Training © dpa
Edson Braafheid (Niederlande) im Training © Getty
Jörg Butt (Deutschland) bei der Anreise © Getty
Jörg Butt (Deutschland) im Training © dpa
Jörg Butt (Deutschland) im Training © dpa
Jörg Butt (Deutschland) im Training © dpa
Martin Demichelis (Argentinien) im Training © Getty
Demichelis zeigt sich mal bester Stimmung. © Getty
Und mal nachdenklich. © Getty
Beim 1:0 gegen Nigeria hielt Demichelis den Laden dicht. © Getty
Im Spiel gegen Südkorea (4:1) patze der Abwehrmann böse: Er legte Südkorea den einzigen Treffer auf © Getty
Danach gab's aber Trost von Teamkollegen und Trainer © Getty
Mario Gomez (Deutschland) bei der Anreise © Getty
Mario Gomez (Deutschland) im Training © Getty
Im ersten ... © Getty
... und im zweiten Spiel wurde Gomez eingewechselt und blieb torlos. © Getty
Miroslav Klose (Deutschland) bei der Anreise © AP
Miroslav Klose (Deutschland) im Training © Getty
Im ersten Spiel wurde Klose zum Held: Beim 4:0 über Australien erzielte er das 2:0. © Getty
Klose rutscht über den Rasen © Getty
Dann erlebte er gegen Serbien einen bitteren Nachmittag: Klose sah Gelb-Rot! © Getty
Und das schon in der ersten Halbzeit. © Getty
Toni Kroos (Deutschland) ist auch ein Münchner - auch wenn er zuletzt zum Bayer Leverkusen ausgeliehen war © dpa
Toni Kroos (Deutschland) im Training © Getty
Philipp Lahm (Deutschland) bei der Anreise © AP
Philipp Lahm (Deutschland) im Training © Getty
Philipp Lahm (Deutschland) wird bespaßt. © AP
Im ersten Spiel durfte der Kapitän kräftig jubeln. © Getty
Im zweiten konnte er die Niederlage auch nicht verhindern. © Getty
Thomas Müller (Deutschland) im Training © dpa
Thomas Müller (Deutschland) im Training - der Stinkefinger war übrigens nur Spaß © Getty
Müller erzielte gegen Australien das 3:0 - in echter Gerd-Müller-Manier © Getty
Gegen Serbien blieb er glücklos © Getty
Mark van Bommel (Niederlande) im Training © AP
Mark van Bommel (Niederlande) im Training © AP
Mark van Bommel (Niederlande) im Training © AP
Mark van Bommel (Niederlande) beim Autogrammeschreiben © AP
Im Spiel gegen Dänemark überzeugte die Niederlande zwar nicht. © Getty
Aber das Team gewann mit 2:0. Und Mark van Bommel war auch da der Agressivleader. © Getty
Franck Ribéry (Frankreich) bei der Anreise © AP
Franck Ribéry (Frankreich) im Training © AP
Franck Ribéry (Frankreich) im Training © AP
Weder im ersten Spiel gegen Uruguay (0:0) ... © Getty
... noch gegen Mexiko (0:2) konnte er überzeugen. © Getty
Er ließ seine Klasse zwar aufblitzen. © Getty
Daheim musste er sich trotzdem eine Menge Medienschelte gefallen lassen. © Getty
Bastian Schweinsteiger (Deutschland) bei der Anreise © AP
Bastian Schweinsteiger (Deutschland) bei der Anreise © Getty
Im ersten Spiel war Schweinsteiger überragend. © Getty
Doch auch ihm kauften die Serben den Schneid ab. © Getty
Schweinsteiger zeigte sich als Chef - diskutierte mit dem Schiedsrichter über die gelb-rote Karte für Miroslav Klose. © Getty
Die Niederlande musste zunächst ohne Arjen Robben nach Südafrika fliegen. Nach seinem Muskelfaserriss ließ er sich in Rotterdam behandeln, um dann nachzureisen. © dpa
Da ist er, der Arjen! © AP
Endlich in Südafrika angekommen © AP
Doch fürs Dänemark-Spiel reichte es nicht. © AP
Nun will er seinem Team so schnell wie möglich helfen. © Getty

Die Slowaken konnten nur in Ansätzen an die großartige Leistung beim 3:2 gegen Italien anknüpfen. Die Abwehr wirkte oft nicht sattelfest, im Mittelfeld gingen die wichtigen Zweikämpfe verloren und der vierfache Turnier-Torschütze Robert Vittek war fast völlig abgemeldet.

Erst ein Verzweiflungsschuss des Neu-Schalkers Erik Jendrisek aus 40 Metern wirkte als Weckruf. Auf einmal waren die Osteuropäer voll da und brachten die bis dahin kaum geforderten Holländer ins Wanken. Miroslav Stoch (67.) scheiterte mit einem strammen Schuss an Maarten Stekelenburg. Kurz darauf vergab Vittek die größte Chance zum Ausgleich, als er frei vor Stekelenburg auftauchte, den Torhüter von Ajax Amsterdam aber nicht überwinden konnte. Auf der Gegenseite bewies Mucha seine Klasse bei einem Schuss von Dirk Kuyt. Beim Schlusspunkt von Snejder war aber auch der beste Mann der Slowakei machtlos.

dpa

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